Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Finger weg von Elektroschrott
Lokales Segeberg Finger weg von Elektroschrott
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:09 07.01.2018
Quelle: LN-Archiv/Felix König

Es sind Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen, Kühl- und Gefrierschränke, Heizlüfter und Klimaanlagen. Haushaltskleingeräte wie Toaster, Kaffeemaschinen und Rührgeräte. Elektronik wie Computer, Drucker, Fernseher, DVD-Player, Laptops und Handys. Werkzeuge wie Bohrmaschinen und Rasenmäher. Und Spielgeräte wie ferngesteuerte Modellautos und Spielkonsolen aus dem Kinderzimmer, Leuchtmittel, aber auch Stecker, Ladekabel, Akkus und Batterien. Die Palette der Elektrogroß- und -kleingeräte, die in einem Jahr auf den Recyclinghöfen des WZV landen, ist groß.

 

Tabea Behrendt zeigt den verkohlten Akku ihres Bruders. Quelle: Foto: P. Dreu

Sie einfach mit dem Hausmüll zu entsorgen, verbietet sich von selbst, denn nicht nur die Kühlflüssigkeit in Kühlschränken ist umweltschädlich. In nahezu allen Elektrogeräten sind Metalle und andere Komponenten verbaut, die gefährlich für Menschen, Tiere und Umwelt werden können. Darüber hinaus aber hat das Recyceln von Elektroschrott wirtschaftliche Aspekte, denn die Preise für Metalle sind hoch und machen das Recycling aus finanziellen Gesichtspunkten attraktiv.

„Es gibt nicht viele Unternehmen, die Elektroschrott recyceln können. Die Aufgabe ist sehr anspruchsvoll und zeitintensiv, denn viele Arbeitsschritte können nur per Hand durchgeführt werden,“ weiß

WZV-Chef Jens Kretschmer, für den Elektroschrott nicht nur eine bedeutende Rohstoffquelle, sondern auch ein Schadstofflager ist. „Elektroschrott kann sehr gefährlich sein“, warnt Tabea Behrendt, die gemeinsam mit ihrem Bruder Tammo das gleichnamige Recyclingunternehmen führt, mit dem der WZV bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Wie gefährlich die ausrangierten Geräte werden können, musste ihr Bruder unlängst selbst erfahren. „Er wollte bei seinem Smartphone den Akku wechseln. Dabei hat er ihn versehentlich nur leicht gebogen und schon schossen links und rechts zwei ein Meter lange Stichflammen heraus“, erzählt die Fachfrau. Als Anschauungsobjekt zeigt sie den völlig verkohlten Akku ihres Bruders, der sich selbst in viele Einzelteile zerlegt hat.

„Das muss man sich mal vorstellen, das ist einem Fachmann passiert“, sagt Jens Kretschmer. Sein Rat: Von Elektroschrott und den darin verbauten Komponenten sollte man unbedingt die Finger lassen. Vom WZV aus werden die stets gut gefüllten Sammel-Container nach Neumünster gebracht, wo sie zunächst nach Rohstoffklassen sortiert werden. Anschließend werden sie geschreddert und die vielen kleinen Einzelteile noch einmal maschinell und per Hand sortiert. Das hört sich einfacher an als es ist, denn Fremdstoffe, wie Verpackungen oder altes Fett in Friteusen, behindern das Recycling. Tabea Behrendt: „Das macht den Sortieraufwand erheblich größer.“

Also: Fett aus Friteusen abschöpfen, CDs und andere Inhaltsstoffe entfernen und Umverpackungen in den Gelben Sack. Erst danach sollte man sich auf den Weg zu den Recyclinghöfen machen.

 pd

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige