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Frauen im Job — nur da ist der Kreis landesweit an der Spitze

Bad Segeberg/Ostkreis Frauen im Job — nur da ist der Kreis landesweit an der Spitze

Entwicklungsgesellschaft WKS legt erstmals dicken Bericht vor und hat eine neue Leitung.

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Professor Dr. Rüdiger Soltwedel.

Quelle: Fotos:ark

Bad Segeberg. Im Kreis Segeberg arbeiten rund 82000 Menschen in 16000 Unternehmen. Bis 2025 werde der Kreis noch wachsen, nicht aber im Bereich des Mittelzentrums Bad Segeberg-Wahlstedt, wo die Einwohnerzahlen ab 2020 rückläufig sein dürften. Es gibt aus wirtschaftlicher Sicht so manches Positive im Kreis — landesweit Spitze ist Segeberg aber allein bei der Quote von im Beruf stehenden Frauen, die mit 57,4 Prozent fünf Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt liegt.

Dies alles und ein ganzer Strauß ungeschminkter Fakten mehr steht im „Wirtschaftsbericht 2016“, dem ersten ausführlichen Bericht, den die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises (WKS) gestern vorlegte. Zugleich stellten WKS-Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Jorkisch und Beiratssprecher Professor Dr. Rüdiger Soltwedel Maike Moser vor, die Nachfolgerin von Geschäftsführer Ulrich Graumann (siehe Info-Text). Ob die Kreis-Angestellte Moser sich auch für die ständige Geschäftsführung der WKS bewerben will, steht noch dahin. Der Aufsichtsrat werde sich im März entscheiden, ob und wie die Stelle ausgeschrieben werde, erklärte gestern Jorkisch.

Die nur vier Mitarbeiter der WKS (plus drei in der Beratungsstelle Frau und Beruf, nach Vollzeit-Stellen aber nur 5,35 insgesamt) haben sich allergrößte Mühe gegeben, eine Vielzahl aktueller Daten zum Wirtschaftsleben im Kreis Segeberg zusammenzutragen. Der scheidende Geschäftsführer Ulrich Graumann erklärte gestern als ein Fazit des 32 Seiten starken Berichtes: „Der Kreis hat in vielen Kategorien zwar sehr gute Positionen, aber nimmt selten die Spitzenstellung in Schleswig-Holstein ein.“ Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Wettbewerbs, etwa bei der Unternehmensansiedlung, sei auch in Zukunft eine stark aufgestellte eigene Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises nötig, „um den Kreis Segeberg nicht nur in der ,ersten Reihe‘ zu halten, sondern seine Position weiter zu verbessern“, forderte Graumann ein.

Für diese Kontinuität stehe auch seine Nachfolgerin, die Impulse für eine bessere Entwicklung des Ostkreises als eines ihrer ersten Nahziele nannte. Der Aufsichtsrat, so Bernd Jorkisch, werde sich im März auch über die weitere strategische Ausrichtung der WKS unterhalten — auch über die heikle Frage, ob die WKS (und damit der politische Kreis) nicht wie andere Wirtschaftsentwicklungsgesellschaften auch, das Vorhalten und Vermarkten von Gewerbegrundstücken selbst in die Hand nehmen sollte. Als Beispiel nannte Graumann, dass im „Nordgate“ an der A 7 pro Jahr 14 bis 17 Hektar neuer Gewerbeflächen gefragt seien — mit allen Folgen ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor.

In einem weiteren Punkt geht der Kreis voran: Gestützt durch die WKS wird Anne Bennet-Sturies, Abteilungsleiterin der Landesforsten, ab März Natur- und Landschaftsführer zertifizieren. Davon verspreche man sich eine Ausweitung des mit 730000 Übernachtungen pro Jahr ohnehin starken Tourismus im Kreis Segeberg.

Juristin mit Schwerpunkt Wirtschaft
Maike Moser (43) ist die kommissarische Nachfolgerin von WKS-Geschäftsführer Ulrich Graumann, der nach intensiven Aufbaujahren der Wirtschaftsförderungsgesellschaft „nun erstmal gründlich Urlaub“ machen möchte. Maike Moser leitet die KSB Verwaltungsgesellschaft des Kreises, bekommt vom Kreis aber ausreichend Freiraum für die WKS-Leitung. Die Juristin hat sich schon während des Studiums auf Wirtschaft spezialisiert und war unter anderem für die Wirtschaftsförderung im Main-Taunus-Kreis zuständig. ark
„Grundstückshandel ja oder nein, das ist auch eine Frage.“
Bernd Jorkisch
Professor Soltwedel fordert ein „Eastgate“ ein
Analog zum Wirtschaftsbündnis „Nordgate“ — zu dem sich vor Jahren die A7-Kommunen Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen, Bad Bramstedt und Neumünster zusammengeschlossen haben — fordert Professor Dr. Rüdiger Soltwedel ein „Eastgate“ für den Nordosten des Kreises Segeberg.
Auch „Nordgate“ hätten manche bei der Gründung belächelt — inzwischen seien die A 7-Kommunen aber zur zweitgrößten Wirtschaftsregion des Landes nach Kiel herangewachsen. Ähnlich ideale Voraussetzungen habe der Osten des Kreises nicht aufzuweisen, ist Soltwedel klar: „Spätestens aber, wenn das Autobahnkreuz A 21/A 20 fertig ist, schlummern hier wirtschaftlich gewaltige Potentiale“, sagt der Wissenschaftler vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Soltwedel ist bis ins Detail mit der Region vertraut: Er schuf nicht nur 2006 die akribische Studie über den Ostkreis, er ist auch seit langem Trappenkamper. Zehn Jahre nach seiner eigenen Studie wäre es an der Zeit, dass der Kreis Segeberg sich eine neue Untersuchung leistet, meint der Wirtschaftsexperte.
Mit der ehrenamtlichen Denkfabrik „Bündnis für Wirtschaft im Kreis Segeberg“, komme man jedenfalls gut voran: „Erst waren wir fünf, jetzt sind es 15 bis 16 Personen“, sagt Soltwedel als Sprecher des Bündnisses. „Die Flutwelle muss für uns nicht Bedrohung, sondern Chance sein“, sagt er zur aktuellen Flüchtlingsdiskussion. Eine der Ideen des Bündnisses: Flüchtlinge arbeiten für Flüchtlinge — etwa in Fahrradwerkstätten oder Nähläden, die direkt in Nähe der Auffang-Unterkünfte stehen. Mit der Handwerkskammer sei man wegen qualifizierter Ausbilder schon im Gespräch. ark

Lothar Hermann Kullack

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