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Segeberg Fredesdorf erinnert an den Künstler Christian Rohlfs
Lokales Segeberg Fredesdorf erinnert an den Künstler Christian Rohlfs
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20:25 23.11.2015
Die Enthüllung: Fredesdorfs Bürgermeister Klaus-Peter Waldheuer (v. l.), Steimetz Dietmar Schaz und Rohlfs Urgroßneffe Udo Rohlfs. Quelle: hil
Fredesdorf

Der Maler und Grafiker Christian Rohlfs (1849 bis 1938) ist wohl der berühmteste Sohn Groß Niendorfs. Doch im benachbarten Fredesdorf erinnern ebenfalls viele Spuren an den bedeutenden deutschen Künstler des Expressionismus. Und darum ehrt auch diese Gemeinde den Maler. Immerhin verbrachte er hier seine Jugend. Hier steht der Apfelbaum, von dem er 1864 fiel und sich dabei so schwer verletzte, dass er zwei Jahre lang krank war. So kam er zu dem Arzt Ernst Stolle, einem Schwager von Theodor Storm. Der entdeckte das Zeichentalent des Jungen, nachdem er ihm für die Kurzweil Stift und Papier gegeben hatte, und förderte ihn. Der künstlerische Grundstein war gelegt.

Der Apfelbaum steht übrigens noch immer. Im Garten an der nach dem Künstler benannten Christian-Rohlfs-Straße Nummer 5. Im vergangenen Jahr ließ die Eon einen in der Gemeinde stehenden Stromkasten zur Erinnerung an ihn bemalen. Seit dem Wochenende gibt es zudem einen Gedenkstein. Auf dem Dorfplatz erinnert der eineinhalb Tonnen schwere Findling, den der Steinmetz Dietmar Schaz nach einem Motiv des Malers gestaltet hat, an Rohlfs. Ein signierter Holzschnitt aus den 1920er Jahren, der eine stilisierte Tulpe darstellt, war Vorbild. Zudem ziert eine Inschrift den Brocken, damit jeder, der ihn betrachtet, weiß, worum es geht. Gleich mehrere Sponsoren haben sich eingebracht, so dass der Gemeinde keine Kosten entstanden sind. Das hob Bürgermeister Klaus-Peter Waldheuer vor rund 20 Dorfbewohnern hervor, darunter auch sein Stellvertreter und Urgroßneffe des Malers, Udo Rohlfs. Unter anderem gab der Heimatverein Kreis Segeberg einen Obolus dazu. „Die Erinnerungskultur auf den Dörfern hat sich geändert. Ereignisse von Bedeutung blieben lange im Gedächtnis der Bewohner. Das ist in unserer global orientierten Welt anders geworden“, so der Vereinsvorsitzender Ernst Steenbuck.

Eine Chronik, ein Archiv oder ein Gedenkstein könne die Erinnerung wachhalten, betonte er in einer Ansprache.

Lebensstationen
Christian Rohlfs kommt am 22. Dezember 1849 in Groß Niendorf zur Welt, verbringt seine Kindheit in Fredesdorf. Er geht zunächst zu Ludwig Pietsch nach Berlin, studiert später in Weimar. 1901 zieht er ins westfälische Hagen. 1902 wird ihm der Professorentitel verliehen. Er avanciert zu einem wichtigen Künstler des Expressionismus, ist eng mit Emil Nolde befreundet.
Den ersten Weltkrieg verarbeitet er in Bildern und Holzschnitten mit religiösem Schwerpunkt. 1937 erklären die Nazis seine Werke zur entarteten Kunst. Ausstellungsverbot und Ausschluss aus der Preußischen Akademie der Künste folgen. Christian Rohlfs stirbt am 8. Januar 1938 in seinem Atelier in Hagen. hil

Heike Hiltrop

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