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Segeberg Facelifting für Wahlstedts Freibad?
Lokales Segeberg Facelifting für Wahlstedts Freibad?
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22:02 10.07.2018
Das Schwimmerbecken im Wahlstedter Freibad ist seit Jahren stillgelegt. Jetzt gibt es neue Pläne für eine Umgestaltung. Quelle: Foto: Hiltrop
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Wahlstedt

Allein im Mai 2018 kamen so viele Badegäste ins Wahlstedter Freibad wie in der halben Saison 2017. Der Jahrhundertsommer beschert vielversprechende Zahlen. Und sollte die Sonne weiter so kräftig scheinen, dann könnten es in dieser Saison sogar deutlich über fünfstellige Besucherzahlen werden, hofft Stadtwerke-Chef Luzian Roth. Gute Vorzeichen für einen großen Bad-Umbau, den er unlängst den Mitgliedern des Hauptausschusses präsentiert hat.

Die Stadtwerke nehmen einen neuen Anlauf: Vor vier Jahre stießen Pläne für den Umbau des Wahlstedter Freibades auf Widerstand, verschwanden in der Versenkung. Nun liegt ein neuer auf dem Tisch – verändert, mit Berechnung der finanziellen Auswirkungen. Die Kosten sind ähnlich.

Bad-Geschichte

Am 26. Mai 1966 eröffnet das Freibad in Wahlstedt. 1987 folgt eine große Sanierung. 2009 das Aus auf Beschluss der Stadtvertretung – zu teuer, zu wenig Besucher. 2012 wird das Nichtschwimmerbecken wieder geöffnet. Kinderplansch- und Sprungbecken folgen.

Sollte die Politik sich für die Pläne entscheiden, würde das Freibad ein ganz neues Gesicht erhalten. Vorgesehen ist dabei, das seit 2009 stillgelegte 50-Meter-Becken in einen Schwimmer- und einen flacheren Nichtschwimmerbereich einzuteilen. Der wird von einer Rutsche und im Ostteil von einer Badelagune ergänzt. Das Planschbecken wird verlegt und bekommt eine ovale Form, das Springerbecken bleibt wie es ist. Aus dem heutigen Nichtschwimmerbecken, das erst 2016 für 86000 Euro eine neue Beckenhaut bekommen hat, soll ein flacher Teich werden, in dem das Wasser auf natürliche Art gefiltert wird. Vorbild ist das Naturerlebnisbad Deuz in Nordrhein-Westfalen. So könne künftig auf Chlor verzichtet werden – ein Alleinstellungsmerkmal für das Freibad, untermauert Roth die Pläne.

Anders als bei den Vorschlägen von 2014 werde das Schwimmerbecken nun lediglich an einem Teil „aufgebrochen“. Roth: „Hier bauen wir dann lagunenartig an.“ Außerdem sei die Filtertechnik eine andere.

Eine Million Euro würde das komplette Vorhaben kosten. Aktuell beziffern die Stadtwerke die Freibadkosten auf 64500 Euro jährlich. Der Finanzierungsplan für das neue Bad sieht eine jährliche Mehrbelastung von 25000 Euro vor. Wobei mögliche Fördermittel erst noch ausgelotet werden müssten und deshalb noch nicht einbezogen seien.

Nach der Sommerpause soll sich die Politik positionieren. Erste Meinungen gibt es schon: „Wir wollen das gerne so haben“, sagt Stadtvertreterin Bärbel Schwarz von der Wählergemeinschaft WfW. Ihre Fraktion sei klar für den Umbau. „Die Finanzierungspläne von Herrn Roth haben Hand und Fuß. Und wenn wir das Schwimmerbecken nicht aktivieren, dann müsste viel Geld für den Rückbau in die Hand genommen werden, sonst bricht das irgendwann zusammen.“ Interessant seien die Pläne zudem, weil auf den Einsatz von Chlor verzichtet werde, das käme Menschen mit Hautempfindlichkeiten entgegen.

Bei den Christdemokraten, die die größte Fraktion in der Stadtvertretung stellen, ist das Bild dagegen noch unscharf. CDU-Fraktionssprecher Jan Christoph: „Wir haben das noch nicht in der Fraktion diskutiert, uns noch keine abschließende Meinung gebildet. Das Schwierige ist immer, woher das Geld kommen soll.“ Bei anderen Parteien sieht es ähnlich aus. So unterstreicht Wahlstedts Grünen-Fraktionssprecher Siegfried Dalfior, dass man sich erst nach den Fraktionssitzungen und den Beratungen in den Fachausschüssen festlegen wolle.

Noch viele lose Enden also. Sollte das Okay aber kommen, dann ist der von den Stadtwerken Wahlstedt gesteckte Zeitplan straff: detaillierte Planungen erarbeiten und Fördermittel beantragen bis zum Jahresende, anschließend die Ausschreibungen. Baubeginn 2019. Geschäftsführer Luzian Roth: „Dann könnten wir 2020 eröffnen.“

Einen Eindruck vom Naturerlebnisbad Deuz gibt es in einem Youtube-Video unter: https://bit.ly/2J9Wwp2

Heike Hiltrop

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