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Segeberg Familiendrama in Kayhude: Dreijähriger Junge stirbt im Wäschetrockner
Lokales Segeberg Familiendrama in Kayhude: Dreijähriger Junge stirbt im Wäschetrockner
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14:58 08.01.2013
Quelle: Martina Janke-Hansen

Es ist 19.01 Uhr, als der erste Rettungswagen aus Naherfurth sowie der Notarzt aus Henstedt-Ulzburg alarmiert werden. Gleichzeitig gibt die Rettungsleitstelle den verzweifelten Eltern am Telefon Hinweise zur Reanimation des Jungen. Die Brüder sollen Verstecken gespielt haben, dabei war einer der beiden in den Wäschetrockner gekrabbelt. Ob der andere Junge die Tür schloss ist noch unklar. Doch weder die Eltern noch die herbeigerufenen Sanitäter und Ärzte können dem Kind helfen. Der kleine Junge ist tot.

Zunächst kümmert sich der Notfallseelsorger des ebenfalls alarmierten Kriseninterventionsteams um die traumatisierten Eltern, später wird das Paar getrennt in die Klinik nach Rickling gebracht. Dort werden beide stationär aufgenommen und nun psychologisch betreut.

Der Notfallseelsorger kümmert sich auch um den anderen Zwillingsbruder. In der Nacht fährt er mit dem Jungen nach Neumünster und übergibt ihn an das dortige Jugendamt, das für die Unterbringung des Kindes sorgt. Es ist bereits nach 23 Uhr, als der Pastor aus Neumünster zurückkommt und zur Polizei fährt, um die Kollegen zu betreuen, die bei diesem furchtbaren Einsatz dabei waren.

Die Pressesprecherin der Segeberger Polizei hält sich bisher äußerst bedeckt. Sie bestätigte lediglich, dass es „am Freitag Abend einen Unglücksfall gab, bei dem ein Kleinkind ums Leben kam". Die Kripo Bad Segeberg und die Staatsanwaltschaft in Kiel ermitteln, die Ermittlungen dauern an.

In Kayhude verbreitet sich am Tag nach dem Unglück die Nachricht von dem schrecklichen Geschehen. „Es ist einfach entsetzlich, was bei uns passiert ist. Wenn man sich vorstellt, wie der Junge gestorben ist - grauenhaft“, sagt eine junge Frau. Andere haben noch nichts von dem Tod des Jungen gehört. „Wir sind gerade erst aus dem Urlaub wieder gekommen“, sagen etwas entfernt wohnende Nachbarn.

Die Metall-Pforte zum Grundstück steht offen, vor dem Eingang des Unglückshauses haben Menschen Blumen, Kerzen und Spielzeug gelegt, um an den toten Jungen zu erinnern. Die Tür der Doppelhaushälfte ist versiegelt, die Polizei hat den Backsteinbau mit den zum Teil heruntergelassenen Rollläden beschlagnahmt. Auf dem Parkplatz steht ein dunkler Mercedes Vito, darinnen zwei Kindersitze. An der Scheibe prangt ein FC-St. Pauli-Sticker. Der Vater ist Fußball-Fan, zumindest ein Elternteil soll russische Wurzeln haben.

Kripo und Staatsanwaltschaft wollen am Montag über den Stand der Ermittlungen informieren.

Martina Janke-Hansen

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