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Segeberg Gemeinde kündigt der Markttreff-Betreiberin
Lokales Segeberg Gemeinde kündigt der Markttreff-Betreiberin
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18:16 31.12.2015
Ihr Vertrag wurde nicht verlängert: Ab März betreibt Gisela Bornhoeft das Hambötler Huus nicht mehr. Quelle: Dreu

Wie geht es weiter mit dem Hambötler Huus in Negernbötel? Gisela Bornhoeft ist die fünfte Betreiberin der kleinen Gastronomie in dem Begegnungszentrum. Zum 29. Februar wurde ihr nun gekündigt.

Seit acht Jahren gibt es den Markttreff in Negernbötel, dessen Betreiber sich in raschem Tempo die Klinke in die Hand gegeben haben. Gisela Bornhoeft ist in der kurzen Zeit bereits die fünfte Pächterin, die jetzt allerdings unfreiwillig geht. Neun Monate nach ihrem Start bekam sie die Mitteilung, dass ihr Pachtvertrag zum 29. Februar ausläuft und nicht um ein weiteres Jahr verlängert wird. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagt die 61-Jährige, die zusätzlich zum Markttreff auch das „Bistro & Kegeln“ in Bad Segeberg betreibt und zuvor die Amtssporthalle Ost in Geschendorf unter ihre Fittiche genommen hatte.

„Flohmarkt, Kleidermarkt, Skat, Spanferkelessen, Sonntagsfrühstück habe ich veranstaltet und alle sind immer zufrieden gewesen. Um jeden Kunden muss man kämpfen, um Leben in den Markttreff zu bringen“, so die Pächterin. Genaue Gründe für das Vertragsende seien ihr nicht genannt worden. Lediglich im Vorfeld sei mal gesagt worden, dass sie zu unfreundlich sei. „Ich kann doch nicht den ganzen Tag mit einem Grinsen herumlaufen“, sagt die Gastronomin.

Die Vertragsbeendigung könne man nicht an einzelnen Punkten festmachen, vielmehr sei es ein ganzer Strauß von kleineren Kritikpunkten gewesen, die zur Kündigung geführt hätten, sagt Bürgermeister Dieter Beuk, der selbst keine Probleme mit der Pächterin gehabt habe. Aber im Hintergrund hätten Bürger immer wieder geschimpft, weshalb die Gemeinde am 14. Oktober eine Einwohnerversammlung einberufen hatte, um Kritikpunkte zu benennen und aus der Welt zu schaffen.

„Da wurde nicht viel gemeckert. Auch mit den Vereinen gibt es keine Probleme“, sagt Gisela Bornhoeft. Ganz am Anfang habe sie einmal Kinder „angeraunzt“. „Ja, das war ein Fehler. Dafür habe ich mich auch entschuldigt“, ergänzt sie. Das reichte offensichtlich nicht. Die Öffnungszeiten seien nicht richtig kommuniziert worden, außerdem habe es Regeln für Kinder gegeben, mit denen die Dorfbewohner nicht einverstanden gewesen seien. „Im Hambötler Huus sollen sich die Vereine, aber auch die Kinder und Jugendlichen wohlfühlen. Wenn das nicht mehr geht, muss man die Reißleine ziehen“, sagt Doris Trautmann, Vorsitzende des Trägervereins für das Hambötler Huus.

Eine geheime Abstimmung während einer Fraktionssitzung der Kommunalen Wählergemeinschaft, die alle elf Sitze der Gemeindevertretung hält, sei dann sehr klar gewesen. Dieter Beuk: „Das Stimmungsbild war zu eindeutig. Es hat nur eine Ja-Stimme gegeben.“ Ob die Gemeinde einen neuen Betreiber sucht oder die Gaststätte als reine Bedarfsgastronomie weitergeführt werden soll, wollen die Kommunalpolitiker im neuen Jahr entscheiden. Es habe zwar bereits drei Interessensbekundungen für den Markttreff gegeben, konkrete Bewerbungen seien das aber nicht. Dieter Beuk: „Vielleicht ist es auch besser, einfach erst einmal ohne Gastronomie weiterzumachen, damit wieder Ruhe einkehren kann.“

Petra Dreu

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