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Flucht hat viele Facetten

Trappenkamp Flucht hat viele Facetten

Wie junge Leute in Trappenkamp dieses Thema musikalisch und darstellerisch umgesetzt haben, war klasse.

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„Sehnsucht“: Das Musik-Tanz-Theaterprojekt befasst sich mit Gründen von Flucht.

Quelle: Fotos: Domann/hiltrop

Trappenkamp. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein Zauberer. Schwarzer Mantel und Zylinder, doch das ist er nicht, er ist der „Schwarze Mann“. Niemand hat Angst und keiner läuft vor ihm davon. Im Gegenteil, er wird eingeladen, Gast zu sein. Ebenso wie die etwa 200 Zuschauer, die das multikulturelle Musik-Tanz-Theaterprojekt „Sehnsucht — Flucht und Schokolade“ im Trappenkamper Bürgersaal am Sonnabend miterlebten.

Ein Jahr haben sich 40 Kinder und Jugendliche aus Trappenkamp und Umgebung mit dem Thema Flucht auseinandergesetzt. Angelika Hüffell (Theater), Marco De Maurice (Musik) und Silka Diux (Zumba) haben mit den Sechs- bis 16-Jährigen Theaterszenen, Tanz-Geschichten und Songs einstudiert. Fluchtpunkte sind entstanden, die nicht nur aktuelle Bilder und Aspekte von Flucht, sondern auch eigene Ängste und Flüchte daraus sowie Punkte aus der Trappenkamper Geschichte zeigen. Das Projekt „Fluchtpunkte“ ist eine Kooperation der Kreismusikschule Segeberg, des Jugendzentrums Trappenkamp und des Turnvereins Trappenkamp und wurde vom Verband der Musikschulen aus den Mitteln des Fonds „Kultur macht stark“ gefördert. Weitere Fördermittel bis Juli 2017 sind zugesagt.

Die Gründe von Flucht sind vielfältig. Angst steht dabei im Vordergrund; Angst vor Terror, Verfolgung, Umweltkatastrophen, Krankheit, Strafe, Langeweile oder das eigene Leben nicht auf die Reihe zu bekommen und den Ansprüchen anderer nicht zu genügen. Viele dieser Aspekte haben die Kinder und Jugendliche umgesetzt. Da ist zum Beispiel die beeindruckende Szene einer Schiffsüberfahrt. Nebel ist aufgezogen, in Decken gehüllt stehen die Darsteller in einer Art Nussschale, staken mit Stecken durchs Meer, teilen sich das letzte Wasser aus der Flasche. Eine andere Szene zeigt die Flucht zweier jüdischer Mädchen, die versuchen, noch rechtzeitig nach Holland zu kommen. Auch auf die Trappenkamper Geschichte wird eingegangen. Viele Vertriebene haben nach dem Zweiten Weltkrieg ein Zuhause in Trappenkamp gefunden. Doch auch die Flucht in Drogen wird thematisiert.

Die Musikgruppe singt Lieder, die von der Flucht vor Langweile, der Enge des Daseins oder dem eigenen Versagen handeln. Sie bauen Häuser aus Glas, fliegen mit einsamen Engeln, gehen durch die Enge der Straßen und hoffen auf das Irgendwie, Irgendwo und Irgendwann.

Die Zumba-Mädchen zeigen eine Traumreise. Drei Schwestern tanzen für ihr Leben gern, vergessen darüber den Alltag. Sie träumen sich nach Indien, Afrika, Spanien, Kolumbien, Argentinien und in die Dominikanische Republik und tanzen. Doch sie erkennen, dass es überall Sorgen und Probleme gibt. Mal gibt es nichts zu essen, mal sind es Hitze, der Polizeistaat oder ein Erdbeben, die die Menschen zur Flucht veranlassen.

HILFE IM ADVENT
Liebe Leserinnen und Leser,


mit der Aktion „Hilfe im Advent“ unterstützen die Lübecker Nachrichten und ihr Partner, die Sparkasse Südholstein, in diesem Jahr den Verein „alleineinboot“. Das Geld kommt verschiedenen Projekten zugute, die den Flüchtlingen in und um Bad Segeberg die Integration in ihrer neuen Heimat erleichtern sollen. Dazu gehören Ausflüge, die Schülerpaten mit Flüchtlingskindern unternehmen, interkulturelle Treffpunktarbeit zum Beispiel in der „Misch- Bar“ oder Sportangebote. Auch ehrenamtliche Sprachkurse organisiert „alleineinboot“. Bitte helfen Sie mit und spenden für „Hilfe im Advent“ auf folgendes Konto:


Verein alleineinboot e. V.

Spende Hilfe im Advent
IBAN DE47 2305 1030 0510 5204 30
Sparkasse Südholstein


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Silvie Domann

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