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Friseurhandwerk in Sorge: Zu viele Azubis brechen ab

Bad Segeberg Friseurhandwerk in Sorge: Zu viele Azubis brechen ab

Nur 21 Gesellinnen aus Bad Segeberg, Norderstedt und Neumünster konnten am Sonntag im Ihlsee-Restaurant freigesprochen werden – 2011 waren es noch doppelt so viele.

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Bad Segeberg. Die Berufsausbildung geschafft zu haben, ist immer ein besonderes Ereignis. Entsprechend aufgeregt waren die 21 Friseur-Gesellinnen aus den Prüfungsausschüssen Bad Segeberg, Norderstedt und Neumünster, die am Sonntag im Ihlsee-Restaurant freigesprochen wurden. Während sie das Styling ihrer Haare kontrollierten, gruben sich die Sorgenfalten ein bisschen tiefer in die Stirn von Monika Engling, Obermeisterin der Friseur-Innung Mittelholstein.

„In diesem Jahr hat es sich zum ersten Mal sehr deutlich gezeigt, dass die Ausbildungszahlen im Handwerk zurückgegangen sind. Die Klassen waren noch nie so klein wie diesmal“, bedauert die Friseurmeisterin, die in der Bad Segeberger Kurhausstraße den Salon „Friseur Creativ" betreibt. Nur sechs Gesellinnen konnte sie aus dem Prüfungsausschuss Bad Segeberg freisprechen. Sieben junge Frauen waren es im Prüfungsausschuss Norderstedt, elf weitere in Neumünster. Drei hatten die Prüfung nicht bestanden.

Die Zahlen sind für sie und ihre Kollegen erschreckend. Waren es 2011 noch 41 Gesellinnen in den Bezirken Bad Segeberg, Norderstedt und Neumünster, reduzierte sich die Zahl Jahr für Jahr. 2015 waren es noch 30 junge Frauen, die ihre Ausbildung beendet hatten, dieses Jahr markiert mit 21 den absoluten Tiefpunkt. Auf die schwindenden Ausbildungszahlen hat auch die Berufschule reagiert. Die jetzt freigesprochenen Friseurinnen wurden bereits Jahrgangsübergreifend unterrichtet. Auch bei den Frauen, für die im September das dritte Lehrjahr beginnt, wird es nicht anders sein. Die Abbrecherquote ist weiterhin hoch.

Cinja Storm (17) hat ihre Ausbildung bei Monika Engling im September 2014 begonnen. 14 junge Frauen waren es damals in der Bad Segeberger Klasse. Heute sind nur noch fünf Auszubildende dabei. „Das aber auch nur, weil eine Auszubildende erst jetzt hinzugekommen ist. Von der Anfangsklasse haben zehn Schülerinnen aufgehört“, erzählt die junge Frau, für die jetzt das dritte Lehrjahr begonnen hat.

Die Gründe für die Zahl der Abbrecher sind vielfältig. Eine Mitschülerin von Cinja Storm ist schwanger geworden, mehreren waren die Fächer Mathematik und Chemie zu schwer. Andere hätten den Beruf unterschätzt, glaubt die junge Frau, die sich vor ihrer Ausbildung in einem Praktikum genau über ihr Handwerk informiert hatte.

„Es ist schwer, Jugendliche zu finden, die durchhalten. Zu viele unterschätzen die Anforderungen im schulischen Bereich“, bedauert die Obermeisterin die gegenwärtige Entwicklung. Nicht nur Chemie sei ein wichtiges Fach, Geometrie und räumliches Denken seien ebenfalls unerlässlich. „Die Auszubildenden sollten außerdem über eine gute Allgemeinbildung verfügen. Schließlich können sie sich beim Frisieren mit ihren Kunden nicht nur über das Wetter unterhalten“, sagt Monika Engling.

Sie hofft für die Zukunft auf ein Umdenken und dass sich wieder mehr junge Menschen für das Friseur-Handwerk entscheiden: „Wir sind schließlich diejenigen in der Arbeitswelt, die wirklich mit ihren Händen arbeiten, um etwas zu kreieren, zu erschaffen und um Menschen glücklich zu machen.“

 Petra Dreu

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