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Segeberg Feuerwehren bekommen Rettungsgerät für Großtiere
Lokales Segeberg Feuerwehren bekommen Rettungsgerät für Großtiere
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15:47 29.10.2018
Die Bad Segeberger Feuerwehrleute Jan Lüthje (v.l.), Tobias Stolten und Alexander Ladwig üben den Einsatz mit dem Tierrettungssatz. Quelle: E-Mail-LN-Segeberg
Bad Segeberg

Wenn große Tiere in Not sind, müssen deren Retter oft improvisieren. Stecken Kuh oder Pferd im Schlamm oder einem Schacht fest, ist guter Rat und das richtige Gerät teuer. Bisher haben die Rettungskräfte meist Zielschläuche eingesetzt, um die mehrere Hundert Kilo schweren Tiere zu befreien. Nun verfügen die Feuerwehrleute im Kreis Segeberg über besseres Equipment.

Mit einer großzügigen Spende hat der Tierschutz in Bad Segeberg die gute Kooperation mit den Feuerwehren des Kreises Segeberg untermauert. Zwei Großtierrettungssätze im Wert von je 2000 Euro wurden an die Feuerwehren Bad Segeberg und Wahlstedt übergeben. „Die Zusammenarbeit mit dem Tierschutzbund klappt sehr gut“, sagte Bad Segebergs Gemeindewehrführer Mark Zielinski. Der Wahlstedter Feuerwehrchef Jörg Neubauer lobte ebenfalls das gemeinsame Wirken.

„Wir sind durch einen Fernsehbericht auf eine Fortbildung der Feuerwehren des Kreises Segeberg auf die Idee für die Spende gekommen“, berichtete Henrike Schwarz. Der Vorsitzenden des Tierschutzes Bad Segeberg sei bei dem Bericht der Feuerwehren in der Tierklinik Wahlstedt klar geworden, dass die Rettungskräfte nicht über das beste Equipment verfügen. „Wir haben Interesse daran, dass die Rettung gut gemacht wird und es dabei zu keinen unnötigen Verletzungen kommt“, so Henrike Schwarz. Vor allem eine Strangulation der Tiere, aber auch Knochenbrüche sollen vermieden werden. „Mit Schläuchen ist das Verletzungsrisiko wesentlich höher“, betonte Zielinski. Mit den neuen Tierrettungssätzen könne gewährleistet werden, dass der Druck beim Heben der schweren Tieren gleichmäßig und auf die richtigen Stellen verteilt wird.

Am besten und einfachsten funktioniert das Geschirr in Verbindung mit einer Drehleiter an der daran angebrachten Hebevorrichtung. Sollte ein Tier aber auf einer feuchten Wiese oder im Moor eingesunken sein, kann auch auf Landmaschinen zurückgegriffen werden. Derartige Rettungseinsätze sind keine Seltenheit. „Es hängt viel vom Wetter ab“, erklärte Zielinski. Das vergangene Jahr war derart nass, dass viele Tiere im Schlamm eingesunken waren und sich anschließend nicht selbst befreien konnten. Aber nicht nur Regenwetter kann zum Unglück führen. Die Großtiere büxen manchmal aus und landen bei ihrem Ausflug in einem Schacht oder Entwässerungsgraben. Auch bei Verkehrsunfällen kann es zu der Situation kommen, dass sich die Tiere nicht mehr aus eigener Kraft aufrichten können. Jüngst trat ein Pferd bei einem Unfall auf der B 206 in Panik durch die Bodenplatte des Anhängers und steckte mit einem Bein fest. Ein Tierarzt musste den Vierbeiner ruhig stellen, damit die Feuerwehr ohne Gefahr die Schläuche um das Pferde legen konnte. Mit dem neuen Gurtsystem bleibt das Prozedere zwar ähnlich. Das Verletzungsrisiko wird aber deutlich verringert.

Wie sinnvoll die Anschaffung der 2000 Euro teuren Geschirre ist, betonten alle Beteiligten. Gerade für Bad Segeberg und Wahlstedt sei die Investition sehr dienlich. „Wir sind eine Reiterstadt“, sagte Zielinski. Auf dem Landesturnierplatz, bei Geländeritten im Ihlwald oder bei den Karl-May-Spielen kommen viele Pferde zum Einsatz. Wahlstedt verfügt über eine Tierklinik und Reiterstallungen. „Letztes Jahr ist ein Pferd in eine Eiskuhle eingebrochen“, erinnert sich Neubauer. In der Tierklinik sei es ebenfalls schon vorgekommen, dass sich große Tiere nicht mehr selbst auf die eigenen Beine stellen können. Daher sei die Wahl, die Spenden den Wehren aus Wahlstedt und Bad Segeberg zukommen zu lassen, eine gute. Das Geschirr kann aber auch von anderen Wehren im Kreis Segeberg und dem Kreisfeuerwehrverband angefordert werden.

Die Spende hat der Tierschutz Bad Segeberg unter anderem durch den Erlös des Flohmarktverkaufes finanziert. Am Sonntag, 4. November, findet von 10 – 14 Uhr der nächste Flohmarkt auf dem Gelände des Tierschutzes Bad Segeberg (Neuland 2) statt. „Wir freuen uns auf viele Besucher“, sagte Henrike Schwarz.

Matthias Ralf

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