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Segeberg Der große Run auf Brillen: Geschäft enorm vergrößert
Lokales Segeberg Der große Run auf Brillen: Geschäft enorm vergrößert
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19:30 16.01.2019
Grund zum Feiern: Filialleiterin Jana Herrmann mit ihrer Stellvertreterin Elena Reimer (r.) und Akustikmeisterin Tanja Wegmeyer. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Ansturm in Bad Segebergs Innenstadt erwartet: In den vergangenen Monaten sind 800 000 Euro investiert worden, um die Geschäftsfläche in der Kurhausstraße beinahe zu verdoppeln. Das Brillenfachgeschäft Fielmann wird am Donnerstag neu eröffnet. Und das nicht ohne Grund: Die Handwerker waren fast ein halbes Jahr am Werk. Das Geschäft musste übergangsweise in die Oldesloer Straße ausweichen.

Mehrere Optiker in Segebergs Innenstadt

Zweite Etage ausgebaut

Jetzt sind aus einer Etage zwei geworden. Aus 200 Quadratmetern wurden 350, davon 155 allein für den Verkauf. Wo vorher Küche, Werkstatt, Sehtest- und Akustik-Räume sowie der Pausenraum waren, ist Platz für neue Beratungstische entstanden. „Eine Veränderung war zwingend notwendig“, sagt Niederlassungsleiterin Jana Herrmann. Die Kunden hätten ihr die Bude eingerannt. Vor zwölf Jahren war sie an dem Standort mit fünf Mitarbeitern gestartet, inzwischen hat sich die Zahl vervierfacht. So gut läuft das Geschäft. „Entsprechend beengt war es für alle manchmal im Verkaufs- und Pausenraum.“

3500 Brillen zur Auswahl

Als die Zahnarztpraxis in der oberen Etage ausgezogen war, hat das Unternehmen das Angebot des Vermieters dankend angenommen, sich zu vergrößern. „Die Chance haben wir gern genutzt“, sagt sie. Die Ladenfläche wurde runderneuert. Seit August wurden neue Materialien verbaut, die Räume anders designt. Ein neuer Aufzug bringt die Kunden in die obere Etage, eine Lärmschutzdecke verbannt Störgeräusche. Oben befinden sich die neue Werkstatt, Refraktionsräume – um Kontaktlinsen anzupassen – sowie drei Akustikkabinen, in denen Hörgeräte mithilfe von Geräusch-Simulatoren angepasst werden. 3500 Brillen warten dagegen im Erdgeschoss auf ihre Träger. Wie das Unternehmen betont, gebe es in der Region keinen Wettbewerber mit einer größeren Auswahl.

Leben von der Laufkundschaft

„110 000 Menschen leben in unserem Einzugsgebiet“, sagt Jana Herrmann. Gemeint sind etwa 15 Autominuten rund um Bad Segeberg. „Man sagt, jeder Zweite trägt eine Brille. Alle drei Jahre wird in der Regel eine neue angeschafft. Das sind 18 000 Modelle pro Jahr“, rechnet sie vor. Die Hälfte davon gehe in ihrem Geschäft über den Ladentisch, ein Marktanteil von 50 Prozent also. Die tägliche Arbeit sei geprägt von einer hohen Laufkundschaft.

Vom Stigma vom Modestück

Den großen Marktanteil erklärt die Filialchefin unter anderem mit der Historie: Das erste Geschäft ist 1972 in Cuxhaven eröffnet worden. Damals war die Situation eine komplett andere, Menschen standen im weißen Kittel hinter der Theke; ähnlich einer Apotheke wurden Gestelle noch aus Schubladen geholt. Wer eine Brille trug, hatte offenkundig ein Problem. Und musste für gute Ware tief in die Tasche greifen. Der Begründer Günther Fielmann, sagt sie, habe nicht eingesehen diskriminiert zu werden, nur weil er sich die teure Brille nicht leisten konnte. Er sei der erste gewesen, der die Sehhilfen offen an der Wand präsentierte. Mit Erfolg. Der Schleswig-Holsteiner und Ehrenbürger des Landes baute ein Imperium auf. „Heute ist eine Brille kein Stigma mehr, sondern ein Mode-Accessoire“, sagt Jana Herrmann.

Kunden können sich ab Donnerstag selbst ein Bild vom neuen Geschäft machen. „Ich rechne damit, dass es brechend voll wird“, sagt die Niederlassungsleiterin – eine lange „Brillenschlange“ vor der Tür nicht ausgeschlossen. Ebenso wenig wie ein Besuch von Firmen-Vorstand Marc Fielmann. Doch das sei selbst für die Mitarbeiter stets eine Überraschung. Für den Tag sind allein 40 weitere Mitarbeiter anderer Filialen einbestellt, um der Lage Herr zu werden. Sonst arbeiten hier 21 Kollegen. Um 8.30 Uhr geht’s los. Die Band „Rattles“ soll in der Fußgängerzone für Stimmung sorgen.

Das Geschäft mit der Brille

11 direkte Wettbewerber gibt es in der Region um Bad Segeberg, darunter allein mehrere in unmittelbarer Nachbarschaft: Optiker Bode in der Kirchstraße, Kuck Mal Augenoptik am Markt sowie Eyewear und das Brillengeschäft von Milko Olschewski in der Kurhausstraße.

736 Filialen hat Fielmann in Europa: auch in Österreich, der Schweiz, Niederlande, Luxemburg, Polen, Estland, Lettland und Litauen. Die größte wird in Zürich betrieben: Dort hängen 17000 Brillen. Das Geschäft in Italien wird derzeit massiv ausgebaut. Dort seien die Verhältnisse in dem Metier wie in Deutschland vor 40 Jahren, sagt Unternehmenssprecher Tobias Ploeger. Die Nachfrage sei groß.

Irene Burow

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