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Segeberg Familientradition in der fünften Generation
Lokales Segeberg Familientradition in der fünften Generation
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21:13 31.05.2016
Mit Astrid, der jüngsten Tochter von Christian und Ulrike Spahr, ist auch die fünfte Generation auf dem Hof gesichert. Als Juniorchefin steht die 28-Jährige ihren Eltern zur Seite, wird den Hof Spahr, dessen Haupterwerb die Eierproduktion ist, später übernehmen. Quelle: Hiltrop (2), Spahr (2, Hfr)
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Fahrenkrug

Genau vor 300 Jahren, so geht es aus einem alten Pfandprotokoll hervor, gehörte Familie Spahr zum Dorf. Gehöft Nummer VII war das von Jochim Spahr und es lag seinerzeit noch mitten in Fahrenkrug. Doch die eigentliche Familiengeschichte nimmt ihre Entwicklung erst mit dem Kauf der alten Ziegelei und das wiederum ist genau 150 Jahr her. Gute Gründe zum Feiern. An diesem Wochenende mit einem großen, zweitägigen Hof-Fest und unlängst in kleiner familiärer Runde mit denen, die zum Hof gehören oder gehörten. Und so saßen ein paar hundert Jahre Geschichte am Dorfrand von Fahrenkrug beieinander: Der 94-jährige Gustav Adolf Spahr, den alle nachfolgenden Generationen nur „Duscha“ nennen und der als Heimatforscher und Künstler im Dorf bekannt ist. Auch Elsbeth Katoll (92, berühmt für ihre Torten und Kuchen) war vorbeigekommen und Anne Untenzu (92), die schon in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts an der alten Ziegelei Rüben gehackt hat. Kurz: Der heutige „Hufner“ Christian und seine Frau Ulrike Spahr vom Hof Spahr sitzen mit Weggefährten zusammen, die den Landwirt schon aus Kindertagen kennen, mit denen die eigenen Kinder auch groß geworden sind.

Im Mai 1866 übernahm Hans Hinrich Spahr die Hofstelle Alte Ziegelei bei Fahrenkrug – Eine besondere Landwirtsgeschichte beginnen.

Am 19. Mai 1866 hatte Hans Hinrich Spahr die Hofstelle „Fahrenkruger Ziegelei“ vom Posthalter Christian Aurelius Kophal übernommen. Hof, Ziegelei und Kate bringen es damals auf 15 Tonnen Land. „Heute würde man sagen 7,5 Hektar“, wirft Ulrike Spahr ein. Eine tief mit der Region und dem Hof verwurzelte Familiengeschichte nimmt ihren Lauf. Akribisch sind die Eckdaten der Familienchronik zusammengetragen, sind uralte Fotos gescannt und beschriftet. Sie legen Zeugnis ab. Nicht nur über die 150 Jahre Spahrsche Historie auf der alten Ziegelei, auch über eineinhalb Jahrhunderte Landwirtschaft, die sich stetig weiterentwickelt hat, bis heute. „Christian hat da ein gutes Gespür“, sagt Ulrike Spahr über ihren Mann.

Ackerbau, Milchvieh, und Schweinemast – was Hans Hinrich und seine Frau Anna Margaretha begannen, wurde ab 1915 vom vierten Sohn Franz Adolf Spahr und dessen Frau Bertha Wilhelmine fortgeführt. So blieb es auch mit Johann Hinrich Spahr, der nächsten Generation, der mit seiner Frau Käthe 1952 den Hof übernahm.

Heute ist ihr ältester Sohn Christian Chef auf dem Hof. „Ich weiß noch wie er das erste Mal alleine Trecker fahren durfte“, weckt „Duscha“ Erinnerungen. „Da war Christian so“, zeigt der alte Herr auf einen guten Meter, „vielleicht vier oder fünf Jahre alt.“ Der angesprochene, heute ein hochgewachsener Mann, lacht. „Und weißt du noch, wie wir mit dem Trecker durch die Hecke geschossen sind, weil sich unsere Beine verheddert hatten?“ Die Männer grinsen vielsagend. Eng verwoben mit dem Hof ist auch Lebensgeschichte der Knechte und Mägde, der Helfer auf den Äckern und in den Ställen. „Meine Mutter hat hier schon gemolken“, erinnert sich Anne Untenzu und jemand anders in der Geburtstagsrunde nickt zustimmend, „Ja, Oma Wolgast“. Ein Mann radelt vorbei und winkt: Manfred Untenzu.

Mitarbeiter auf dem Hof in der dritten Generation.

Mit Karpfenzucht und ein paar Jahre auch mit Damwild, mit Tannenbäumen und schon seit vielen Jahrzehnten mit Legehennen gab es viele landwirtschaftliche Zweige, die auf dem Hof ausgeübt wurden. Viele Umbauten hat es gegeben. Etliche davon eng mit Hermann Katoll verbunden. „Unserem Baumeister“, sagt Ulrike Spahr und der Genannte nickt: „War ne’ schöne Zeit.“

Heute gehört der Hof Spahr mit seinen fast 50000 Legehennen in artgerechter Haltung zu einem der Vorzeigebetriebe in der Region, ist im ganzen Norden bekannt. Weit über 40000 Eier legen die Hühner in Boden-, Freiland- und Biohaltung hier täglich. Astrid Spahr, die fünfte Generation, legt Erdbeerkuchen nach. Es gibt frischen Kaffee. Und das erste Geschenk zum Jubiläum: einen Apfelbaum.

„Albrecht von Preußen“ heißt die alte Sorte von 1865 – und somit ist sie nur ein Jahr älter als der Hof Spahr selbst.

Großes Hoffest

Zwei Tage lang öffnet der Hof seine Pforten für alle. Denn am kommenden Wochenende will Familie Spahr ihr 150-jähriges Hofjubiläum groß feiern. Los geht es am Sonnabend, 4. Juni, um 12 Uhr (bis 23 Uhr). Am Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr wird weiter gefeiert. Ein Mittelaltermarkt wird den Bauernmarkt mit seiner Schlemmermeile ergänzen. Die Coverband „Dreist“, „Pete the Beat“

und andere gestalten ein Bühnenprogramm. Es sind Aktionen für Kinder geplant, gibt Informationen rund um Huhn und Ei sowie Betriebsbesichtigungen und eine Landmaschinenschau. Der Eintritt ist frei.

hil

Heike Hiltrop

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