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Fledermausstation Wittenborn: UN-Projekt gegen Artensterben

Wittenborn Fledermausstation Wittenborn: UN-Projekt gegen Artensterben

Umweltminister Robert Habeck lobt es als einmalige Einrichtung in Deutschland.

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Robert Habeck übergibt hier die Urkunden an Florian Gloza-Rausch und Landrat Jan Peter Schröder (v.l.).

Wittenborn. Die Fledermausstation auf dem früheren Übungsplatz der Bundeswehr in Wittenborn wird offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Gestern hat Umweltminister Robert Habeck den vier Beteiligten die Auszeichnung übergeben. Es sind der Bundesforstbetrieb Trave, der Kreis Segeberg, die faunistisch-ökologische Arbeitsgemeinschaft und das Fledermauszentrum Noctalis. Gemeinsam haben sie dafür gesorgt, dass ein Gebäude im Wittenborner Forst, an dem früher die Soldaten den Häuserkampf geübt haben, nun ein Fledermaushabitat ist. Und da die Tiere dort auch wissenschaftlich beobachtet werden, gilt diese Einrichtung laut Umweltministerium als bundesweit einmalig.

LN-Bild

Umweltminister Robert Habeck lobt es als einmalige Einrichtung in Deutschland.

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Als „Hotspot des Natur- und Artenschutzes“ bezeichnete Henning Bremer vom Bundesforstbetrieb Trave die Einrichtung. Die Anschubfinanzierung kam vom Kreis Segeberg, die wissenschaftliche Arbeit leisten Matthias Göttsche von der faunistisch-ökologischen Arbeitsgemeinschaft und Florian Gloza-Rausch vom Noctalis. Auf vier Etagen haben die Fledermäuse hier die Gelegenheit, ein ihnen genehmes Plätzchen zu finden. Bisher läuft der „Einzug“ der neuen Bewohner allerdings schleppend. „Das braucht Zeit“, sagt Gloza-Rausch.

„Hier sieht man, wie Konversion funktionieren kann“, meinte Landrat Jan Peter Schröder. Und Göttsche bezeichnete die Einrichtung als „Leuchtturmprojekt“. So wird es die Jury , die dem Projekt die Auszeichnung zusprach, ebenfalls gedacht haben. Mit Geld ist die Ehrung übrigens nicht verbunden. Mehr mit Ehre – jeder der vier Beteiligten bekam eine Urkunde aus Robert Habecks Händen überreicht.

Der hat sich gestern als „Fledermausschutzminister“ bezeichnet und sich in die Rolle eines Laien versetzt, der beim Spaziergang auf das Fledermausdomizil trifft, in dem alle Fenster zugemauert sind.

Der Laie würde das Haus sicher nicht als Leuchtturmprojekt einordnen, sondern es hässlich finden und sich fragen, warum man es nicht plattgemacht habe. „Aber so richtig schön sind Fledermäuse ja auch erst auf den zweiten Blick“, sagte der Minister schmunzelnd. Dafür seien sie Indikatoren für eine einigermaßen unversehrte Landschaft. „Dieser Ort ist ein Glücksgriff für den Artenschutz“, sagte er weiter. „So ein Projekt gibt es in Deutschland nicht nochmal.“ Man müsse sich immer wieder bewusst machen, „dass wir Menschen die Artenvielfalt zerstören“. Die Roten Listen würden immer länger, „weil wir nicht verträglich mit diesem Schatz umgehen“.

Was Habeck nicht behagt: Wenn es konkret werde mit der Umsetzung einer Maßnahme, die Arten schützen soll, würden die Aktiven oft belächelt. Es gehe ja nur um Vögel, Amphibien, Käfer . . . Wenn man aber sehe, was man konkret für die Artenvielfalt tun kann, dann treffe man auf Begeisterung. Sinn der UN-Dekade Biologische Vielfalt sei für ihn auch, deutlich zu machen, „wie faszinierend Artenschutz sein kann“.

Konkrete Ziele für die biologische Vielfalt

Im Anschluss an das Internationale Jahr der Biologischen Vielfalt 2010 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für Biologische Vielfalt erklärt.

Hauptziel der Dekade ist es, „dass endlich ausreichend Anstrengungen unternommen werden, damit die biologische Vielfalt unserer Welt langfristig erhalten bleibt“, schreibt die deutsche UNESCO-Kommission. Konkret sollen Ziele bis 2020 erreicht werden, zum Beispiel sollen mindestens 17 Prozent der Landfläche und zehn Prozent der Meeresfläche als Schutzgebiete ausgewiesen werden.

Hintergrund ist der kontinuierliche Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern. Gemeint ist, dass es immer weniger Tier- und Pflanzenarten gibt, etwa durch Einsatz von Pestiziden oder die Konzentration auf einige bestimmte Nutzpflanzen aus ökonomischen Gründen.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Dekade ist, das öffentliche Bewusstsein für den Wert biologischer Vielfalt zu stärken. Hierzu tragen Aktionen auf allen Ebenen der Gesellschaft bei.

Von Christian Spreer

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