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Segeberg Geldstrafe für Pflegedienstleiter wegen Beleidigung und Nötigung
Lokales Segeberg Geldstrafe für Pflegedienstleiter wegen Beleidigung und Nötigung
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20:15 24.10.2013
Norderstedt

„Das ist alles erfunden“, behauptete Pascal Z. (36) aus Pinneberg vor dem Norderstedter Amtsgericht und wehrte sich damit gegen Vorwürfe der sexuellen Belästigung, die die Praktikantin eines örtlichen Altenheimes gegen den damals im November des vergangenen Jahres dort als Pflegedienstleiter tätigen Mann erhob. Die Staatsanwaltschaft glaubte allerdings der jungen Frau und erhob Anklage wegen mehrfacher Beleidigung, teilweise in Tateinheit mit Nötigung.

Der Angeklagte soll die 21-Jährige mehrmals bedrängt und an intimen Körperstellen berührt haben. Als sie mit einem vollen Frühstückstablett beladen an ihm vorbeiging, soll er der Frau in den Ausschnitt an die Brust und zwischen die Beine gefasst haben, Ähnliches soll sich abgespielt haben als die junge Frau dabei war, das Essen an Patienten zu verteilen. Mit den Worten: „Du willst es doch auch“, soll der Angeklagte die Praktikantin außerdem im Wäscheraum und in einem Fahrstuhl an die Wand gedrängt, festgehalten und zu küssen versucht haben.

Auf die Frage von Richterin Katrin Thron, weshalb die junge Frau ihn angeblich zu Unrecht belaste, äußerte der Angeklagte die Vermutung, dass sich die Praktikantin habe rächen wollen. Er sei damals neu in dem Pflegeheim gewesen, habe einiges kritisiert und das Personal anders einteilen wollen. Das sei allgemein auf Widerstand gestoßen. Die junge Frau habe weiter die selben von ihr betreuten Heimbewohner betreuen wollen und sich gegen eine andere Einteilung gesträubt, habe Rache angekündigt. Niayesh M., das Opfer der sexuellen Belästigungen, erzählte, dass ihr der Angeklagte erklärt habe, sie mache ihn verrückt, er könne nicht ohne sie sein. Auf eine Einladung zum Essen habe sie ebenso wie auf die anderen Annäherungsversuche seitens des Angeklagten ablehnend reagiert. Der Angeklagte habe sie jedoch ständig verfolgt, habe plötzlich hinter ihr gestanden und sie unsittlich berührt mit der Folge dass sie völlig verschreckt gewesen sei. Die Pflegeassistentin, die noch heute in dem Heim tätig ist, vertraute sich ihrer Chefin an, die ihr riet, zur Polizei zu gehen. Dem Angeklagten wurde nach nur einer Woche gekündigt.

Obwohl sich die Zeugin bei manchen Details nicht oder erst nach Vorhalt ihrer polizeilichen Aussage von November 2012 erinnerte, glaubte die Richterin der jungen Frau. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt und kündigte Rechtsmittel an. mak

LN

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