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Fipronil: Hiesige Erzeuger sind gelassen

Bad Segeberg Fipronil: Hiesige Erzeuger sind gelassen

In Betrieben im Norden wurde das giftige Insektizid zwar nicht eingesetzt. Dennoch rechnen Eier-Produzenten aus dem Kreis mit Auswirkungen auf ihre Geschäfte.

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Hans-Peter Goldnick, Chef des Hornbrooker Hofs, ist erleichtert. Fipronil wurde weder in seinem noch in anderen Betrieben in Schleswig-Holstein eingesetzt. Für regionale Erzeugnisse kann das einen Schub geben. *FOTOS: NAM/HIL

Bad Segeberg. Fipronil, immer wieder Fipronil. Kein anderes Wort bekommen die Eier-Produzenten aus dem Kreis Segeberg derzeit so oft um die Ohren gehauen wie den Namen des Insektizids, das sich von den Niederlanden aus in Millionen Eier geschlichen haben soll und dadurch einen veritablen Lebensmittelskandal ausgelöst hat. Für die hiesigen Produzenten muss das Gift-Debakel nach deren Einschätzung aber nicht unbedingt schlecht sein.

 

LN-Bild

Hans-Peter Goldnick, Chef des Hornbrooker Hofs, ist erleichtert. Fipronil wurde weder in seinem noch in anderen Betrieben in Schleswig-Holstein eingesetzt. Für regionale Erzeugnisse kann das einen Schub geben. *FOTOS: NAM/HIL

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Ihre Kunden seien bisher jedenfalls sehr entspannt, sagt Ulrike Spahr vom gleichnamigen Geflügelhof in Fahrenkrug. „Wir konnten auch allen versichern, dass in unseren Ställen definitiv kein Fipronil zum Einsatz gekommen ist. Das haben wir uns von unserem Reinigungs-Dienstleister versichern lassen.“ Da die Eier vom Hof-Spahr lediglich bei Edeka und ansonsten auf Wochenmärkten verkauft würden, sei man auch vom Eier-Bann, den der Discounter Aldi verhängt hatte, nicht betroffen. „Wir führen zurzeit aber endlos viele Gespräche mit Verbrauchern, unsere Telefonnummer steht ja auf den Eierkartons“, sagt die Unternehmerin. Natürlich fragten alle nach dem Fipronil und ob sie die Eier bedenkenlos essen könnten. „Die Verunsicherung ist schon sehr groß.“ Auf den Wochenmärkten erlebe man deshalb gerade einen Verkaufs-Boom bei Eiern. „Es zeigt sich, dass die Menschen auf regionale Lebensmittel vertrauen“, sagt Spahr.

„Derzeit gibt es zwei gegenläufige Bewegungen. Zum einen eine verstärkte Nachfrage nach heimischen Produkten, zum anderen ein ausgeprägter Konsumverzicht einiger Verbraucher“, sagt Hans Peter Goldnick, Geschäftsführer des Hornbrooker Hofs in Nehms und Vorsitzender des Geflügelwirtschaftsverbands Schleswig-Holstein. Inwieweit sich das am Ende auf den Absatz niederschlage – positiv oder negativ –, werde sich erst in den kommenden Tagen und Wochen beurteilen lassen.

Goldnick geht für die hiesigen Produzenten derzeit aber optimistisch von einem leichten Plus aus. Denn deren Produkte seien allesamt frei von Fipronil. Das habe sich der Geflügelwirtschaftsverband von den Betrieben bestätigen lassen, und das hätten auch Kontrollen des Verbraucherschutzministeriums in Kiel ergeben. Ob der Verbraucher das am Lebensmittelregal aber tatsächlich unterscheide oder mit einem völligen Verzicht auf Eier reagiere, bleibe noch abzuwarten. Die gesetzeswidrige Beimischung von Fipronil in die Mittel für die Stallreinigung sei nicht hinzunehmen. Daran trügen die betroffenen Betriebe allerdings keine Schuld. „Sie sind Opfer krimineller Machenschaften geworden“, sagt Goldnick. Auch Ulrike Spahr räumt ein, dass ihr Betrieb vor solchen Machenschaften letztlich nicht gefeit sei. „Wenn wir eine Firma mit der Stallreinigung beauftragen, verlassen wir uns darauf, dass sie korrekt arbeitet und keine verbotenen Substanzen benutzt.“ Man könne auch nicht jeden einzelnen Inhaltsstoff nachprüfen.

Dass sich der Fipronil-Skandal dauerhaft auf das Konsumverhalten auswirken werde, glaubt Hans-Peter Goldnick indes nicht. Auch der Dioxin-Skandal, der seinen Ausgang damals in Niedersachsen genommen hatte, habe das nicht bewirkt. „Wir hatten uns danach extra eine Hühnerherde für die Produktion von Bio-Eiern angeschafft, weil die Nachfrage nach denen plötzlich boomte. Aber kurze Zeit später war der Markt auch schon wieder tot.“

Thomas von Meerheimb, Geschäftsführer von Gutshof-Ei, hält sich mit Prognosen zurzeit noch zurück. Bisher könne er Auswirkungen auf den Absatz noch nicht erkennen. Ob das auch in Zukunft so bleibt, müsse noch abgewartet werden.

Infos auf dem Landesportal unter: http://bit.ly/2vF7lNq

 Oliver Vogt

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