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Segeberg Geburten-Boom in den Segeberger Kliniken
Lokales Segeberg Geburten-Boom in den Segeberger Kliniken
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11:48 07.02.2017
Auch mit Lucia — hier präsentiert vom stolzen Vater Falk Schnabel — lief gestern um 8.34 Uhr alles glatt.
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Bad Segeberg

So viele in Bad Segeberg geborene Kinder gab es zuletzt in den 90er Jahren: Mit geschätzten 660 Geburten zum Jahresende schließen die Segeberger Kliniken an die Rekordzahlen an, die es im „Babyboom“ gab. Profitiert haben die Kliniken auch davon, dass die Geburtshilfe im Krankenhaus der benachbarten Kreisstadt Bad Oldesloe vor Jahren ihren Betrieb eingestellt hatte.

Woche für Woche haben die LN sonntags die „Babys der Woche“ im Blatt, und da kann man deutlich sehen: Es sind bei Weitem nicht allein Segeberger oder Nordstormarner, die sich zu einer Entbindung in Bad Segeberg entschließen. So auch gestern um 8.34 Uhr bei der kleinen Lucia, der 657. Geburt des Jahres: Für Vater Falk Schnabel und Mutter Gina Mandel aus Lübeck ist Lucia (3760 Gramm, 56 Zentimeter) bereits das zweite Kind, für das das Paar die Segeberger Kliniken auswählten. „Schon bei der Geburt von Sohn Kian vor sechs Jahren hat hier alles wunderbar geklappt“, sagt die Mutter.

In ganz Deutschland werden dieses Jahr so viele Kinder geboren wie seit dem Mauerfall 1990 nicht mehr — so liegen die Segeberger Kliniken durchaus im bundesweiten Trend. Trotzdem sagt Dr. Christian Rybakowski (51), Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Segeberger Kliniken: „Ich habe so ein erfreuliches Ergebnis nicht erwartet. Wir sind Anfang des Jahres etwas mau gestartet, dann haben sich die Geburtszahlen aber gesteigert.“

Mund-Propaganda zufriedener Eltern hätte Wirkung gezeigt. Wesentlich sei auch die Zertifizierung als „babyfreundliches Krankenhaus“ seit 2007. Es vermittele den Müttern durch Förderung von Stillpraxis und Eltern-Kind-Bindung das gute Gefühl, ihr Kind versorgt zu wissen. Wichtig sei das nachhaltige Engagement durch erfahrene Hebammen und Kinderkrankenschwestern.

Für die Zukunft erwartet Rybakowski einen weiteren Anstieg der Geburten. Für Bad Segeberg sei für 2016 mit einer Steigerung der Einwohnerzahl auf 18000 zu rechnen. Viele Zuwanderer seien im geburtenfreudigen Alter zwischen 20 und 30 Jahren. „Gelingt die Integration und viele Neubürger siedeln sich langfristig in Bad Segeberg an, könnte das Geburtsaufkommen in den nächsten fünf Jahren um etwa 100 bis 200 Babys mehr steigen“, sagt der Chefarzt.

Allerdings verweist Rybakowski auf einen Mangel an Frühgeborenen-Intensivbetten in Schleswig Holstein: „Wir haben bereits jetzt schon Patientinnen nach Flensburg und Hamburg-Barmbek überwiesen, weil in Lübeck keine Intensivbetten in der Kinderklinik frei waren.“ Die Bettenzahl sei schon immer begrenzt gewesen, und alle Planungen seien stets von weiter fallenden Geburtenzahlen ausgegangen. Nun komme es aufgrund der wieder höheren Geburtenzahlen zu Engpässen in der Versorgung von Frühgeburten. Hier sei die Politik gefordert zu überprüfen, wie hoch der Bedarf künftig sein werde. Längere Anfahrten für Eltern von Frühgeborenen seien zurzeit nicht auszuschließen.

„Schon bei der Geburt von Sohn Kian vor sechs Jahren hat hier in Bad Segeberg alles wunderbar geklappt.“
Gina Mandel,zweifache Mutter aus Lübeck

Lothar Hermann Kullack

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