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Segeberg Geschendorf macht Weg für Werbepylon frei
Lokales Segeberg Geschendorf macht Weg für Werbepylon frei
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20:13 17.03.2016
Geschendorf

Seit der Tankhof an der Autobahnabfahrt Geschendorf steht, gibt es dieses Problem: Von Autofahrern aus Richtung Lübeck ist er gut zu sehen, Autofahrer aus Richtung Bad Segeberg aber bemerken den Tankhof erst, wenn sie bereits vorbeigefahren sind. Von Anfang an hatten die jeweiligen Betreiber versucht, mit einem Werbeschild oder einem Pylon auf die Tankstelle hinzuweisen. Jetzt versucht der Mineralölkonzern Shell über die Gemeinde und eine Bebauungsplanänderung zum Ziel zu kommen.

Mit einem 26 Meter hohen Pylon wie auf diesem Foto möchte der Ölkonzern Shell den Umsatz auf dem Tankhof in Geschendorf ankurbeln. Quelle: hfr

„Shell ist mit dem Umsatz des Tankhofes nicht zufrieden.“Dirk Wacker

„Shell ist mit dem Umsatz des Tankhofes nicht zufrieden und möchte deshalb einen Werbepylon aufstellen, um für Autofahrer aus der Richtung Bad Segeberg besser sichtbar zu sein. 26 Meter hoch soll der Pylon werden“, berichtete Bürgermeister Dirk Wacker in der Gemeindevertretung am Mittwoch. Seiner Bauvoranfrage hatte der Mineralölkonzern Farbkopien ähnlicher Werbepylone beigefügt, wie sie an vielen Orten zu finden sind.

Ihre Tankstelle, die seit sechs Jahren von Holger und Sabine Hagemeister betrieben wird, möchten die Geschendorfer nicht mehr missen und so war die Entscheidung für einen solchen Pylon eigentlich kein Thema. Lediglich ob er beleuchtet sein darf oder nicht wurde diskutiert. Mit 4:3 Stimmen votierten die die Gemeindevertreter für einen beleuchteten Werbepylon mit zeitlicher Begrenzung.

Dafür würden die Geschendorfer sogar ihren Bebauungsplan ändern wollen. Nachdem sich ein Spielcasino für einen Bauplatz in dem kleinen Gewerbegebiet interessiert hatte, war eine Höhe solcher Werbeanlagen auf zehn Meter begrenzt worden. Die Begrenzung hatte aber noch einen weiteren Grund. „Genau dort verläuft eine Richtfunkstrecke. Die Funksignale sollten nicht gestört werden“, erläuterte Gemeindevertreter Michael Hiebert.

„Die Gemeinde kann Regelungen über Werbeanlagen sicherlich über einen Bebauungsplan regeln. Aber auch sie muss dabei die geltende Gesetzgebung einhalten“, sagt Jens Sommerburg, Chef des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Lübeck. Bei Autobahnen bestehe eine Anbauverbotszone von 40 Metern. Gemessen werde dabei vom Fahrbahnrand. Sollte diese Entfernung eingehalten werden, sei ein Werbepylon durchaus realisierbar.

Shell, das beim Tankhof Geschendorf mit Nordoel kooperiert, hatte ursprünglich die Luftstation der Tankstelle als Standort für den Pylon ausgewählt. Von dort aber werden die 40 Meter Abstand bis zum Fahrbahnrand nicht eingehalten. Einzige Möglichkeit bleibt der Standort der Preistafel, die dann versetzt werden müsste. Eine weitere Hürde hat die Gemeinde vielleicht unbewusst beseitigt, indem sie die geschlossene Ortsdurchfahrt bis an den Tankhof ausgeweitet hat. Bei den vorherigen Ortsgrenzen hätte ein Pylon wieder 15 Meter vom Fahrbahnrand der Dorfstraße stehen müssen, was das Grundstück nicht mehr hergegeben hätte.

Von Petra Dreu

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