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Fahrenkruger Hotel wird zur Flüchtlingsunterkunft

Fahrenkrug Fahrenkruger Hotel wird zur Flüchtlingsunterkunft

Amt Trave-Land pachtet „Busch & Busch“ ab 1. März für fünf Jahre — Die Inhaber konzentrieren sich nun auf ihr Bad Segeberger Lokal „Busch-Junior“.

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Seit 20 Jahren gibt es das Hotel „Busch & Busch“ in Fahrenkrug. Nun haben Hotelier Torsten Busch (48) und seine Frau Tanja Bunk-Busch (45) das 20-Zimmer-Haus samt Gastronomiebetrieb an das Amt Trave-Land verpachtet — gestern wurde man sich über die Konditionen einig.

Fahrenkrug. „Ankommen und wohlfühlen“ steht auf der Werbepostkarte vom Hotel- und Gaststättenbetrieb „Busch & Busch“ in Fahrenkrug, das seit 20 Jahren besteht. Ab dem 1. März gilt dieser freundliche Gruß Flüchtlingen. Denn jetzt ist es amtlich: „Wir werden das Haus für fünf Jahre pachten“, bestätigte Rainer Andrasch vom Amt Trave-Land gestern.

Dabei werde das Bettenhaus mit seinen 20 Zimmern und den beiden Wohnungen relativ schnell mit den ersten Flüchtlingen belegt werden, so der Leitende Verwaltungsbeamte weiter. Der Gastronomiebetrieb mit Tresen, Küche und den drei Sälen werde dagegen zunächst umgebaut. Wie berichtet, sollen in dem Hotel und einem benachbarten Haus, das das Amt unlängst gekauft hat, insgesamt bis zu 100 Asylsuchende untergebracht werden. „Das wird alles langsam wachsen“, so Andrasch. Ergänzend betont er, dass es keine Planungen gebe, weitere Gebäude im Dorf anzumieten.

Die über zehn Mitarbeiter von „Busch & Busch“ haben vergangene Woche ihre Kündigungen zum 1. März erhalten. Zwei der drei Auszubildenden können ihre Lehre in Bad Segeberg beenden. Derweil heißt es für Torsten Busch, Noch-Geschäftsführer des Betriebs, und seine Frau Tanja, die Koffer zu packen. Die Familie räumt ihre Wohnung im Gebäude und zieht nach Bad Segeberg, wo sie eine Gaststätte betreibt. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, betont der 48-Jährige. Mit der Verpachtung des Betriebs in Fahrenkrug mit seinen 1200 Quadratmetern Nutzfläche ziehe man die Reißleine. „Wir können uns keine Verluste von zehn oder 20 Prozent leisten, das ist absolut unrentabel“, so der Gastronom. Doch genau das sah er auf den Betrieb zukommen. „Als es hieß, dass 2000 Flüchtlinge in den Levo-Park kommen, der ja gleich um die Ecke ist, haben wir unseren Plan B geschmiedet, wollten die Gastronomie herunterfahren und in fünf Jahren, wenn sich die Lage beruhigt hat, wieder voll durchstarten. Aber dann hörten wir im Dezember, dass gleich nebenan auch noch 40 Flüchtlinge untergebracht werden sollen“, so Torsten Busch.

Zur Karl-May-Saison sei der Hotelbetrieb immer ausgebucht gewesen, außerdem würden etliche Monteure in den Zimmern absteigen, und wenn in der Gegend Kurse für Auswärtige laufen, sei das Hotel eine beliebte Anlaufstelle für Übernachtungen. Aber als der Verkauf des Nachbarhauses im Internet bekannt wurde, habe es die ersten Stornierungen gegeben, sagt Busch. So bot der Unternehmer Hotel und Gastronomie dem Amt Trave-Land zur Miete an, und gestern wurde man sich einig. Die Pacht entspreche dem, was man auf dem freien Markt bekomme. „Es ist zwar nicht das, was wir uns erhofft hatten, aber genug, um die Kosten zu decken.“

„Es tut uns leid, auch für unsere Stammgäste, aber wir sehen keine andere Chance“, so Torsten Busch. „Ich hoffe, in fünf Jahren hat sich die Lage beruhigt, dann werden wir sehen, wie es weitergeht.“

Bis Ende Februar seien noch Zimmer vermietet, und auch gebuchte Veranstaltungen sollen wie geplant stattfinden. Am 29. Februar haben Torsten und Tanja Busch einen Hausflohmarkt geplant, um das Inventar zu verkaufen.

„In das Bettenhaus werden zügig die ersten Flüchtlinge einziehen, aber alles wird langsam wachsen.“
Rainer Andrasch, Amt Trave-Land

Heike Hiltrop

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