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Segeberg Flinke Frischlinge und stahlharte Forstwirte im Erlebniswald
Lokales Segeberg Flinke Frischlinge und stahlharte Forstwirte im Erlebniswald
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21:58 25.04.2016
Beim Kombischnitt wird von unten und von oben ins Holz gesägt. Wichtig dabei ist, dass es keinen Versatz gibt und der Schnitt im rechten Winkel zur Stammachse ausgeführt wird. Christian Daumann aus Mecklenburg-Vorpommern war einer der 32 Teilnehmer. Quelle: Fotos: Silvie Domann

Familien nutzten dort die zahlreichen Bastelangebote, um gemeinsam und in Ruhe Dekoartikel für Haus und Garten herzustellen. Da wurden Kleiber angemalt und an einem Baumstamm befestigt, Vögel aus einem Kiefernzapfen oder Rasseln aus Astgabeln gefertigt.

Wildschweine, Eichhörnchen, Bastel- und Spielangebote sowie ein kurzes winterliches Intermezzo lockten am Wochenende rund 1500 Besucher nach Daldorf.

„Der sportliche Wettbewerb dient zur Überprüfung der Qualität.“

Alexander Voß

Weniger begehrt war der Barfußpfad, der nur von ganz Mutigen besucht wurde. Mehr Interesse herrschte beim Stand „Unser Wald echt sauber“. Waldpädagogin Kerstin Schiele hatte Kastanien und Efeublätter vorbereitet, daraus stellten Kinder einen Sud her, mit dem sie zu Hause Wäsche waschen oder Geschirr spülen können. Außerdem gab es Rezepte für ein Kastanien-Shampoo und für grüne Smoothies mit Wildkräutern wie Brennnesseln, Löwenzahnblätter oder Giersch.

Gut besucht war auch das Wildschweingehege. Geduldig warteten die Besucher auf die Erlebniswald-Mitarbeiter, die einen Eimer mit Mais dabeihatten. Kaum tauchten die auf der Lichtung auf, kamen die Wildschweine angelaufen. Einige Minuten später sausten die Frischlinge heran, stürzten sich auf die Zitzen ihrer Mütter und begannen zu saugen.

Wer sich mehr für die Arbeit von Forstwirten interessierte, hatte im Rahmen der 13. Landesmeisterschaften der Waldarbeit in Schleswig-Holstein Gelegenheit dazu. In den fünf Disziplinen Kettenwechsel, Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt, Fällen und Entasten wetteiferten 32 Teilnehmer aus Deutschland miteinander. Uwe Holl, einer der drei Hauptschiedsrichter überprüfte die Schneidewettbewerbe. So war es zum Beispiel beim Präzisionsschnitt wichtig, dass drei bis acht Zentimeter dicke Scheiben glatt gesägt wurden, ohne dabei in den Boden zu schneiden.

Ein Stück weiter beim Baumfällen wartete Alexander Voß auf seinen Einsatz. Der junge Mann ist Mitglied des Vereins Waldarbeitsmeisterschaften Schleswig-Holstein, dem Veranstalter des Wettbewerbs.

Seit 1999 gibt es den Verein im nördlichsten Bundesland, der 15 aktive und etwa 50 passive Mitglieder hat. „Die ersten deutschen Meisterschaften wurden in den 1950er Jahren am Segeberger Kalkberg ausgetragen“, erzählte Voß. Anfangs sei es ein reines Berufstreffen zur Überprüfung der Arbeitsqualität gewesen. Über die Jahre habe es sich auch zu einem sportlichen Wettbewerb entwickelt.

Von Silvie Domann

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