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Segeberg Gegen die Welle von Einbrüchen: „Segeberg soll sicher sein“
Lokales Segeberg Gegen die Welle von Einbrüchen: „Segeberg soll sicher sein“
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20:19 16.01.2016
Polizei und Weißer Ring, Tischlerei Bartholl und Mebo-Sicherheit gestalten die Ausstellung, „Wir für Segeberg“ trägt die Werbung. Quelle: Kullack

„Segeberg soll sicher sein“: Was diesen Satz angeht, sind sich wohl alle einig — die kleine „Berufsgruppe“ der Einbrecher vielleicht ausgenommen. Um letzteren das kriminelle Handwerk zu erschweren, findet am Sonnabend, 23. Januar, zwischen 9 und 15 Uhr auf dem Parkstreifen vor der Marienkirche eine Informationsveranstaltung unter dem Motto „Segeberg soll sicher sein“ statt. Durch den benachbarten Wochenmarkt erhoffen sich die Veranstalter eine große Resonanz.

Unter der Regie von Fenja Bartholl (Tischlerei Bartholl) machen mit: Die Präventionsabteilung der Polizeidirektion, der Weiße Ring, Mebo-Sicherheit sowie die Feuerwehr, die Brandmelder vorstellen will. Finanziert wird die Veranstaltung von der Kaufleute-Vereinigung „Wir für Segeberg“.

Auf dem Platz vor der Marienkirche wird ein sechs mal zehn Meter großes Zelt aufgebaut, damit die Bürger auch bei schlechtem Wetter beraten werden können. Die Polizei klärt darüber auf, wie man sein Haus besser sichert, die eigene Aufmerksamkeit schärft und wie man sich bei einem eventuellen Kontakt mit Einbrechern am besten verhält. Auch der Weiße Ring informiert über Vorbeugung und erklärt zudem, wie man den Betroffenen helfen kann, Stichwort: Opferhilfe.

Mebo berät über Alarmanlagen und andere elektronische Einbruchssperren und die Tischlerei Bartholl über den mechanischen Schutz von Türen und Fenstern.

Beide Unternehmen gehören zur „Landesliste“, die unter www.polizei.schleswig-holstein.de eingesehen werden kann. Das besondere an der Liste: Jede dieser Firmen kommt zu einer kostenlosen Erstberatung und unterzieht sich regelmäßig einer Fortbildung zum Thema Einbruchsschutz.

Um Haus oder Wohnung zu schützen, muss es nicht immer die große teure Lösung sein. „Auch für 2000 Euro lässt sich schon einiges einrichten“, sagt Frank Hoge von Mebo. Und Fenja Bartholl verweist darauf, dass die KfW-Bank seit Oktober 2015 Einbruchsschutzmaßnahmen mit zehn Prozent (maximal: 1500 Euro) bezuschusse und ab April 2016 zinsgünstige Kredite für solche Maßnahmen vergebe.

Dass es durchaus Anlass zu Veranstaltungen dieser Art (wie schon einmal im Rathaussaal, kürzlich in Klein Gladebrügge und im Februar in Bornhöved) gibt, unterstreicht die Polizei. Zwar nennt die Direktion keine konkreten Zahlen (die LN berichteten), räumt aber ein, dass die Zahl der Einbrüche nicht allein in den Umlandgemeinden, sondern auch in Bad Segeberg selbst angestiegen sei. Die Bekämpfung der Einbruchsdiebstähle sei inzwischen ein Schwerpunkt für die Polizei, sagt Polizeidirektor Andreas Görs: „Andere Bereiche werden dafür heruntergefahren — das Tischtuch ist zu klein, um personell alles abzudecken.“ Bernd Kanert, Leiter des Sachgebietes Prävention bei der Polizeidirektion, spricht von „strammen Zahlen“ und sagt, dass besonders in jenen Gemeinden Angst und Aufregung herrsche, in denen sich Einbrüche häufen wie zuletzt in Alten- und Neuengörs oder jetzt im Ostkreis. Ingo Minnerop, Leiter der Kriminalinspektion, spricht von „international und überregional agierenden Tätergruppen“. Ihr „Arbeitsmuster“: Sie mieten sich in unauffälligen, billigen Hotels in Hamburg ein und gehen dann in den Umlandgemeinden auf Raubzug. Manchmal kommen sie per Bus und Bahn, manchmal mit dem eigenen Fahrzeug. Am stärksten gefährdet seien Orte, die mit beidem, Pkw und ÖPNV, gut zu erreichen seien.

Der Rat des Kripochefs: Eher einmal zu viel als zu wenig die „110“ anrufen, wenn einem auf dem Nachbargrundstück oder im Ort etwas Ungewöhnliches auffällt. „Da ist die Hemmschwelle doch noch hoch, bei uns anzurufen“, sagt der Kripo-Mann. „Aber ein ungutes Gefühl reicht aus, um anzurufen — der Rest ist dann unsere Sache.“

„Ein ungutes Gefühl reicht aus, um die Polizei anzurufen.“
Ingo Minnerop, Kripo

Lothar Hermann Kullack

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