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Segeberg Fünf Jahre und zwei Monate Haft für sexuellen Missbrauch
Lokales Segeberg Fünf Jahre und zwei Monate Haft für sexuellen Missbrauch
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22:22 23.10.2013

Für den sexuellen Missbrauch von fünf Kindern in einer Hamburger Kita muss ein Erzieher aus Norderstedt fünf Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. „Sie haben schweres Leid über die Kinder und ihre Eltern gebracht“, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Weißmann gestern. Er hoffe, dass die Mädchen und Jungen ihre Unbeschwertheit zurückbekommen. Ein Berufsverbot gegen den 30-Jährigen verhängte das Hamburger Landgericht aber nicht.

Bei der Urteilsbegründung flossen bei den Angehörigen Tränen. Der Erzieher hatte gestanden, die Kinder in einer kirchlichen Kita in Hamburg- Schnelsen und in seiner Wohnung in Norderstedt missbraucht zu haben. Außerdem gab er zu, er habe Hunderte kinderpornografische Fotos von den Opfern gemacht. Die Nebenklage hatte ein lebenslanges Berufsverbot für den Mann gefordert. Ulrich Weißmann berief sich jedoch auf die Rechtsprechung, die ein solches Verbot für einen Ersttäter ausschließe: „Das mag unbefriedigend sein, wir fühlen uns aber daran gebunden.“

Mit einem Berufsverbot könne ein Rückfall eines pädophilen Täters nicht ausgeschlossen werden, betonte der Richter. Bereits beim Prozessauftakt hatten sich die Beteiligten wie brichtet auf einen Deal geeinigt. Weißmann sagte, damit habe das Gericht möglicherweise falsche Hoffnungen bei der Nebenklage geweckt. Denn die Absprache sah nicht nur eine Höchststrafe von fünfeinhalb Jahren vor, sondern stellte auch ein Berufsverbot in Aussicht. Bei der Verständigung wurde im Gegenzug ein Anklagepunkt — der Missbrauch eines weiteren Jungen — fallengelassen. Außerdem wurde ein Geständnis erwartet, um den Opfern eine belastende Aussage vor Gericht zu ersparen.

Der Richter kritisierte die „ruppige und schnoddrige Art“ des Angeklagten, mit der er es den Eltern sehr schwer gemacht habe. „Es wäre schon etwas mehr Demut angebracht gewesen.“

Erst am zweiten Verhandlungstag hatte der Erzieher Reue gezeigt. Der Angeklagte habe Kinder, für die er hätte sorgen müssen, teils schwer sexuell missbraucht, so Weißmann. Für die Eltern sei das ein besonders harter Schlag, weil sie ihre Kleinen erstmals in fremde Hände gegeben hätten. „Die Kinder waren dem Angeklagten ausgeliefert.“ Vor allem an einem damals vierjährigen Mädchen, auf das der Erzieher als Babysitter ein Wochenende lang aufpassen sollte, habe er sich schwerwiegend vergangen. Solche schlimmen Vorfälle dürften aber weder Kitas noch männliche Erzieher generell in Misskredit bringen, betonte Weißmann. „Gott sei Dank handelt es sich hier um einen Ausnahmefall.“

„Die Kinder waren dem Angeklagten ausgeliefert.“
Richter Ulrich Weißmann

Julia Ranniko

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