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Gerstensaft für Genießer

Norderstedt Gerstensaft für Genießer

Der „Craft Beer Day“ am Sonnabend, 19. März im Norderstedter Kulturwerk, präsentiert 20 Biere unabhängiger, kleinerer Brauereien.

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Bier-Sommelier Rajas Thiele schenkt sich schon mal ein leckeres Craft-Bier ein, das am 19. März auch im Kulturwerk zu probieren sind wird.

Quelle: Fuchs

Norderstedt. Vor drei Jahren war Norderstedt die erste Kommune in Schleswig-Holstein, die einen „Craft Beer Day“ mit handwerklich gebrauten Bieren veranstaltete.

„Es geht darum, zu testen, zu probieren, zu vergleichen und über die verschiedenen Biersorten zu fachsimpeln.“ Rajas Thiele, Stadt Norderstedt

Mittlerweile gibt es solche Veranstaltungen in Kiel, Flensburg und anderen Orten, weiß Rajas Thiele, der für Sonnabend, 19. März, zum vierten Mal zu dieser ungewöhnlichen Bier-Messe in das Kulturwerk am Stadtparksee in Harksheide einlädt.

Von 12 bis 20 Uhr können hier die Besucher die Biere von 20 verschiedenen, unabhängigen Brauereien probieren, darunter erstmals auch die drei Norderstedter Biersorten Norderstedter Pils, Friedrichsgaber 65er und Harksheider 65er sowie die 17 Sorten der Ricklinger Landbrauerei. Das reine Biertrinken werde an diesem Tag eher Nebensache sein, versichert Veranstalter Thiele. „Es geht darum, zu testen, zu probieren, zu vergleichen und über die verschiedenen Biersorten zu fachsimpeln. Wir wollen den Leuten zeigen, dass es auch beim Bier wie bei Wein, Whisky oder Brandy ausgezeichnete Spezialitäten gibt.“

So habe sich in Deutschland unter den Bierkennern jener Trend durchgesetzt, den es seit etwa 30 Jahren bereits in den USA gebe: weg von den Industriebieren der Großkonzerne hin zu den Craft-Bieren einzelner Brauereien aus der Region, die noch unter großem Aufwand handgemacht seien und mit speziellen Rezepturen zubereitet würden. „Wenn das Bier dann alle ist, gibt es diese eine Sorte erst mal nicht mehr. Sie muss dann erneut gebraut werden, wie dies auch bei guten Weinen der Fall ist“, erklärt Thiele das Prinzip.

Der stadteigenen Craft-Bier-Brauerei im Rathauskeller, die unter dem Begriff „Hopfenliebe“ seit November die drei genannten Biersorten herstellt und in der Gaststätte darüber ausschenkt, habe diese Resonanz sofort zu spüren bekommen. „Nach wenigen Wochen waren zwei der drei Sorten ausverkauft und mussten erst einmal wieder nachgebraut werden“, sagt Thiele. „Aber jetzt gibt es wieder reichlich von allen drei Biersorten zu trinken.“

Während also die Craft-Bier-Brauereien in ganz Deutschland einen regelrechten Aufschwung erlebten und an die Grenzen ihrer Kapazitäten stießen, gehe der Ausstoß der großen Industriebiere hierzulande seit Jahren zurück. „Ihr Fehler war, sich weiterhin auf die Vermarktung ihres Bieres als Massenware konzentriert zu haben“, sieht der Bierliebhaber und gelernte Biersommelier Thiele den Grund für diese Entwicklung. Dabei legten immer mehr Biertrinker Wert auf einen Qualitätsprodukt, das zwar etwas teurer als die herkömmlichen Sorten sei, dafür aber seinen ganz eigenen Geschmack und seine Geschichte dazu habe.

All dies können die Besucher am „Craft-Beer-Day“ am 19. März ausgiebig mit anderen Bierliebhabern, Fachleuchten und den 20 Bierbrauern, die dort alle einen eigenen Stand haben, erleben, auskosten und ausdiskutieren. Sie sollten sich allerdings sputen. Denn aus den Erfahrungen der Vorjahre sei das Kulturwerk schon gegen 14 Uhr so gute besucht, dass nur noch vereinzelt Gäste hineingelassen werden könnten. „Mehr als 2000 Besucher gleichzeitig können wir aus Sicherheitsgründen nicht reinlassen“, erklärt Thiele.

Der Eintritt kostet drei Euro. Jedes Bier wird für einen Euro je 0,1 Liter ausgeschenkt. Dafür gibt es am Eingang Gläser für jeweils fünf Euro Pfand zu erwerben. Damit das Bier nicht zu sehr in den Kopf steigt, gibt es auch kleine Speisen zu verzehren Die meisten Craft-Bier-Brauereien am 19. März kommen aus Hamburg und dem Umland. Mit Lillebräu und der Privatbrauerei Sauer und Hartwig aus Flensburg, Crapps aus Wolfsburg, der Mashsee-Brauerei aus Hannover, der And Union aus München und der Old Allangrange aus Schottland sind aber auch Anbieter aus entfernteren Regionen mit von der Partie.

Von Burkhard Fuchs

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