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Segeberg Freie Fahrt auf der Kaiser-Lothar-Allee
Lokales Segeberg Freie Fahrt auf der Kaiser-Lothar-Allee
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20:40 28.05.2018
Jasmin Grothe von der Tiefbaufirma, Bürgermeister Dieter Schönfeld, Robin Arne Otten vom Bauamt und Planer Stephan Gosch (v.l.) beim Schneiden.
Bad Segeberg

Die großen Scheren sind messingfarben, das Band ist blauweißrot im Schleswig-Holstein-Outfit und das Wetter fürwahr kaiserlich. Gestern Mittag wurden Bad Segebergs Kaiser-Lothar-Allee feierlich eröffnet. Bürgermeister Dieter Schönfeld, Juniorchefin Jasmin Grothe von der Tiefbaufirma Grothe, Robin Arne Otten vom Bauamt und Planer Stephan Gosch durchschnitten auf Kommando synchron das Schleswig-Holstein-Band. Noch ist diese Straße ein Geheimtipp, aber einige Minuten nach der Zeremonie rollte noch etwas zögernd ein Lastwagen mit Gerüstteilen auf den jungfräulichen Asphalt. Die Empfangsgesellschaft konnte gleich helfen, als die Bauleute nach einer Adresse an der Kaiser-Lothar-Allee fragten.

So ganz sang- und klanglos wollte die Stadt Bad Segeberg nun doch nicht ihre Kaiser-Lothar-Allee von Stein-Barrikaden befreien und dem öffentlichen Verkehr zur Verfügung stellen. Montag war Einweihung der neuen Verbindungsstrecke zwischen Wacholder- und Burgfeldstraße.

Ansonsten lobte Bürgermeister Schönfeld wiederholt die „himmlische Ruhe“ an der Straße, die dem Baumeister der „Siegesburg“ gewidmet ist. „Wer Ruhe sucht und optimale Straßenanbindung ist hier gut aufgehoben.“ Schon längst haben radelnde Schüler diesen Schleichweg für sich als sicheren Weg zur Schule am Burgfeld oder zur Franz-Claudius-Schule entdeckt. Mit Hilfe der Allee soll aber vor allem das große Gewerbegebiet Burgfelde erschlossen werden. Rund 6,7 Millionen Euro steckte die Stadt in die Erschließung des Bebauungsplan-Gebietes. Mit anschließenden Wohnstraßen seien hier in vier Jahren 2,27 Kilometer Straße entstanden, schätzt Robin Arne Otten vom städtischen Bauamt. Das alles sei im vorgegebenen Kostenrahmen geblieben, lobte Schönfeld alle beteiligten Planer und Firmen.

Einen Monat sei man dem vereinbarten Bauzeitenplan voraus, die Vermarktung der Gewerbeflächen laufe gut. Rund ein Drittel der Grundstücke sei verkauft, ein Drittel für Kaufwillige reserviert. „Es sind noch genügend Flächen für Betriebe da, um die Entwicklung der Stadt voranzubringen“, warb Schönfeld.

Bedenken, dass hier bald lauter Verkehr das kleine Wohngebiet an der Allee aufschrecken könnte, wies Schönfeld zurück. Tatsächlich hörte man gestern nur Vogelgezwitscher. Viel lauter wäre es nach seiner Ansicht geworden, wenn man an den ursprünglichen Plänen festgehalten hätte, in Burgfelde ein riesiges Einfamilienhausgebiet zu verwirklichen. 2005, als der etwa 100 Meter lange Zipfel der Kaiser-Lothar-Allee von der Burgfeldstraße aus gebaut wurde, hatte man das noch vorgehabt. Bis 2014 passierte nichts. Inzwischen war klar geworden, dass die geplante A 20 lauter als erwartet werden würde und hatte umgedacht. Die Wohnbaupläne wurden abgebrochen und stattdessen wurde auf Gewerbeflächen gesetzt, die hier ohnehin rar waren. „Das war die richtigen Entscheidung gewesen, es umzuwidmen“, sagt Schönfeld.

Weißer „Platzhirsch“ im Gewerbegebiet ist die weiße, weithin sichtbare, noch in Bau befindliche Halle vom Baustoffzentrum Hass+Hatje auf einer Fläche von gut 25 000 Quadratmetern. Die Firma müsse noch entlang dem Nelkenweg eine Mauer bauen, damit die Fledermäuse im Dunkelkorridor fliegen und nicht gestört werden. Um alles noch fledermausfreundlicher zu gestalten, müsste man den geplanten hohen Werbesäulen-Pylon mit Rotlicht bestrahlen, aber das wäre „das falsche Signal“ für Kunden, schmunzelte Schönfeld. Jetzt sei eine Beleuchtung geplant, die mit den Fledermausaktivitäten zeitlich koordiniert werde.

Von Wolfgang Glombik

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