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Für Nicht-Versicherte bleibt viel zu tun

Bad Segeberg Für Nicht-Versicherte bleibt viel zu tun

Wann immer die FDP-Expertin Positives zum Gesundheitswesen sagte, konnte Dr. Uwe Denker kontern: Besuch in der Praxis ohne Grenzen.

Bad Segeberg. Gerade in der privaten Krankenversicherung habe sich manches getan – vieles sei besser geworden. Das erklärte Christine Aschenberg-Dugnus, bis zum Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag Gesundheitsexpertin ihrer Fraktion und für die Wahl im September auf Platz 3 der Landesliste. Doch Aschenberg-Dugnus war nicht irgendwo zu Gast, sondern in der Bad Segeberger „Praxis ohne Grenzen“ und dessen Erfinder, Dr. Uwe Denker. Und der hatte auf jedwede positive Nachricht aus dem Gesundheitswesen eine Antwort – eine aus seiner eignen negativen Erfahrung.

Soldaten, ein Journalist, der Malermeister – vor allem der Mittelstand ist es, der zu den Patienten der Praxis ohne Grenzen gehört. Meist Selbstständige, die sich in jungen Jahren privat versichern ließen und später ihre Beiträge nicht mehr zahlen konnten. Die gesetzliche Versicherung nahm sie als „Private“ nicht wieder zurück, die Privatversicherung zahlt nicht wegen der fehlenden Beiträge.

Dass dies auch bei Kindern dieser Versicherten so ist, kritisierte Dr. Denker vor allem und nannte als Beispiel eine Plöner Familie, Patienten in der Segeberger Praxis, wo niemand eine dringend benötigte Impfung für den zehnjährigen Sohn zahlen wollte. Christine Aschenberg-Dugnus mit ihren guten Kontakten zum Verband der Privatversicherungen erklärte, dass nach Kritik seitens der Politik die Kinder von zuvor Versicherten auch bei schweren Vorerkrankungen wieder von den Privaten versichert würden, dass ihr aber nicht bekannt sei, dass für einen Zehnjährigen diese Regelung nicht mehr gelte. Sie versprach, sich zu kümmern.

Dr. Uwe Denker hatte so manchen anderen Fall parat und fasste seine Kritik zum Ende des Praxisbesuchs zusammen: „Vor drei, vier Jahren habe ich Katastrophenalarm gegeben: Analog zum Gesundheitssystem fahre ich auf einem Luxusdampfer. Ich arbeite aber tief unter Deck. Dort entdecke ich ein schlimmes Leck, schlage Alarm, aber der Kapitän mag sich nicht kümmern, weil er gerade beim Champagnerdinner ist.“ Sein Kapitän sei Gesundheitsminister Hermann Gröhe, der auf Denkers konkrete Fragen keine Antwort gefunden habe. Nach Christine Aschenberg-Dugnus’ Frage nach Verbesserungsvorschlägen, überreichte ihr Dr. Denker sein Buch „Praxis ohne Grenzen: Medizin in einem reichen Land“. Dort seien vor allem 14 Einzelfälle samt Lösungsvorschlägen aufgelistet.

Als generelle Regelung für Menschen, die ihre Krankenversicherung nicht mehr zahlen können – und das vielfach seit mehreren Jahren nicht – regte der Praktische und Kinderarzt einen Fonds an, in den nicht allein die Patienten, sondern auch die Krankenkassen und Versicherungen einzahlen sollen. Denker: „Ein Fonds, dieses Mal für die Kranken, nicht für die Banken.“

Diese Idee gefiel auf Anhieb auch der FDP-Gesundheitspolitikerin. Doch bei aller Kritik, so Aschenberg-Dugnus, bleibe festzuhalten, dass die freien Berufe immer noch das Beste für das Gesundheitswesen seien: „Der freie Arzt, die freie Hebamme sind unabhängig und können sich so frei und unabhängig um das Wohl ihrer Patienten kümmern.“

Man könnte Berufsstartern in die Selbstständigkeit den Eintritt noch erleichtern, wenn man sie nicht gleich vorab mit Steuern und Krankenkassenbeiträgen belegen würde, sondern erst einmal zwei Jahre abwarte, bis die Praxis funktioniert.

Lothar Hermann Kullack

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