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Segeberg Friedliche Antifa-Demo: Saures für Nazis
Lokales Segeberg Friedliche Antifa-Demo: Saures für Nazis
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20:42 01.11.2017
Demonstrant mit Maskierung auf dem Hinterkopf – dagegen war nichts einzuwenden.
Bad Segeberg

Wenn in den Medien Antifa-Demos thematisiert werden, dann sieht so mancher vor seinem geistigen Auge die Ausschreitungen während des G-20-Gipfels in Hamburg. Oder, wie andernorts, mit Brettern vernagelte Schaufenster und um ihr Hab und Gut besorgte Anwohner. Alles das traf am Dienstagabend in Bad Segeberg nicht zu. Auch als später doch zwei Vermummte in der Gruppe aus gut 120 Demonstranten Nebelkerzen zündeten, zeigte sich die Polizei, die mit 14 Kräften vor Ort war, wachsam, aber gelassen.

Ein um Gesichtsbemalung gelockertes Vermummungsverbot und mehr als doppelt so viele Demonstranten als gedacht bei einem friedlichen Drei-Kilometer-Marsch durch die Stadt: Das war die von der Antifa initiierte Demo gegen Rechts am Reformationstag.

Der Einbruch bei einem syrischen Flüchtling Anfang Oktober, bei dem die Täter Hakenkreuz- und AfD-Schmierereien hinterlassen hatten, hatte die linke Szene Segebergs motiviert, in der Kreisstadt gegen rechte Gesinnung auf die Straße zu gehen. Dass dem Aufruf über die sozialen Netzwerke jedoch so viele, meist junge Leute zwischen 17 und Mitte 30 folgen würden, damit hatten weder Polizei noch die Veranstalter der Antifa Bad Segeberg gerechnet.

„Saures für Nazis“ hieß es also in Abwandlung an den Halloween-Spruch, mit dem sonst Kinder von Tür zu Tür ziehen. „Refugees are welcome“, „Nazis morden, der Staat schiebt ab: Das ist das gleiche Rassistenpack“ und andere markige Sprüche skandierend, zogen die Demonstranten gegen 19 Uhr mit ihren Transparenten und Musik von der Rosenstraße über die Theodor-Storm- und die Hamburger Straße.

Vorbei an der Landratsvilla ging es schließlich in der Dunkelheit durch den Seminarweg zum Zob. Von Balkonen und Fenstern aus beobachteten Anlieger das Geschehen. „Wenn nichts weiter passiert, ist das doch in Ordnung“, kommentierte eine Anwohnerin die Demo, deren Teilnehmer aus Lübeck, Kiel, Neumünster und der Umgebung kamen. Gewerkschaftsmitglieder waren unter ihnen sowie Mitglieder der Grünen Jugend Segeberg.

„Es war eine ruhige Veranstaltung. Die Demonstranten zeigten sich sehr kooperativ“, fasste Polizei-Einsatzleiter Klaus Tiemann gegen 20.30 Uhr zusammen, als die meisten Demonstranten schon die Heimreise via Zug angetreten hatten.

Damit das rechtzeitig klappte, hatten Ordnungshüter und Demo-Organisatoren gemeinsam die Strecke von ursprünglich über fünf Kilometern auf knapp drei reduziert. Auch das Vermummungsverbot war im Vorwege in einem Kooperationsgespräch gelockert worden: Gesichtsbemalung ja, aber keine Maskierung. So musste sich lediglich ein weißes Bettlaken-Gespenst demaskieren.

hil

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