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Segeberg Geschichten zu Bad Segebergs Seen
Lokales Segeberg Geschichten zu Bad Segebergs Seen
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21:34 11.04.2017
Der Große Segeberger See: Nicht nur Kulisse für schöne Spaziergänge, sondern auch Ort interessanter Geschichte(n). Quelle: Foto: Karsten Wilkening
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Bad Segeberg

Das Geweih des 32-Enders, bis heute eines der 40 größten Geweihe weltweit, einst gefunden im Großen Segeberger See. Der Maler Professor Karl Storch, der an kalten Frosttagen am Kleinen See saß und malte, einen heißen Ziegelstein unter den Füßen. Oder die Schwaneninsel im Ihlsee, 1935 von Arbeitslosen angelegt: „Geschichte und Geschichten der Segeberger Seen“, heißt die interessante Ausstellung von Hans-Werner Baurycza und Peter Zastrow im Bad Segeberger Rathaus, an der dieses Mal auch Dr. Ulrich Altner beteiligt ist.

 

Sie haben Informationen und Geschichten gesammmelt: v.l. Dr. Ulrich Altner, Hans-Werner Baurycza und Peter Zastrow. Quelle: Foto: Kullack
Der Ihlsee erhielt erst um 1935 seinen Sandstrand. Quelle: Foto: Glombik

Auf 35 Plakaten und in drei Vitrinen werden Fotos und Objekte zu den drei bekannten Segeberger Seen ausgestellt. Gleich zu Anfang empfangen großformatige Luftbilder der Seen die Besucher im 1.

Stock des Rathauses. Diese Bilder hat der Freizeitpilot Karsten Wilkening aufgenommen und zur Verfügung gestellt. Auf den ersten Tafeln zu den jeweiligen Seen sind technische Details genannt wie Hektargröße und Wassertiefe, historische Daten und Abmessungen. Was diese Ausstellung aber so liebenswert macht, sind neben dem reinen Faktenwissen die absonderlichen Geschichten, denen die drei Heimatforscher nachgegangen sind. Manche historische Darstellung wird von ihnen bestätigt, anderes als bloße Spökenkiekerei abgetan.

So stimmt es zum Beispiel nicht, dass der Kleine See genauso tief ist wie der benachbarte Kalkberg hoch. Im Januar 1963 hat ein Team der Kieler Christian-Albrechts-Universität unter Professor Gripp den Kleinen See vermessen und ist auf eine Tiefe von 27,3 Metern mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von zehn Metern gekommen.

Geklärt wird zum Beispiel auch, weshalb die Villa an der Spitze des Großen Sees, heute das Café „Goldmarie“, einst im Volksmund „Rattenvilla“ hieß: Vom nahen Schweinemarkt liefen die tierischen Abfälle der Fleischer die abschüssige Große Seestraße herunter und landeten im See – klar, dass es da nicht gut roch und dass in der Tat Ratten angezogen wurden.

Ein Sprung ins ehemalige Klein Niendorf, das erst 1937 von Bad Segeberg eingemeindet wurde, zum Ihlsee: Der war bis etwa 1930 unter Bauern eine beliebte Viehtränke, das Strandbad wurde erst um 1935 mit einem Sandstrand eingerichtet. Die „Schwaneninsel“ diente tatsächlich den Schwänen als Brutstätte und war von Arbeitslosen angelegt worden.

Am Donnerstag, 4. Mai, gibt es ab 19.30 Uhr im Bürgersaal einen interessanten Vortrag zur Ausstellung zu hören.

„Geschichte und Geschichten der Segeberger Seen“, noch bis 12. Juni im Bad Segeberger Rathaus, 1. Stock: montags, dienstags und mittwochs 8 bis 17 Uhr; donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 13 Uhr. Eintritt frei, eine kostenlose Broschüre liegt aus.

 Lothar Hermann Kullack

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