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Segeberg Fest der Begegnung ließ Leid vergessen
Lokales Segeberg Fest der Begegnung ließ Leid vergessen
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22:24 28.10.2013
Erlebten einen unbeschwerten Tag und probierten sich als Musiker: Milad, Bilal, Elias und Omar (von links). Quelle: Fotos: Petra Dreu

„Wer offen ist, kann mehr erleben“: Bei keiner anderen Veranstaltung passte das Motto der zweiten Interkulturellen Woche so gut wie am Wochenende, als in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber das Fest der Begegnung gefeiert wurde. Auf Bewohner und Besucher warteten Spiel, Spaß, Essen und mitreißende Trommelrhythmen.

„Ich freue mich, dass wir so viel Zulauf bekommen“, sagte Elke Andrasch, Sozialamtsleiterin beim Kreis Segeberg. Nicht nur deutsche Familien und die Bewohner der Asylbewerberunterkunft waren gekommen, sondern auch Familien, die vor einiger Zeit selbst in dem Heim gewohnt haben, inzwischen aber in eigenen Wohnungen leben. Sie alle nutzten das Fest für einen unbeschwerten Tag im Kreise von Freunden.

Dafür hatten sich besonders die Frauen unter den 95 Asylbewerbern, die derzeit in der Sammelunterkunft wohnen, viel Arbeit gemacht. Bereits einen Tag zuvor hatten sie in der Schulküche der Gemeinschaftsschule am Seminarweg Gerichte aus ihren Heimatländern gekocht. Entsprechend vielfältig war das Angebot. „Ganz schön scharf, aber total lecker“, sagte Burkhard Beese, nachdem er eine afrikanische Foufou-Suppe aus Maniok, Yamswurzeln und Kochbananen mit Hähnchenfleisch probiert hatte. Aber auch gefüllte Weinblätter mit Reis oder Hackfleisch, Kartoffelgerichte und süße Kuchen fanden begeisterte Abnehmer.

„Meine Mutter hat auch gekocht“, verriet der zwölfjährige Omar, der vor 16 Monaten gemeinsam mit seiner Mutter, drei Schwestern und einem Bruder aus Syrien geflohen war und jetzt in Bad Segeberg wohnt. Er hörte begeistert der Trommelgruppe „Umoja“ der Kreismusikschule zu. Für deren Leiterin Evelyn Wabnitz war es schließlich ein Leichtes, bei einem Workshop für Kinder strahlende Augen und unbeschwertes Lachen auf die jungen Gesichter zu zaubern und sie das Leid vergessen zu lassen, das sie vor noch nicht allzu langer Zeit erleben mussten.

Äußerst zufrieden mit dem Fest und der derzeitigen Stimmung in der Gemeinschaftsunterkunft zeigte sich auch Silke Maaß, Leiterin der Kreis-Einrichtung. „Momentan ist es wirklich sehr ausgewogen“, bestätigte sie. Das ist bei der großen Anzahl unterschiedlicher Kulturen nicht immer selbstverständlich, vor allem jetzt nicht, wo sehr viele neue Flüchtlinge hinzugekommen sind. Auf Silke Maaß und die Asylbewerber wird noch viel zukommen, wenn die Gemeinschaftsunterkunft Mitte kommenden Jahres im Zuge notwendiger Sanierungsarbeiten für vier Monate komplett geschlossen wird.

Petra Dreu

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