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Segeberg Geschäftsführer Martin Karolczak verlässt den VJKA
Lokales Segeberg Geschäftsführer Martin Karolczak verlässt den VJKA
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21:49 16.04.2018
Er möchte Familienleben und Beruf in Einklang bringen: Martin Karolczak verlässt zum 30. Juni den Verein für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA).
Bad Segeberg

Der VJKA ist ein großer Verein, vergleichbar mit einem mittelständischen Unternehmen mit 90 festen Mitarbeitern und ungefähr 300 Honorarkräften. Von daher ist das eine wichtige Personalie: In seiner Heimatstadt Hamburg übernimmt Karolczak die Geschäfte bei der GWA St. Pauli e.V. (Gemeinwesenarbeit l Kulturarbeit I Sozialarbeit). Gestern wurde es den Segeberger Mitarbeitern offiziell mitgeteilt.

„Eine Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist“, erklärte Karolczak. Letztlich, so der Vater zweier Kinder (fünf und elf Jahre), habe er diese getroffen, „um Leben und Arbeiten näher zusammenzubringen“. Martin Karolczak: „Ich habe das Gefühl, ich werde weder dem einen noch dem anderen gerecht.“ Die neue Stelle sei an ihn herangetragen worden, er habe nicht aktiv danach gesucht, beteuert er. Sein neuer Arbeitsplatz sei bei ihm quasi „um die Ecke“.

Trotzdem: Die Arbeit beim VJKA bedeute ihm sehr viel. In den drei Jahren seiner Tätigkeit konnte vieles vorangebracht werden. So sei es unter anderem gelungen, in intensiver Zusammenarbeit mit dem Kreis Segeberg, als institutionellen Förderer, die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden. „Wir waren in der Situation einer drohenden Insolvenz.“ Im Oktober 2015 habe man den Mitarbeitern mitteilen müssen, dass es kein Weihnachtsgeld geben würde. Martin Karolczak: „Wenn wir da nicht die Reißleine gezogen hätten, wäre es dramatisch geworden.“ Jetzt müsse der Verein dem Kreis gestundete Leistungen zurückzahlen, das sei aber fristgemäß passiert. „Jetzt können wir aufgrund der wirtschaftlichen Verbesserung wieder im kleinen Rahmen investieren.“

Im Februar 2017 ernannte die damalige Kulturministerin Anke Spoorendonk den VJKA zum sechsten Kulturknotenpunkt des Landes Schleswig-Holsteins. Des Weiteren konnten viele neue Projekte, wie zum Beispiel die Jugendgerechte Kommune in Bad Segeberg, ins Leben gerufen werden. Karolczak bedankt sich beim Vorstand des VJKAs und den Mitarbeitenden, „für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit sowie das mir entgegengebrachte Vertrauen“.

Vorsitzender Hans-Jürgen Kütbach bedauert die Entscheidung, zeigt aber gleichzeitig Verständnis. „Der VJKA und auch der Kreis Segeberg sind Martin Karolczak zu bleibendem Dank verpflichtet. Er hat den Verein mit seinen zahlreichen Aufgaben sicher durch die Herausforderungen der letzten Jahre manövriert und sich auch bei den Kooperationspartnern viel Anerkennung und Vertrauen erworben. „Er hat hier einen guten Job gemacht“, sagte Kütbach gestern den LN. Karolczak sei ein „Familienmensch“, von daher verstehe er dessen Entscheidung. In dem kommenden Tagen werde die Geschäftsführerstelle ausgeschrieben.

 Von Wolfgang Glombik

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