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Flüchtlinge in Boostedt: Einzug womöglich noch später

Neumünster/Boostedt Flüchtlinge in Boostedt: Einzug womöglich noch später

Frühestens im März können die ersten Asylbewerber in die Rantzau-Kaserne ziehen. Dass bis dahin aber die Betreuung steht, hält das DRK für „kaum realistisch“.

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In Neumünster betreut das DRK seit 1992 Flüchtlinge. Dazu gehört auch die Verpflegung. Birgit Früchtenicht leitet die Küche.

Quelle: Fotos: nam (2)/pd

Neumünster. Der Zeitplan wird eng. Der 1. Januar als Einzugstermin für Flüchtlinge in die Boostedter Rantzau-Kaserne wurde bereits um drei Monate verschoben. Doch ob die vier Blöcke im März tatsächlich bezugsfertig sind, daran bestehen Zweifel. Wie berichtet, sollen hier bis zu 500 Plätze als Erweiterung der Erstaufnahmestation Neumünster entstehen. Doch für die Betreuung der Asylbewerber ist qualifiziertes Personal notwendig. Das zu finden, braucht Zeit. Bisher ist aber nicht einmal klar, wer diese Aufgabe übernehmen soll. Das DRK Neumünster hat angekündigt, sich zu bewerben. Seit über 20 Jahren betreut es die Landesunterkunft in Neumünster.

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„Der Termin ist absolut sportlich.“ Sven Lorenz, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Neumünster, hält den 1. März für kaum realistisch, zumal eine Entscheidung noch nicht absehbar sei. „Aber, wenn es einer schaffen kann, dann wir.“ Das Konzept steht. Seit 1992 betreut das DRK die Flüchtlinge in der Einrichtung Neumünster. So lange ist auch Leiterin Petra Markowski-Bachmann dabei. Drei Bereiche verantwortet das DRK mit 30 Mitarbeitern: die medizinische Betreuung, die Verpflegung und die Unterbringung mit Beratungs- und Freizeitangeboten.

Derzeit werde um eine Aufstockung des Personals verhandelt, so Markowski-Bachmann. Denn die Flüchtlingszahlen steigen stetig. Wurden 2013 noch 3652 Menschen in der Einrichtung betreut, sind es dieses Jahr über 7000. Die Aufenthaltsdauer liegt bei nur noch zehn bis 14 Tagen. Vorgesehen sind eigentlich sechs Wochen. Das macht eine umfassende Betreuung unmöglich. Um effizienter zu arbeiten, werden vermehrt Gruppenberatungen angeboten, nicht mehr einzeln. Damit die Flüchtlinge zumindest ein paar Sprachkenntnisse erhalten, bevor sie auf andere Orte verteilt werden, fängt täglich ein neuer Sprachkursus an, so Markowski-Bachmann.

Doch ihr Fokus liege nicht auf den Problemen. „Die Flüchtlinge kommen zu uns und vertrauen uns ihre Sicherheit an. Das ist eine Wertschätzung.“ Auch die Betreuung in Boostedt werde man gewährleisten, sollte das DRK den Zuschlag erhalten. Da stehe man bei den Bürgern im Wort, betont sie.

Unterdessen sind die Boostedter unzufrieden über die Informationspolitik des Landes. Darüber, dass die Flüchtlinge frühestens im März in die Kaserne einziehen, sei der Bürgermeister viel zu spät informiert worden, bemängelt Marina Weber, zweite stellvertretende Bürgermeisterin (Freie Wählergemeinschaft Boostedt). „Ich möchte Neuigkeiten nicht aus der Presse erfahren.“ Da spreche sie für die Gemeinde. Um „mehr Druck“ auf das Land auszuüben, habe sie sich gemeinsam mit Bürgermeister Helmut König (CDU) und weiteren Gemeindevertretern mit Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag, und MdL Dr. Ekkehard Klug in Boostedt getroffen. Von ihnen erhoffen sich die Boostedter Hilfe beim Themenkomplex Rantzau-Kaserne. So sei das Angebot der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) für die Sportflächen auf dem Gelände absolut überhöht, so Weber. Eine Sporthalle gehe bereits mit der Abgrenzung der Flüchtlingsunterkunft verloren. Auch der Fördertopf für das Konversionsmanagement soll 2015 auslaufen. Weber: „Man kann uns nicht erst vor vollendete Tatsachen mit der Schließung stellen und dann erwarten, dass wir das Konversionsmanagement allein bezahlen.“

Nadine Materne

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