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Segeberg Gasthof: Betreibersuche sorgt für Unmut in Rohlstorf
Lokales Segeberg Gasthof: Betreibersuche sorgt für Unmut in Rohlstorf
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20:18 14.12.2015

Der Kauf des Gasthofes am See durch den Kreis und die Unterbringung von 100 Asylbewerbern hatte hohe Wellen in Rohlstorf geschlagen. Während bislang Gemeindevertreter und Einwohner davon ausgegangen sind, dass wie in der Einrichtung in Schackendorf der Kreis Segeberg Betreiber der Unterkunft für Flüchtlinge sein wird, sorgt jetzt die Nachricht, der Kreis sei derzeit auf der Suche nach einem möglichen Betreiber für den Gasthof, für neuen Unmut.

„Ich bin sehr überrascht. Die Personaldecke des Kreises war doch immer das entscheidende Argument“, sagt Andreas Bauer. In einer Arbeitsgruppe hatte der Gemeindevertreter der Aktiven Rohlstorfer (AR) ein eigenes Konzept für den Gasthofes als Flüchtlingsunterkunft ausgearbeitet. Sein Vorschlag: Die Gemeinde solle den Gasthof kaufen und anschließend an das Amt Trave-Land vermieten, um dort ebenfalls Asylbewerber unterzubringen, deren Quote dann dem Amtsbereich zugeordnet werden müsste. In der Sitzung der Gemeindevertretung am 30. November war dieser Vorschlag mit deutlicher Mehrheit abgelehnt worden.

Bereits im Vorfeld hatte das Amt am 11. November in einer überaus gut besuchten Einwohnerversammlung in der Turnhalle der Grundschule Warderfelde signalisiert, als Betreiber der Einrichtung nicht zur Verfügung zu stehen. Argument dafür war unter anderem die Personaldecke des Amtes. Dort seien keine geeigneten Mitarbeiter beschäftigt, neue Angestellte, mit sozialpädagogischem Hintergrund, seien aufgrund des leer gefegten Arbeitsmarktes nicht zu bekommen.

Andreas Bauer versteht die Welt nicht mehr: „Die Abstimmung in der Gemeindevertretung ist doch deshalb zugunsten des Kreises gefallen, weil alle davon ausgegangen sind, dass der Kreis nicht nur kauft, sondern auch betreibt.“ Er sei sehr verwundert, denn nicht nur ihm, sondern auch den anderen Einwohnern sei durch die anwesenden Mitarbeiter des Kreises suggeriert worden, dass diese sich auch um den Gasthof am See kümmern würden oder zumindest andere einarbeiten würden.

Landrat Jan Peter Schröder bestätigte, dass Mitarbeiter des Kreises auf Betreibersuche seien. Eine solche Möglichkeit habe er in der Einwohnerversammlung auch als Option geäußert. Ob der Kreis allerdings einen Betreiber findet, steht noch in den Sternen, denn auch vor den gemeinnützigen Institutionen macht der Fachkräftemangel nicht Halt. Laut Schröder stehen indes die Kaufverhandlungen für den Gasthof kurz vor dem Abschluss. Eine Begehung mit der Rohlstorfer Feuerwehr stehe noch an. Er rechnet damit, dass Anfang Januar die ersten Asylbewerber ins Bettenhaus einziehen könnten.

Dankbar ist der Landrat für die Bereitschaft der Rohlstorfer, die Asylbewerber bei der Integration unterstützen zu wollen. An der von ihm zugesicherten Belegung hält er fest: „Die 100 steht. Da gibt es keine Diskussion“, so Schröder. Gemeindevertreter Michael Roelofs allerdings sieht noch nicht einmal die 100 Asylbewerber: „Laut Bauunterlagen sind nur 86 Personen erlaubt.“ Er bedauert, dass die Gemeinde über die Betreibersuche nicht informiert worden sei.

Petra Dreu

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