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Segeberg Gerlich-Schule will OGS-Angebot verbessern
Lokales Segeberg Gerlich-Schule will OGS-Angebot verbessern
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14:38 11.02.2016
„Zieht ein Leiter weg, dann ist so eine AG ganz schnell platt.“ Schulleiter Sven Teegen

Drei Tage Betreuung am Nachmittag muss eine Schule ihren Schülern anbieten, um sich als Offene Ganztagsschule (OGS) zu qualifizieren. Die Dr.-Gerlich-Schule in Trappenkamp bietet sogar durchgängig von Montag bis Freitag Freizeitgestaltung am Nachmittag an. Doch durch Wegfall einiger Kursusanbieter ist die AG-Vielfalt in den vergangenen eineinhalb Jahren deutlich ausgedünnt. „Wir brauchen qualitativ hochwertige, aber auch zuverlässige Angebote zwischen 11.30 und 15.30/16.30 Uhr“, sagt Grundschulleiter Sven Teegen.

Gerade für diese Zeitspanne sei es schwierig, entsprechende Anbieter zu finden, die ein Angebot auch zuverlässig gestalten. Nun will die Gemeinde, Träger der OGS, per Ausschreibung einen externen Anbieter finden. Vor allem Bewegungsangebote sind begehrt, so Teegen, im Idealfall in Kombination mit ergotherapeutischen Elementen. Vor eineinhalb Jahren habe man einen Handball-Trainer gehabt, der eine sehr beliebte und attraktive Sport-AG führte, sogar mit den Kindern an Kreismeisterschaften teilgenommen habe, schwärmt Teegen. Doch der Trainer musste schließlich aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

Ähnlich geschah es mit einer Feuerwehr-AG, hier sei der Leiter aus beruflichen Gründen weggezogen. „Und dann ist so eine AG platt“, bedauert Teegen. Zwar gibt es momentan Hoffnung, dass es hier demnächst Ersatz geben könnte. Doch das Grundproblem bleibt bestehen: Es sei schwierig, Menschen zu finden, die in der gefragten Zeit, die für Berufstätige kaum vereinbar ist, zuverlässig verfügbar seien.

„Das ist aber kein spezifisches Problem von Trappenkamp“, so Teegen. Anderen Offenen Ganztagsschulen gehe es ähnlich, laut der Kieler Agentur „Ganztägiges Lernen“, von der sich die Schule beraten lässt. Etwa zehn verschiedene Angebote hat die Grundschule derzeit, drei bis vier am Tag, so Teegen. Wenig, bedenkt man die Zeitspanne, die die Schule eigentlich abdecken möchte. Das führe dazu, so Teegen, dass „unheimlich viele Kinder“ in der Spiele-AG landen, die eigentlich dazu dienen soll, Kinder „aufzufangen“ in Zeiten, in denen sie kein anderes für sich interessantes Angebot finden. Um den OGS-Bereich attraktiver zu gestalten, wünscht sich Teegen 25 verschiedene Angebote.

Im Sozialausschuss fand die Idee Anklang, man wird darüber beraten, einen externen Anbieter zu suchen, sagte Ausschussvorsitzender Winfried Greiner (Trabi). Bürgermeister Harald Krille (SPD) will dazu eine Ausschreibung machen, einen Textentwurf gibt es schon. Der Wille sei vorhanden, die Qualität der OGS zu steigern, dann werde die Nachmittagsbetreuung auch besser angenommen: „Angebot schafft Nachfrage.“

Aktuell nutzen 75 von 220 Kindern die OGS der Dr.-Gerlich-Schule. Aber nur die Hälfte davon nimmt das Angebot auch über die drei gesetzlich vorgeschriebenen Tage hinaus in Anspruch, so Teegen. Für Kinder, die die Betreuung vier oder fünf Tage nutzen, zahlen die Eltern 40 Euro im Monat. Darunter sind es nur fünf Euro. Ob die Preise bei einer Erweiterung zu halten sind, wird sich zeigen. Krille bereitet die Eltern schon jetzt auf eine „Anpassung“ des Beitrags vor.

Nadine Materne

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