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Für den gefährdeten Ihlsee gilt das „Verschlechterungsverbot“

Bad Segeberg Für den gefährdeten Ihlsee gilt das „Verschlechterungsverbot“

Anlieger informierten sich im Bürgersaal über den Managementplan für das Naturschutzgebiet Ihlsee. Bad Segebergs schönstes Natur-Kleinod ist von allen Seiten begutachtet und bewertet worden. Großartige Einschränkungen werden von den Anliegern nicht gefordert, auch Baden am Strandbad bleibt erlaubt.

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Das Baden im Ihlsee bleibt trotz des Managementplans für das empfindliche Fauna-Flora-Habitat erlaubt.

Quelle: Glombik

Bad Segeberg.  Vor zwei Jahren startete der Management-Prozess der Experten vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume: Jetzt liegt der Plan für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet vor und muss nur noch vom Ministerium abgesegnet werden. Am Donnerstag wurde der Plan im Rathaus Anwohnern und Experten präsentiert.

„Die Situation des Ihlsees darf zukünftig nicht schlechter werden.“ Dr. Thomas Holzhüter, Dezernatsleiter

Vorweg: Das Baden am Strandbad steht nicht auf dem Prüfstand, es sei ja politisch gewollt, heißt es. Auch die anfangs noch besorgten Seeanlieger im Bürgersaal konnten sich entspannt zurücklehnen.

Großartige Einschränkungen werden von ihnen nicht gefordert. Sie sollen auf ihren Grundstücken nicht düngen und kalken und im Wasser keine Seerosen auspflanzen. Zudem soll ihr Regenwasser nicht von den Grundstücken in den See eingeleitet werden. Das war’s denn auch schon.

Der Ihlsee ist ein bundesweit seltener, nährstoffarmer Gewässertyp und damit besonders schutzwürdig. Doch er befinde sich schon „an der Grenze zu einem mittel-nährstoffreichen See“, warnte Dr. Thomas Holzhüter, Dezernatsleiter Gebietsschutz im Landesamt. Deshalb werde auch die Wasserlobelie zusehends weniger. Das liegt vor allem an dem Phosphorgehalt des Sees. Im Managementplan werden den Segebergern die Leviten gelesen: So hätten zu der erheblichen Gefährdung des Lebensraumes Ihlsee in der Vergangenheit zum Teil illegale oder verbotene Nutzungen und Nährstoffeinträge beigetragen.

Dazu zählt die Landesbehörde den Besatz mit Karpfen, Aalen und Krebsen, das Betreten ufernaher Bereiche oder den Bau von Stegen. Außerdem habe der Verkauf von Ufergrundstücken und deren Bebauung sowie die Baulanderschließung der Stadt im Umkreis des Sees zur Verschlechterung seines Zustandes beigetragen. Es gelte jetzt aber das „Verschlechterungsverbot“, forderte Holzhüter klar.

Deshalb solle nun der Eintrag von Nährstoffen in den See möglichst minimiert werden. Das Laub der Waldbäume bringe da vergleichsweise wenig an Nährstoffen in den See. Es gebe also keinen positiven Effekt, Bäume im Uferbereich zu entfernen, wurde klargestellt. Stattdessen: Die Angler sollen auf Anfütterung und Besatz von Karpfen verzichten. Zuflüsse aus dem Bruchwald sollen unterbunden werden, um die Selbstreinigungskräfte des Ihlsees zu stärken. Positiv sei auch, so Holzhüter, dass ein Schwimmerbereich ausgewiesen worden ist, und dass die Anlieger eine Selbstverpflichtung abgegeben hätten, auf Düngung und Kalkung der Gärten zu verzichten. Vieles sei schon angeschoben: Die Sportfischer beteiligten sich an einem Projekt, die Karpfen dem See zu entnehmen. Das Abfischen von Fischen und Krebsen sei wichtig. Mit Hilfe eines Käfig-Projekts der Uni Hamburg (die LN berichteten) solle geprüft werden, warum große Flächen des Seegrundes am Ufer vegetationslos seien.

Unter schwerem Verdacht stehen hier neben den Karpfen auch Seevögel wie gründelnde Schwäne. Auch wenn im Bürgersaal eine Schwanenliebhaberin engagiert beteuerte, es habe seit Jahrzehnten nur ein Schwanenpaar auf dem Ihlsee gegeben. Schlimm sei es aber mit den Wildgänsen, die würden zu Hunderten auf dem See landen. Der Naturschutzbeauftragte Alfred Ortmann rückte es allerdings gerade: Er habe hier höchstens 120 gezählt. Wie könne man Gänse vergrämen, wurde aufgeregt diskutiert. Analog zu Panikschreien von Möwen, die vom Band abgespielt werden, um lästige Möwen von Hafenanlagen fernzuhalten, könnte man doch den Ihlsee mit entsprechenden Wildgänse-Schreien vom Band beschallen, regte ein Anwohner an. Da wurde die Diskussion hitzig. „Was für ein dummes Zeug reden Sie da“, schimpfte ein Zuhörer lauthals.

 Wolfgang Glombik

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