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Segeberg Gute Schwimmer als Retter gesucht
Lokales Segeberg Gute Schwimmer als Retter gesucht
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18:02 23.01.2019
Auch das richtige Werfen eines Rettungsrings will gelernt sein. Sven Wardin zeigt, wie es geht. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

Die Zeiten, in denen Feuerwehren nur Brände gelöscht haben, sind schon lange vorbei. Stattdessen sind die Mitglieder der Wehren wahre Tausendsassas, die den örtlichen Begebenheiten entsprechend Sachkenntnisse in vielen Bereichen haben und im Notfall schnell zur Stelle sind. Trotz der zehn Seen im Amtsbereich war Wasserrettung bislang in den Feuerwehren ein eher stiefmütterlich behandeltes Thema, dem sich die Amtsfeuerwehr nun mit einer verbesserten Ausrüstung und vor allem mit entsprechend ausgebildeten Feuerwehrleuten widmen möchte. Am kommenden Montag, 28. Januar, findet um 19.30 Uhr, im Feuerwehrhaus Klein Rönnau ein erstes Treffen einer möglichen Einsatzgruppe „Technische Hilfe Wasser“ statt.

Ein Angler sitzt auf dem Muggesfelder See in seinem Paddelboot und wartet darauf, dass ein Fisch anbeißt. Dann plötzlich greift er sich ans Herz und sackt in sich zusammen und geht dabei über Bord. Herzinfarkt. Wenn das jemand gesehen hat und dazu in der Lage ist, mit der 112 die Rettungsleitstelle zu alarmieren, hat der Angler Glück. Die Rettungsstelle wird Alarm für den Rettungsdienst, die örtliche Feuerwehr, Taucher und den Hubschrauber auslösen, der aus der Luft einen viel besseren Überblick hat und den Angler eher entdecken dürfte als die Hilfskräfte an Land. Und dann?

Dann wird es schwierig. Der Hubschrauber kann zwar relativ schnell vor Ort sein, den Angler aus dem Wasser ziehen, kann er aber alleine nicht. Bis Taucher aus Lübeck, Hamburg oder Itzehoe eintreffen, geht viel Zeit ins Land. Der Rettungsdienst – vorausgesetzt, er findet die teilweise zugewachsenen Trampelpfade zum See, hat kein Boot an Bord. Der Fahrer könnte höchstens ins Wasser springen und versuchen, den Angler lebend zu bergen. Und die Feuerwehren? Ihre Einsatzkräfte kennen sich in ihrer Gegend aus und sind in der Regel am schnellsten am Ort des Geschehens, für eine Wasserrettung sind sie allerdings eher kläglich ausgerüstet.

Nur ein Schlauchboot

Lediglich auf dem Einsatzleitwagen 25/11/02 gibt es ein Schlauchboot mit Paddeln als Wechselbeladung. Sicher ist das jedoch nicht. Gegen den Hubschrauber dürften die Einsatzkräfte im Schlauchboot kaum anpaddeln können, und einen nassen Körper aus dem Wasser ins Schlauchboot zu hieven, erfordert ebenfalls Übung, die wahrscheinlich nicht viele Feuerwehrleute haben.

Das muss sich ändern, haben sich Arne Junge, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Nehms, und Sven Wardin, Leiter der Wasserwacht beim DRK-Segeberg sowie Feuerwehrmann, Rettungsassistent und Rettungsschwimmer aus Klein Rönnau, gesagt. Beide haben ein Konzept für eine neue Einheit der Amtsfeuerwehr Trave-Land geschrieben. Mit dieser reagieren sie auf den noch nicht beschlossenen Wasserrettungsdienstgesetz-Entwurf der Landesregierung und deren Koalitionsvertrag. Ob es zur Bildung einer „TH Wasser“ kommt, ist abgesehen von der dafür benötigten Ausrüstung vor allem von einem Faktor abhängig: Gibt es überhaupt genug Einsatzkräfte, die sich dafür ausbilden lassen wollen?

Neun Seen und ein Uferstreifen

Hätten Sie gewusst, wie viele Seen zu den 27 Gemeinden des Amtes Trave-Land gehören?

Es sind neun. Die meisten Seen kann die Gemeinde Seedorf vorweisen, auf deren Gemeindegebiet der Seedorfer See, der Seekamper See und der Kembser See zu finden sind. Etwas weiter südlich folgen auf dem Gemeindegebiet von Nehms der Muggesfelder See und der Nehmser See. Noch weiter südwestlich ist dann der Blunker See auf dem Gebiet der Gemeinde Blunk und der Börnsee in Krems II zu finden. Auf dem Gebiet der Gemeinde Klein Rönnau ist der Klüthsee zu finden. Größter See im Amtsbereich ist der Wardersee, der 54 Hektar der Gemeinde Rohlstorf einnimmt, mit weitaus größeren 360 Hektar aber der Gemeinde Wensin zuzuordnen ist. Dann ist da noch der Große Segeberger See, dessen Wasser zwar genau genommen der Stadt Bad Segeberg und nicht dem Amt Trave-Land zugeordnet wird. Aber die angrenzenden Trave-Land-Gemeinden Stipsdorf und Klein Rönnau sind als Anrainergemeinden für zwei Uferstreifen zuständig. Sollte sich ein Notfall auf dem See ereignen, werden die Feuerwehren aus Stipsdorf und Klein Rönnau automatisch mitalarmiert.

„Wer Rettungsschwimmer ist und einen Bootsführerschein hat, wäre genau richtig. Wer keines von beidem hat, aber mitmachen möchte, den bilden wir aus“, sagt Sven Wardin, der zusammen mit Arne Junge und Amtswehrführer Jürgen Meynerts bei den Feuerwehren bereits kräftig die Werbetrommel gerührt hat. Die Zusage einer überaus kompetenten Mitstreiterin gibt es bereits: Anne Günther, stellvertretende Wehrführerin aus Stipsdorf und stellvertretende Betriebsleiterin des Segeberger Hallenbades. Sie unterstützt Sven Wardin bei der Ausbildung der angehenden Wasserretter. Einen Trainingstermin gibt es bereits: immer montags von 20 bis 21 Uhr im Segeberger Hallenbad.

Petra Dreu

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