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Fahrenkrugs Forderungen an Innenminister Stefan Studt

Fahrenkrug Fahrenkrugs Forderungen an Innenminister Stefan Studt

Mehr Information, die Schließung des Nordtors, ein präventives Sicherheitskonzept: Die Liste der Wünsche von Gemeindevertretung und Bürgern zum Levo-Park ist lang.

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Nahe der Einrichtung im Levo-Park will das Amt Trave-Land bis zu 100 Flüchtlinge unterbringen.

Quelle: Fotos: Hil

Fahrenkrug. Die Zuwegung zum Levo-Park für die Flüchtlinge soll nur über das Südtor an der Bundesstraße 206 erfolgen. Das ist die Hauptforderung eines ganzen Katalogs, den die Fahrenkruger an Innenminister Stefan Studt (SPD) stellen. Der kommt am 8. Februar nach Bad Segeberg (Mehrzweckhalle, 19 Uhr), um zur Erstaufnahme-Einrichtung im Levo-Park Stellung zu nehmen. Ausgangspunkt dafür war auch der Unmut in Fahrenkrug. Und der ist durch die Tatsache, dass der Politiker statt ins Dorf lieber in die zwei Kilometer entfernte Kreisstadt kommt, nicht geringer geworden.

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Nahe der Einrichtung im Levo-Park will das Amt Trave-Land bis zu 100 Flüchtlinge unterbringen.

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„Das ist bei Einigen nicht sonderlich gut angekommen“, bestätigt Gemeindevertreter Bernd Reimers (CDU) am Dienstag während einer Sondersitzung der Gemeindevertretung. Die Informationspolitik des Landes zur Flüchtlingsunterbringung stößt in Fahrenkrug auf scharfe Kritik. „Wir wollen wissen, was auf uns zukommt“, so Reimers. Sebastian Fuß ergänzt: „Wir sind vollkommen übergangen worden.“

Ausgangspunkt für die Unruhe im Dorf ist die nahe Erstaufnahme-Einrichtung im Levo-Park, in der bis zu 2000 Menschen untergebracht werden sollen, auch auf Fahrenkruger Gebiet. Dazu plant das Amt Trave-Land, gleich um die Ecke am Kirchwegskamp bis zu 100 Männer, Frauen und Kinder einzuquartieren.

Die Menschen vor Ort fühlen sich „nicht mitgenommen“. „Integration kann nur gemeinsam gelingen — aber nicht so“, meint Heinrich Jürgensen. Zudem sind viele offenbar der Überzeugung, dass das Gefahrenpotenzial, auch für Flüchtlinge, unterschätzt werde. Allerdings distanzieren sich Gemeindevertreter und auch andere Fahrenkruger von der Aussage, sie seien in Angst und Schrecken.

„Wir waren mit 1000 Soldaten in der ganzen Lettow-Vorbeck-Kaserne. Ich habe im Afghanistan-Einsatz acht Wochen im Container gelebt. Jetzt sollen 2000 Menschen verschiedener ethnischer Gruppen auf einem Drittel der Fläche untergebracht werden — das ist viel zu viel und schürt geradezu Konflikte. Davor darf man nicht einfach den Kopf in den Sand stecken, wie es das Land macht“, so Michael Thiele. „Wichtig ist ein Gewaltschutz-Konzept auch für die Familien, Frauen und Kinder in der Einrichtung“, so Dagmar Höppner-Reher.

„Dort die Erstaufnahme und gleich gegenüber 100 Flüchtlinge mit Bleiberecht und Perspektive, das kann nicht konfliktfrei funktionieren“, gab Sebastian Fuß zu bedenken. Auch die Verkehrssituation sei schlecht durchdacht, waren sich etliche Besucher im Bürgerhaus einig. So habe der Kreis unlängst genau vor dem Nordtor zum Levo-Park ein Geschwindigkeitslimit mit der Begründung abgelehnt, dass der Verkehrsfluss nicht behindert werden dürfe. Hier gelte weiter Tempo 100. Zudem gebe es weder eine Ampel, um den Fußweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu erreichen, noch Beleuchtung entlang der Kreisstraße 102.

Kritik erntete neben dem Land auch das Amt Trave-Land, dem unter anderem vorgeworfen wird, es setze mit der zentralen Unterbringung am Kirchwegskamp unüberlegt Existenzen aufs Spiel, etwa die der Wirtin einer kleinen Pension zwischen Hotel und ehemaligem Fahrradladen. „Unser Konzept war es, dezentral für zwei Jahre Wohnungen anzumieten, dann ist auch Integration einfacher. Dieses Ziel ist im Herbst mit der Flüchtlingswelle gescheitert“, gab Rainer Andrasch, der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes, zu. „Wir hatten die Verhandlungen mit Busch & Busch auf Eis gelegt und dann aber aus wirtschaftlichen Gründen die Chance genutzt, das muss man nicht schönreden.“ Er habe nicht früher informiert, da seine Erfahrung gezeigt habe: „Sobald bekannt wird, dass wir mit Gaststätten verhandeln, können die dicht machen.“ Er räumte auch ein, mit so großen Einrichtungen, wie sie am Kirchwegskamp geplant seien, keine Erfahrung zu haben. Aber: „Sie werden langsam wachsen, so können wir üben.“ Andrasch sicherte der Gemeinde zu, dass man im Gebäude Kirchwegskamp 5 ausschließlich Familien unterbringen werde.

Sein Vorschlag, jemanden aus dem Dorf als Mittler und Betreuer vor Ort einzusetzen, überraschte wiederum viele Zuhörer, denn andernorts gebe es dafür hauptamtliche Mitarbeiter. Man könne nicht alles den Freiwilligen überlassen, das täten andere Kommunen und Ämter auch nicht, so der Tenor.

Erwartungsvoll blicken viele nun auf den Besuch von Stefan Studt am 8. Februar. Auch Marcel Crochard: „Ich habe mir viele Fragen notiert, befürchte aber, dass die Bürger nicht zu Wort kommen werden.“

Das verlangt die Gemeinde für den Levo-Park

Die Zuwegung , auch für die Flüchtlinge, soll ausschließlich das Haupttor an der B 206 sein.

Ein Sicherheitskonzept, das eine erhöhte Polizeipräsenz in Fahrenkrug zur Schulzeit und abends beinhaltet.

Die Belegung ist auf 500 Personen zu begrenzen. Der Levo-Park darf nur als Erstaufnahmeeinrichtung und nicht als Dauerbelegung im Sinne einer Landesunterkunft betrieben werden.

Da das Umfeld über keine ausreichende Infrastruktur verfügt, darf erst belegt werden, wenn alle anderen Erstaufnahmeeinrichtungen im Land ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben.

Ein Gewalt- und Präventionskonzept für die innere Sicherheit im Park ist zu erstellen. Eine Beleuchtung des Fahrradweges nach Bad Segeberg muss her und die Taktfrequenz des Linienbusverkehrs erhöht werden.

Zusätzliche Belastungen der Gemeinde, etwa Kapazitätsanforderungen im Kita- und Schulbereich, muss das Land tragen.

Die Gemeinde muss über alle weiteren Schritte umfassend informiert werden. Ein Brandschutzkonzept muss mit der Feuerwehr erstellt werden. hil

Heike Hiltrop

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