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Freies Parken als Unterstützung für das Ehrenamt?

Bad Segeberg Freies Parken als Unterstützung für das Ehrenamt?

Verbände würden solche Regelung begrüßen – Verwaltung und Politik skeptisch.

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„Es handelt sich dabei auch um eine Anerkennung der Stadt gegenüber dem Ehrenamt.Hans-Joachim Wild, Vorsitzender Segeberger Tafel

Bad Segeberg. Frei-Park-Tickets für Ehrenamtler, die in der Stadt arbeiten? Wäre der Flensburger Vorstoß auch ein Modell für Bad Segeberg? Vereine und Verbände würden das jedenfalls sehr begrüßen.

„Grundsätzlich ist alles zu befürworten, was die öffentliche Hand unternimmt, um das Ehrenamt zu unterstützen“, sagt zum Beispiel Stefan Gerke, Vorsitzender des Segeberger Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Konkret bestehe für das DRK vor allem Bedarf für die Sozial- und Pflegestation in der Fußgängerzone Hamburger Straße. Nicht alle Ehrenamtler seien gut zu Fuß und müssten deshalb mit dem Auto kommen. Nur fehle es in der Innenstadt an kostenlosem Parkraum. Eine solche Vergünstigung hätte für Hans-Joachim Wild, Vorsitzender des Vereins Segeberger Tafel, „im Gegensatz zu anderen Dingen zwar nicht unbedingt Priorität“, wie er sagt. „Aber es würde auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicher das Leben erleichtern.“ Überdies handele es sich bei einer solchen Maßnahme auch um eine Anerkennung der Stadt gegenüber dem Ehrenamt.

Letztlich wäre das eine politische Entscheidung, ob die Stadt so etwas machen wolle oder nicht, sagt Hartmut Gieske, Leiter der städtischen Ordnungsbehörde. Dann müsse aber auch die Frage geklärt werden, welche Art von ehrenamtlich Tätigen in den Genuss eines solchen Parkausweises kommen solle. „Hätten dann zum Beispiel auch die Stadtvertreter ein Anrecht darauf, die ja nachweislich in der Innenstadt tätig sind?“

Was die Stadt Flensburg mache, sei im Übrigen nicht so neu, betont der Sachgebietsleiter. Bad Segeberg habe zum Beispiel Parkausweise am Speicher Lüken für Personen bereitgestellt, die die Stadt bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstützt haben. Das betreffe aber weniger als zehn Personen und sei in erster Linie wegen der Dringlichkeit der Lage passiert. Es bedeute keine Gewichtung von Ehrenamt, betont Gieske. Eine solche Regelung für Menschen, die – wie in der Flüchtlingsbetreuung – oft in der Stadt zu tun haben, ergibt für Joachim Wilken-Kebeck, Chef der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung, auch absolut Sinn. „Und man kann darüber nachdenken, ob es nicht auch auf andere ehrenamtliche Tätigkeiten, bei denen es Bedarf gibt, erweitert werden kann“, sagt er. Für Stadtvertreter findet Wilken-Kebeck das aber nicht angemessen, „das würde ich auch nicht in Anspruch nehmen“.

CDU-Fraktionschef Norbert Reher steht der Idee ablehnend gegenüber. „Bei wem fängt man da an, und wo hört man auf“, fragt er. Wenn die Stadtverwaltung so etwas für ehrenamtlich Tätige mache, die ihr zuarbeiten, sei das wohl in Ordnung. Aber bei ehrenamtlichen Politikern beispielsweise würde das ein Geschmäckle haben. Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass es auch Arbeitnehmer gebe, die sich trotz geringen Einkommens jeden Tag ein Parkticket ziehen müssten. Auch unter diesem Gesichtspunkt wäre eine Debatte schwierig.

Und andernorts? Anlässlich des 150-jährigen Bestehens ihrer Feuerwehr hat Ratzeburg „Rote Karten“ ausgeben, mit denen Feuerwehrangehörige frei parken dürfen. Auch in Scharbeutz können Feuerwehrleute und andere Ehrenamtliche einen Parkausweis bei der Gemeinde beantragen.

Oliver Vogt

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