Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Filterwechsel: Klärwerk kommt ans Limit

Bad Segeberg Filterwechsel: Klärwerk kommt ans Limit

Die Abwasserwerte verschlechterten sich.  Die Kosten für die Reparatur-Aktion würden rund 100 000 Euro betragen. Die Sorge um Zukunftsfähigkeit der Anlage ist groß.

Voriger Artikel
Ein Sprung in den coolen Stroh-Pool
Nächster Artikel
Einander begegnen ist beim Jahresfest Programm

Das Bad Segeberger Klärwerk reinigt die Abwässer von rund 80 000 Menschen in der gesamten Region.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg. Eigentlich hätten die sechs Lastzüge aus Norwegen, die kürzlich über die enge Straße zum Segeberger Klärwerk rumpelten, scharfe Polizeibewachung oder wenigstens Security benötigt. So wertvoll war ihre Fracht: fast 80000 Euro. Denn hier wurde nicht Sand oder Erde hingeschüttet, sondern ein spezielles, extrem teures Filtermaterial, eine Art Blähton, der unerlässlich ist zur Reinigung der Abwässer.

LN-Bild

Abwasserwerte verschlechterten sich – 100 000 Euro Sofortinvestition – Sorge um Zukunftsfähigkeit der Anlage.

Zur Bildergalerie

Dramatisch klang für die Politiker im höchsten Gremium des Mittelzentrums im Juli der Bericht aus dem Klärwerk. In den letzten Wochen seien die Ablaufwerte beim CSB, dem chemischen Sauerstoffbedarf, „sehr stark nach oben geschnellt“. In einigen Fällen seien die Überwachungswerte knapp überschritten worden. Dies sei im Hinblick auf die erhöhte Belastung der Trave, die ja das Abwasser aufnehmen muss, „nicht hinzunehmen und muss dringend geändert werden“.

Schuld an den erhöhten Werten ist das Filtermaterial bei der letzten Stufe der Abwasserbehandlung, bevor das geklärte Abwasser in den Vorfluter geleitet wird. Die Kosten für die Reparatur-Aktion würden rund 100 000 Euro betragen. Letztendlich reichte das von denPolitikern eiligst bewilligte Geld auch dazu aus, um die Filterstoffe anzuschaffen, auszutauschen und noch einige technische Verbesserungen in der Anlage vorzunehmen, berichtet Robin Arne Otten vom Zweckverband Mittelzentrum auf Nachfrage der LN.

Im Bad Segeberger Klärwerk, das für die Hinterlassenschaften von etwa 80 000 Menschen ausgelegt ist, werden nicht nur die Abwässer von Bad Segeberg, sondern auch von Wahlstedt, Schackendorf, Wittenborn, Mözen, Högersdorf, Stipsdorf, Klein- und Groß Rönnau gereinigt. „Wir mussten kein schmutziges Wasser in die Trave leiten“, beteuert Otten. Gottseidank habe das Klärwerk auch vier Filter.

Erst vor drei Jahren sei in einem Filter das Material – eine Art Blähton, der auch Träger von Mikroorganismen ist, die das Wasser von Kohlenstoff, aber auch Phosphor und Stickstoff reinigen – neu eingefüllt worden. Die Werte just in diesem Filter seien aber plötzlich extrem schlecht gewesen. Otten: „Im Laufe des Jahres ließ die Filterleistung deutlich nach, uns war klar, wir musten etwas tun.“ Die Experten standen vor einem Rätsel und fragten sich, weshalb gerade der neue Filter innerhalb kurzer Zeit so schlechte Werte hatte. Die drei anderen Filter hatten schon 17 Jahre „auf dem Buckel“.

Vielleicht lag es am Material, an den Bakterien oder am Bewuchs der Anlage: Die Mikrobiologie der Anlage funktionierte jedenfalls nicht mehr, die immens teuren Filterbrocken mussten bei der Firma in Norwegen bestellt werden. Derartige Substanzen werden auch, so erzählt Otten, zur Reinigung des Trinkwassers benutzt. „Jetzt ist in unserem Klärwerk alles wieder im grünen Bereich. Die Wasserbehörde war informiert.“

Unabhängig von der aktuell behobenen Notlage machen sich die Verantwortlichen Gedanken um die Zukunft der Kläranlage. Otten sieht, wie Kreisstadt, Wahlstedt und Umlandgemeinden wachsen. Auch die Zahl der Flüchtlinge steige. Irgendwann werde man die Anlage erweitern oder die Technik umstellen müssen, meint er. So versucht man, den Stickstoffgehalt im Abwasser künftig mit einer neuen Technik zu verbessern.

Beantragt seien Fördermittel für eine neue Technik, die es bislang in Schleswig-Holstein noch nicht gebe. Teure Sprudelbecken, die sehr energieintensiv seien, würden dann durch andere Technik ersetzt. Robin Arne Otten hofft, dass Bad Segeberg hier den Zuschlag für das Pilotprojekt bekommt. Die Kläranlage südlich von Burgfelde sei zwar für ein Anwachsen der Einwohnerzahl in den nächsten 20 Jahren gewappnet, aber gerade beim Herausfiltern des Stickstoffs sei das Klärwerk nicht für 80 000 Menschen ausgelegt.

 Wolfgang Glombik

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Daniel Günther ist offen für einen zusätzlichen Feiertag - welcher Tag sollte es werden?

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt.

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt. mehr

  • Shopping & Lifestyle
    Unser Lifestyle-Portal

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

  • Hochzeitszauber

    Alles zum Planen Ihrer Hochzeit - Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwoch... mehr

  • Events & Veranstaltungen

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Urlaub & Reisen
    Unser Reiseportal

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.