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Segeberg Gemeinsam für den Erhalt des Flath-Geländes
Lokales Segeberg Gemeinsam für den Erhalt des Flath-Geländes
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20:38 25.09.2017
Protest gegen Umwidmung: v. l. Torsten Simonsen, Katrin Lienau, Ute Baier-Wolf, Ingeborg und Klaus Hornberger, Dr. Susanne Will-Flatau. Quelle: Foto: Kullack
Bad Segeberg

Dr. Susanne Will-Flatau, stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises Kulturforum Flath, ist Juristin. Sie ermahnt die Stadt, allen voran Bürgermeister Dieter Schönfeld, und den Flath-Stiftungsrat mit seiner Vorsitzenden Ursula Michalak dringend, sich an die Verpflichtung zu halten, die sich aus dem Überlassungsvertrag zwischen Otto Flath und Stadt von 1977 sowie aus dem Testament des Künstlers ergeben. Demnach hätten die Gebäude in der Bismarckallee 5 „ausschließlich zur Verwendung einer Kulturstätte mit Zugang für die gesamte Öffentlichkeit“ zu dienen.

Förderkreis-Vorsitzender Torsten Simonsen: „Wird das Ganze zum Kindergarten, ist die Öffentlichkeit natürlich nicht mehr gegeben.“

Vor allem mahnt Simonsen, das Gesamtensemble zu sehen: Die Kunsthalle sei kaum etwas wert ohne die Villa, die moderne Künstler anzieht und deshalb auch das Flathsche Erbe wieder befruchtet. Dass ausgerechnet die Stiftungsratsvorsitzende die Kindergartenpläne der Jüdischen Gemeinde unterstützt, sei eine Ungeheuerlichkeit.

Im Flathschen Testament sei die Stiftung als Alleinerbe mit der Verpflichtung benannt worden, dass auch in der Villa „die Förderung und Pflege des künstlerischen Werkes“ von Otto Flath der Öffentlichkeit nähergebracht werden solle. Die Initiatoren des Villa-Protestes sagen dazu: „Dies kann bekanntermaßen nur zusammen mit moderner und zeitgemäßer Kunst gelingen.“ Seit Jahren werde Besuchern der Villa durch ehrenamtliche Kräfte ein anspruchsvolles Ausstellungsprogramm geboten, das dazu beitrage, das Renommee der Stadt zu steigern und ihr kulturelles Leben zu bereichern.

Simonsen: „Bei einer Umnutzung der Villa Flath zur Kita würde das zarte Pflänzchen Kultur, das auf dem 1987 der Stadt vom Holzbildhauer Flath vermachten Grundstück zu sprießen beginnt, schnell verdorren.“

Einen Ausstellungsort wie die Villa gebe es sonst in ganz Bad Segeberg nicht, sagt Ute Baier-Wolf, Vorsitzende des Segeberger Kunstvereins: „Die Flächen in der Villa sind gleichsam Transmissionsriemen vom Künstler Flath in die heutige Zeit. Ohne die Flächen in der Villa wird die Kunsthalle Flath auf Dauer nicht zu erhalten sein und – hinter einer Kita gelegen – in Vergessenheit geraten.“

Sich aus der Verantwortung befreien könnte der Stiftungsrat sich allenfalls durch Insolvenz oder durch eine mehrjährige Inaktivität, sagt der Förderkreis-Vorsitzende. Wobei verschiedene Bemühungen seines Vereins, das Flath-Erbe zu beleben, nicht gerade gefördert würden. So habe Professor Dr. Klaus Gereon Beuckers vom Kunsthistorischen Institut Kiel seit Mai von der Stiftung keine Antwort auf sein Ersuchen, mit Unterstützung des Förderkreises einen neuen Flath-Werkkatalog anzulegen.

Über die Kindergarten-Pläne wird heute um 18.30 Uhr im Bürgersaal öffentlich im Kulturausschuss beraten.

Von Lothar Hermann Kullack

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