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Segeberg 2,5 Millionen Euro Kosten für Kreis Segeberg
Lokales Segeberg 2,5 Millionen Euro Kosten für Kreis Segeberg
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11:35 13.09.2018
Da fließt kaum noch Wasser durch: Alte Rohre in der Jugendakademie müssen dringend ausgetauscht werden. Quelle: GLOMBIK
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Bad Segeberg

Kaum zu glauben, was da auf den Kreis Segeberg zukommt. Die kreiseigene Jugendakademie in Bad Segeberg muss für 2,57 Millionen Euro saniert werden. So lautet eine erste Schätzung. Ein Planungsbüro prüft jetzt genau, will in wenigen Wochen detaillierte Zahlen vorlegen. Dabei hatte man erst 2010 in das 1970 gebaute, denkmalgeschützte Gebäude nach Übernahme durch den Kreis 2,2 Millionen Euro in den Austausch der Verglasung, die energetische Sanierung, den Umbau diverser Zimmer, den Brandschutz, die Elektrik und anderes mehr gesteckt. Die Leitungen hat man damals offenbar nicht im Blick gehabt. „Aufgrund damaliger Kosteneinsparungen bei der Sanierung gibt es bis dato einen hohen Sanierungsstau auch im Bereich der technischen Anlagen“, heißt es nun seitens des Kreises. Warum man damals vieles nicht angepackt habe, weiß auch Stefan Ebert, der jetzige Chef des Kreis-Gebäudemanagements, nicht zu sagen. Das sei vor seiner Zeit gewesen.

2011 wurden Kosten stark reduziert

Tatsächlich gab es 2011, als der Kreis den Gürtel eng schnallen musste, Streit um die Höhe der Sanierungskosten. Die wurden damals flugs um einige Hunderttausend Euro heruntergerechnet, auch um Politiker ruhigzustellen. Das dicke Ende ist jetzt da.

Gezeigt wurde Dienstag in der Kreis-Bauausschusssitzung ein altes, ekelerregendes Trinkwasserrohr aus der Akademie, das fast „zugewachsen“ ist und kaum noch Durchfluss zulässt. Mittlerweile häuften sich hier die Schadensfälle durch Rohrbrüche. Nicht nur diese verursachten Kosten, sondern auch die damit verbundenen Leck-Ortungen, das Aufstemmen und Herrichten von Boden- und Wandbelägen und die Trocknungen. Durch den Denkmalschutz sei eine Wiederherstellung der Flächen sehr aufwendig oder teilweise auch unmöglich, da die Materialien gegen einen hohen Aufpreis extra beschafft werden müssten, heißt es vom Kreis.

Holger Lück, kommissarischer Geschäftsführer des Vereins für Jugend und Kulturarbeit im Kreis Segeberg, der das Haus betreibt, berichtet, dass die Höhe der Kosten schon einige Kreispolitiker schockiert habe. Aber die Notwendigkeit einer Sanierung sei von allen anerkannt worden.

Überall „tote Leitungen“ in der Akademie

Eine Gefahrenquelle sind die sogenannten „Totmannleitungen“ im Haus. Das sind Leitungen, die vor dem Umbau des Gebäudes die Bäder mit Wasser versorgt haben. Bei Rückbau der alten Bäder seien die alten Wasserleitungen in den Schächten nicht entfernt worden. Stehendes Wasser in den Steigleitungen könne zur Bildung von Bakterien im wasserführenden System führen. So war es im Mai geschehen, als das Trinkwasser im Haus von Legionellen befallen war, es wurde gar ein Duschverbot für einige Tage erlassen. Derartige Alt-Leitungen dürfen nach neuen gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr mit dem Wassersystem verbunden sein, erklärt Holger Lück. Durch Spülungen sei der Legionellen-Befall aus der Welt. Irritiert seien Gäste auch durch braunes Wasser aus den Wasserhähnen gewesen. Auch das liege an den alten Leitungen, berge aber keine Gesundheitsgefahren. Trotzdem würden die Leitungen vor Vermietung der Zimmer nun gespült, bis das Wasser klar aus dem Hahn komme.

Teuer wird die Sanierung – auch die Lüftungsanlagen in den Seminarräumen werden erneuert – durch Abbrucharbeiten und die notwendige Demontage der Einbau-Möbel in den Gästezimmern. In 80 Prozent der Zimmer müssen die Möbel abgebaut, eingelagert und danach wieder eingesetzt werden. Nicht nur die Badezimmer werden neu hergerichtet, auch die Schlafräume. Kostspielig wird auch die Sanierung der Versorgungsleitungen unter denkmalgeschützten Klinkerböden im Foyer und im Speisesaal.

Akademieleitung wünscht Sanierung in Etappen

Holger Lück hofft auf den Beginn der Bauarbeiten möglichst erst 2020, weil das Gästebuch der Akademie für das kommende Jahr schon voll sei. Ihm wäre eine Teilsanierung in Etappen bei laufendem Betrieb am liebsten. Bis zu 11 000 Übernachtungen werden in der erfolgreichen Einrichtung jährlich gezählt. Auch wenn jetzt hohe Kosten anstehen, sei es damals richtig gewesen, das Gebäude als Jugendakademie zu nutzen, sagt Lück.

Wolfgang Glombik

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