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Segeberg Gedenken an den Absturz von Sülfeld
Lokales Segeberg Gedenken an den Absturz von Sülfeld
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20:42 15.06.2017
Eberhard Krohn aus Tönningstedt hat 1947 gesehen, wie das britische Düsenflugzeug abgestürzt ist. Der Gedenkstein für den Piloten James Mason steht am Rande des Friedhofs nur wenige Hundert Meter von der Absturzstelle entfernt.

Es war heute vor 70 Jahren, als der britische Flight Lieutenant James Mason bei einem Übungsflug über Tönningstedt die Kontrolle über seinen Düsenjäger „Gloster Meteor“ verlor. In einem Bogen lenkte der 24-jährige Pilot sein Flugzeug noch über den Borsteler Wald, eine Notlandung aber misslang. Die Maschine stürzte wenige Hundert Meter von der Wohnbebauung entfernt auf eine Koppel am Ufer der Norderbeste. Jetzt erinnert ein Gedenkstein auf dem Sülfelder Friedhof daran, dass James Mason bei dem Absturz sein Leben ließ, die Tönningstedter Bevölkerung aber einer Katastrophe entging.

Ein Stein erinnert an das Unglück von vor 70 Jahren, bei dem ein schottischer Pilot ums Leben kam.

„Das ist eine menschliche Tragödie, die mir besonders nahe gegangen ist. Ich habe ein Foto, hinter dem ein persönliches Schicksal steht“, erzählt Gemeindearchivar und Kirchenvorsteher Ulrich Bärwald, der den Anstoß zu dem Gedenkstein gegeben hatte und schließlich von Amtsvorsteher Volker Bumann und Bürgermeister Karl-Heinz Wegner unterstützt wurde. Der Stein hat viele Jahrzehnte unter einer Trauerbuche gestanden. Mit einer Steintafel versehen hat er nun einen neuen Platz neben dem gemeindlichen Ehrenmal oberhalb der Norderbeste gefunden. Von dort aus kann man zumindest im Winter die Absturzstelle sehen, die nur wenige Hundert Meter entfernt ist.

Das Schicksal des jungen Piloten hat Ulrich Bärwald lange beschäftigt, vor allem, als er vor mehr als zehn Jahren an der Absturzstelle ein Flugzeugteil fand. „Es steckte in einem Maulwurfshügel. Es trägt eine britische Registrierungsnummer“, so Bärwald, der damit einen Stein ins Rollen brachte. 2006 wurde der Boden unter der strengen Aufsicht von Dr. Willi Kramer vom Archäologischen Landesamt abgetragen und Flugzeugteile geborgen, die im Laufe der Jahrzehnte in den weichen Boden eingesunken waren. Auch sterbliche Überreste des Piloten wurden an dem Tag freigelegt, die später auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt wurden. „Das war sehr bewegend und feierlich mit Dudelsackmusik. Sogar der Cousin des Piloten ist aus Schottland gekommen“, denkt Ulrich Bärwald zurück.

Einer der Ersten, der dem Gedenkstein für James Mason jetzt einen Besuch abgestattet hat, ist Eberhard Krohn. Selbst 70 Jahre nach dem Flugzeugabsturz kann er sich noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen. „Ich war an der Schule, als drei Flugzeuge über Borstel hinweggeflogen sind. Über der Koppel an der Bundesstraße haben sie gedreht. Es soll noch ein viertes Flugzeug gegeben haben, aber das habe ich nicht gesehen“, erzählt Krohn, der zum damaligen Zeitpunkt acht Jahre alt war. Zwei Düsenflugzeuge seien normal weitergeflogen. „Das dritte Flugzeug aber hatte Probleme. Das habe ich gesehen. Als dann auch noch ein Knall zu hören war und Rauch aufstieg, haben die großen Jungs gesagt: Den hat’s erwischt“, erinnert er sich den Tag des Unglücks.

Nach Schulschluss ist er zusammen mit seinem Cousin zu der Absturzstelle gelaufen. „Viel Militär war da und ein britischer Krankenwagen. Ich sehe das heute noch vor mir“, sagt Eberhard Krohn. Zwar seien damals schon Flugzeugteile abtransportiert worden, aber offenbar nicht alle, denn fünf Jahre später zeigte er einer neuen Klassenkameradin die Absturzstelle, an der sich eine Senke gebildet hatte, die voller Wasser stand. Eberhard Krohn: „Mit Stöckern haben wir nach Flugzeugteilen gesucht und haben einige gefunden. 300 Mark haben wir dafür bekommen.“

Petra Dreu

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