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Segeberg Gegen das Vergessen: Gedenken soll nicht nur Pflichterfüllung sein
Lokales Segeberg Gegen das Vergessen: Gedenken soll nicht nur Pflichterfüllung sein
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18:27 09.11.2013
Zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht legten Walter Blender von der Jüdischen Gemeinde und Heino Ullrich vom Förderverein Judentum Blumen an der Gedenkstätte in Bad Segeberg ab. Quelle: Fotos: Hiltrop
Bad Segeberg

Auch wenn viele Leute nur einen kurzen Blick hinüberwarfen und dann eilig weitergingen, stand die Gedenkstätte an der Lübecker Straße, wo einst die alte Synagoge stand, gestern zumindest für knapp 50 Männer und Frauen im Mittelpunkt des Geschehens. Bürgervorsteherin Ingrid Altner und stellvertretender Bürgermeister Thomas Vorbeck legten gemeinsam einen Kranz nieder. Sie erinnerten an die Pogromnacht und die Verfolgung jüdischer Bürger in Bad Segeberg. „Bürger, die voll integriert waren und die zum Wohl der Stadt beigetragen hatten“, betonte Ingrid Altner und mahnte die Zuhörer wachsam zu bleiben, damit das Unfassbare nie wieder geschehe. „Wir stehen an einer Stelle in der Stadt, die eine tiefe Narbe darstellt“. Der 9. November sei ein schwarzer Tag in der deutschen Geschichte gewesen. „Einer, den es besser nie gegeben hätte“, so Ingrid Altner. Doch es ist nicht nur der Tag, an dem vor 75 Jahren die Synagogen brannten. Es war auch ein 9. November (1923), als Hitler versuchte, durch einen Putsch Macht zu erlangen und damit scheiterte. Aber es sei auch ein 9. November gewesen, als vor 24 Jahren die Mauer fiel und Deutschland wiedervereinigt wurde, erinnerte Walter Blender von der jüdischen Gemeinde. „Es wurde marschiert, gemordet und die Freiheit friedlich errungen“, betonte er, „darum ist der 9. November für mich der Tag der Deutschen. Und den führe ich heute einfach ein.“ Auch Walter Blender brachte zum Gedenken gemeinsam mit Heino Ullrich, dem Vertreter des Fördervereins Judentum Schleswig-Holstein, ein Gesteck. „Wir werden uns regelmäßig wiedersehen, regelmäßig einen Kranz niederlegen und anschließend wieder auseinander gehen. Aber lassen Sie uns nicht nur eine Pflicht erfüllen. Lassen Sie uns innerliche und ehrliche Anteilnahme fühlen“, appellierte er an die kleine Gruppe Zuhörer, von der er sich gewünscht hätte, sie wäre größer gewesen.

hil

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