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Segeberg „Fuchsalarm“ im Tierkindergarten
Lokales Segeberg „Fuchsalarm“ im Tierkindergarten
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12:29 22.04.2016
Niedlicher „Fu“ mit seinen Knopfaugen, die langsam die Farbe von hellblau über grün zu braun wechseln. Am gemütlichsten findet er es in der Fleecejacke von Wolf Gunthram Freiherr von Schenck. Quelle: Fotos: Hiltrop (4)/roeßler

Runde, hellgrüne Knopfaugen, eine flauschige „Pelle“ und einen Gesichtsausdruck zum Dahinschmelzen: die Findelfüchse „Fu“ und „Fara“. Wenige Wochen alt, avancieren sie jetzt zu den Stars im Wildpark Eekholt. Gestern ging es für die beiden Fellknäuel auf große Entdeckungstour ins künftige Zuhause. Ein rund 1000 Quadratmeter großes Gehege, das im Mai bezugsfertig sein soll. Bis dahin heißt es noch ordentlich fressen, wachsen, spielen und die Gegend erkunden.

Die Welpen „Fu“ und „Fara“ gehen auf Entdeckungstour — Sie sind nicht der einzige Nachwuchs im Wildpark Eekholt.

Am 26. März wurden die Geschwister in einem alten Backhaus, das wieder in Betrieb genommen werden sollte, nahe Verden (Niedersachsen) entdeckt. „Umsiedeln war nicht möglich, so haben wir sie aufgenommen“, sagt Wolf Gunthram Freiherr von Schenck, während er die beiden auf die langsam sprießende Wiese im neuen Domizil setzt. Derzeit ist das Wohnzimmer der von Schencks noch die Kinderstube des kleinen „Fu“ und seine Schwester. Die war anfangs das Sorgenkind, sie trank schlecht, nahm nicht zu und verletzte sich dann auch noch bei einer Rangelei. Denn mit der Geschwisterliebe ist es zwischen den beiden nicht besonders weit her. Sie pflegen einen eher ruppigen Umgang miteinander, bei dem die kleinen, spitzen Milchzähne gerne zum Einsatz kommen.

Aufgepäppelt vom Wildpark-Geschäftsführer und seiner Frau Elvira geht es „Fara“ und ihrem Bruder nun bestens. Von 280 Gramm auf 725 Gramm ist das Gewicht der süßen Füchsin bereits gestiegen, Bruder „Fu“ hat es sogar schon auf fast ein Kilo gebracht. Von Schenck: „Wir sind froh, dass sie sich so gut entwickeln.“

Gleiches könnte er derzeit im Wildpark an beinahe jeder Ecke sagen, der jetzt der reinste Kindergarten ist: Die gelben Küken, mit denen Gans und Ganter nahe des Abenteuerspielplatzes in einem See schwimmen sind mindestens genau so entzückend wie die winzigen Meerschweinchen. Säbelschnäbler, Seeadler und Storch brüten, und bei den Ziegen meckern gleich 17 Winzlinge mit ihren Müttern um die Wette und beschnuppern Besucher neugierig. Gleich acht kleine Skudden sind zur Welt gekommen, und auch die Frischlinge — „es sind weniger als 2015“, wirft von Schenck ein — durchpflügen die Erde wie große Schwarzkittel. Die Füchse sind nicht die einzigen Ziehkinder der von Schencks: Zwei Steinmarderbabys, ihre Augen sind noch geschlossen, werden ebenso fürsorglich umhegt wie „Fu“ und „Fara“, damit sie bald die Herzen der Besucher erobern.

• Video unter www.ln-online.de/video

Vier bis sechs Junge

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist ein Raubtier und erreicht eine Schulterhöhe von 35 bis 40 Zentimetern bei einem Gewicht von sechs bis zehn Kilogramm. Sie können bis zu 15 Jahre alt werden. Die Paarungs-, auch Ranzzeit genannt, beschränkt sich auf Ende Januar, Anfang Februar. Nach einer Tragzeit von gut 50 Tagen bringt eine Fähe im Schnitt vier bis sechs Junge zur Welt. Die werden mit etwa zehn Monaten geschlechtsreif.

Der Wildpark Eekholt ist täglich ab 9 Uhr geöffnet. Mehr Infos unter www.wildpark-eekholt.de hil

Von Heike Hiltrop

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