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Segeberg Für die Freundschaft mit Finnland
Lokales Segeberg Für die Freundschaft mit Finnland
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20:43 27.12.2017
Die Flyer sind frisch gedruckt: Jasmin Laura Neumann-Panzlaff ist Vorsitzende des neuen Fördervereins. Quelle: Foto: Irene Burow
Bad Segeberg

1954 fiel der Startschuss, erst fünf Jahre später gesellten sich die Hansestädte Wismar (Kemi), Greifswald (Kotka) und Rostock (Turku) dazu, Beziehungen nach Finnland aufzubauen. „Es ist schwer, Partnerschaften aufrecht zu erhalten. Eher die Älteren haben einen Bezug dazu“, sagt die Vorsitzende des neuen „Fördervereins der Freundschaftsstädte Bad Segeberg Riihimäki“, Jasmin Laura Neumann-Panzlaff. Dass sich der Verein gegründet hat, ist deshalb so wichtig, weil in der Politik jüngst die Frage gestellt wurde, ob Partnerschaften noch Sinn machen – weil sie teils eingeschlafen sind.

63 Jahre, diese Freundschaft hat Bestand: Ein Verein kümmert sich seit Kurzem um den Austausch zwischen den Partnerstädten Bad Segeberg und dem finnischen Riihimäki. Viele deutsche und finnische Städte sind befreundet, doch diese beiden waren die ersten.

Mitglied werden

Wer Mitglied im Verein werden möchte, zahlt 36 Euro jährlich. Für Schüler und Studenten sind es 24 Euro, Familien zahlen 50 Euro. Es kann auch eine Fördermitgliedschaft übernommen werden für 250 Euro im Jahr.

Auskünfte gibt die Vorsitzende Jasmin Laura Neumann-Panzlaff unter der Telefonnummer 0151/14916199 oder via E-Mail an j.l.panzlaff@gmx.de.

Am lebendigsten gepflegt wurden jedoch die Beziehungen nach Finnland. „Es ist doch schade, wenn man alte Freundschaften aussterben lässt“, sagt die 26-Jährige. „Weil ich sehe, was es bewirkt hat.“

Ohne den Austausch wäre sie vielleicht nie in den Norden gereist, hätte keine neuen Familien und Freunde kennengelernt, nicht die Musik lieben gelernt. Die Stadt wird es freuen, zahlte sie doch einst das Reiseprogramm für sie und weitere Austauschschülerinnen des Fachgymnasiums für Wirtschaft. Das war 2009, die jungen Frauen wollten in den Norden und fragten bei der Stadt nach. Die Kontakte zu den Gastfamilien blieben. Und als Jasmin Laura Neumann-Panzlaff später in Kiel Skandinavistik und Europäische Ethnologie studierte, kehrte sie für zwei Semester nach Finnland zurück, hängte noch zwei weitere Jahre den Master in Nordische Ethnologie und Kulturmanagement dran.

2016 kam die Bad Segebergerin schließlich aus dem waldreichsten Land der EU zurück – da war die politische Diskussion in der Heimatstadt gerade in vollem Gange. Es bot sich nur an, den Verein zu gründen, um die Beziehungen in das 1123 Kilometer entfernte Riihimäki zu beleben, zu erhalten. Die 26-Jährige, die in Lübecks Museen Workshops und Führungen gibt und auch schon bei den nordischen Filmtagen mitgewirkt hat, freut sich auf weitere Mitglieder und Ideen. Der Fokus wird zunächst weiter auf den Schüleraustauschen liegen, die es von Beginn an gibt. Die Planungen für das kommende Jahr laufen. „Aber wir wollen noch mehr auf die Beine stellen“, sagt sie. Das kann reichen vom Glöggstand auf Märkten über das Backen von Karelischen Piroggen, und nicht zu vergessen: „Es gibt auch Finnen, die hier bei uns leben. Das wollen wir zeigen.“

Darüber hinaus gibt und gab es Reisen der Männerchöre auf beiden Seiten, des Segeberger Bachchors, Austausche zwischen Kulturschaffenden und jungen Praktikanten. Jüngster der ersten Besucher aus Bad Segeberg in Finnland war Klaus Knütter. Der spätere Bürgervorsteher hatte 1954 mit der ersten Delegation die Städtepartnerschaft mit Riihimäki besiegelt, wie sich bei der Finnischen Botschaft nachlesen lässt. Die Idee hatte der einstige Stadtdirektor von Riihimäki, Kalle Lauri Salminen, auf einer Konferenz norddeutscher Bürgermeister in Bad Segeberg. Bei dem Blick auf den Großen Segeberger See soll er gesagt haben: „Das sieht ja aus wie in Finnland!“

„Ohne diese Partnerschaft hätte ich niemals so viel über das Land gelernt. Ich möchte, dass es anderen auch so geht“, sagt die nun Verantwortliche Jasmin Laura Neumann-Panzlaff. Ihr zur Seite stehen die zweite Vorsitzende Susanne Lipponen und Schatzmeister Hendrik Koep. Zum erweiterten Vorstand zählen Bürgervorsteherin und Bürgermeister der Stadt.

Irene Burow

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