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Segeberg Feuerwehrleute proben den Ernstfall
Lokales Segeberg Feuerwehrleute proben den Ernstfall
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18:24 01.07.2017
Ein Wasserreservoir ist aufgestellt worden und wird laufend befüllt. Die Wehr hat einen Wasserversorgungs-Pendelverkehr eingerichtet. Quelle: Fotos: Domann

Eine verdammt gute Vorstellungskraft ist gestern Vormittag gefragt gewesen. Denn das Szenario bei der großen Feuerwehrübung sah wie folgt aus: Seit Wochen scheint die Sonne, der Wald ist knochentrocken und der Waldbrandgefahrenindex ist auf Stufe vier. Plötzlich züngeln Flammen, Rauchschwaden steigen auf. Etwa 1000 Quadratmeter Wald brennen im Segeberger Forst. „Feuer klein“ meldet die Leitstelle Holstein gegen 9.45 Uhr an die Löschzüge 2 und 3. Die Waldbrandübung beginnt – und zwar im Dauerregen.

250 Retter übten gestern das richtige Verhalten bei einem Waldbrand – und deckten dabei auch einige Probleme auf.

Bitte beachten

Offenes Feuer im Wald ist verboten. Nicht Rauchen und keine Zigarettenreste wegwerfen! Achtung Brennglasgefahr: keine Glasabfälle liegen lassen. Nicht mit dem Fahrzeug über entzündlichem Untergrund parken, sondern nur auf ausgewiesenen Parkflächen. Brände oder Rauchentwicklungen sofort unter 112 melden.

Das „Feuer“ ist zwischen Bockhorn und Hartenholm ausgebrochen, im Bereich Süd des Brandschutzkonzeptes des Kreises Segeberg. Die Einsatzleitstelle hat sich auf dem Gelände der Aral-Tankstelle in Bockhorn eingerichtet, Kreisbrandmeister Holger Gebauer gibt eine kurze Einführung und erläutert die Übungsziele. Erfolgt die komplette Alarmierung und stimmen die Abläufe des Waldbrandkonzeptes?

Häufig sind die Waldwege so schmal, dass ein Einbahnstraßenverkehr eingerichtet werden muss, auch Wege und Zeiten zwischen Brand und Wasserbeschaffung werden oft unterschätzt. Außerdem wird überprüft, ob die Kommunikation funktioniert, speziell der Digitalfunk. Und dort gibt es tatsächlich Probleme, immer wieder bricht die Verbindung ab.

Das „Feuer“ ist in Abteilung 37/38 des Forstes ausgebrochen. Sogenannte Jagensteine markieren diese Abteilungen, doch nicht alle Steine sind gepflegt und fallen an den Wegkreuzungen nicht sofort ins Auge. Der erste Löschzug rückt an, langsam werden die Fahrzeuge rückwärts an die imaginäre Brandstelle gefahren. „Falls der Wind dreht und wir plötzlich aufbrechen müssen, ist es sinnvoller in Fluchtrichtung zu stehen“, erklärt Sönke Möller, Sprecher des Kreisfeuerverbandes. Die Wasserversorgung wird gelegt und der Befehl „Wasser marsch“ ertönt. Die ersten 5000 Liter Löschwasser fließen in den Wald. Währenddessen schätzt der Einsatzleiter vor Ort, Hans Pohlmann (FFW Heidmühlen), die Situation ein und entscheidet sich für eine Erweiterung des Brandes auf „Feuer mittel“. Die Nachalarmierung erfolgt, die Löschzüge 1, 4 und 5 werden benachrichtigt. Etwa 250 Feuerwehrleute aus 22 Wehren sind jetzt auf den Beinen und teilen sich die Aufgaben Brandbekämpfung, Wasser-, Material- und Personaltransport sowie Logistik.

Auch der Flugdienst ist benachrichtigt, doch der kann erst gegen Mittag über den Waldbrand kreisen – nachdem der Regen nachgelassen hat.

Fazit von Einsatzleiter Hans Pohlmann: „Ein Problem ist die Kommunikation gewesen, das teilweise Fehlen des öffentlichen Mobilfunknetz sowie eines stabilen Digitalfunksignals machten es schwierig, Einsatzaufträge zu übermitteln. Ein Teil der Nachrichten und Befehle konnte durch einen Kradmelder übermittelt werden.“ Er sei mit dem Verlauf zufrieden gewesen, das Engagement aller war gut.

Silvie Domann

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