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Segeberg Flath-Freunde fühlen sich von Stadt und Stiftung ausgebremst
Lokales Segeberg Flath-Freunde fühlen sich von Stadt und Stiftung ausgebremst
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20:47 18.10.2017
Fühlen sich vom Bürgermeister unfair behandelt: Dr. Susanne Will-Flatau und Thomas Krüger vom Förderkreis Kulturforum. Quelle: Foto: Glombik
Bad Segeberg

Kürzlich hatte Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) in der Bad Segeberger Stadtvertretersitzung (wie berichtet) dem Förderverein vorgeworfen, dieser wolle den Verein für Jugend und Kultur (VJKA) vor die Tür setzen, habe „einen Anwalt in Stellung gebracht“ und wolle zudem der Stiftung „den Geldhahn zudrehen“. Dazu gibt es jetzt Kontra: Die Vorwürfe Schönfelds bezeichnet die zweite Vorsitzende des Vereins, Dr. Susanne Will-Flatau, als falsch.

Das sei „blanker Hohn“, das Gegenteil sei richtig, erklärte sie in einem Pressegespräch: Man habe zahlreiche Ideen entwickelt, damit die Stiftung endlich Geld in die Kasse bekomme. Jetzt sehe sich ihr Verein gezwungen, nachdem die Jüdische Gemeinde ihre Projekt-Idee der Villa zur Nutzung als Kindergarten in die Gremien eingebracht habe, selbst einen Antrag zu stellen, die Immobilie Bismarckallee 5 zu mieten, schon um den Stiftungszweck zu erhalten. Ihr Mietkonzept sehe vor, dass der „von uns geschätzte VJKA“ als Mieter im Mittelpunkt stehe. Der Förderkreis kritisiert Bürgermeister und Stiftungsvorstand Schönfeld, dass von ihm keinerlei Maßnahmen ergriffen worden seien, für die Stiftung Gelder einzunehmen. Dadurch laufe die Stiftung Gefahr, insolvent zu werden. Es sollen sich nur noch 4000 bis 7000 Euro in der Kasse befinden.

Hilfen habe der Förderverein vergeblich angeboten – unter anderem zwei Konzepte mit Vorschlägen zur finanziellen und kulturellen Aufwertung der Stiftung. Außerdem möchte der Förderverein selbst die „heruntergekommenen Sanitärräume“ in der Flath-Halle renovieren. Doch auch dieses Angebot sei von der Stadt abgelehnt worden. Zum Teil würden Angebote sogar ignoriert, wie zum Beispiel das des Förderkreises und der Uni Kiel, das Otto-Flath-Archiv für einen Werkkatalog zu sichten. Schreiben des Kunsthistorikers dazu seien von der Stadt gar nicht beantwortet worden. Unter „normalen Umständen“ müsste der Förderkreis – er soll fast 80 Mitglieder haben – hochwillkommen geheißen werden. Schon weil die Stiftung weder über Personal noch über Geldmittel verfüge und „beides nicht akquiriere“, so Susanne Will-Flatau und Thomas Krüger vom Verein. Nach der Auflösung der Stiftung wäre die Immobilie in bester Lage für die Stadt frei verkäuflich.

In diese Richtung zielt auch ein Schreiben des Anwalts von Torsten Simonsen. Der bemängelt in einem Schreiben an den Bürgermeister, dass die Stadt die Villa an den VJKA kostenfrei vermiete. Das sei „unzulässig“ und verstoße gegen Vermögeninteressen der Stiftung. „Wir sind auch der Auffassung, dass ein solches Vorgehen seitens eines Organs der Stiftung den Tatbestand der Untreue erfüllen würde.“

Klingt ungemütlich. Und Bürgermeister Schönfeld ist auch Stiftungsvorstand. Auf LN-Nachfrage erklärte Schönfeld, dass wie schon 2010 eigentlich ein Mietvertrag mit dem VJKA geschlossen werden sollte.

Bis zu 25000 Euro habe die Stadtvertretung dem Verein dafür als Zuschuss gewährt. Nach diesem Anwaltsschreiben habe die Stiftungsaufsicht den Abschluss eines Mietvertrages mit dem VJKA aber untersagt. Jetzt gebe es nur eine lose Zusammenarbeit. Die Schuld daran liegt nach Schönfelds Ansicht beim Förderverein. „Die wollen den VJKA ’rausschmeißen, um selber ’reinzugehen.“ Dabei habe ihm der Förderverein nicht einmal mitgeteilt, „ob und wie viel Miete sie bezahlen wollen“.

Von Wolfgang Glombik

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