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Segeberg Gewässer-Sanierung braucht viel Zeit
Lokales Segeberg Gewässer-Sanierung braucht viel Zeit
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11:29 28.06.2017
Idylle pur, nicht nur für Skipper und Angler, doch der Mözener See hat, wie auch der mit ihm verbundene Neversdorfer See, seine Probleme. Quelle: Fotos: Hiltrop

Die Badesaison hat gerade begonnen, doch im Mai stand durch die heißen Tage der Mözener See schon in (Algen-)Blüte. Zwar wurde das Gewässer laut des Freizeit- und Informationsportals „Seen.de“ zwischen 2010 und 2014 regelmäßig wegen seiner guten Badequalität ausgezeichnet, doch tatsächlich zeigt die alljährliche Algenblüte, dass das Gewässer nach wie vor in keinem guten ökologischen Zustand ist. „Wir versuchen gegenzusteuern, haben schon einiges angepackt“, sagt Kristian Draeger, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Mözener See.

Der Mözener See

131 Hektar

groß ist der Mözener See. Zufluss ist der Neversdorfer See.

8,2 Meter

tief ist er an seinen tiefsten Stellen. Es gibt drei Badestellen. Sie liegen in in Kükels, Wittenborn und Mözen. Außerdem liegt am See der Campingplatz „Weißer Brunnen“ und nebenan das beliebte Zeltlager „Wibo“.

Seit acht Jahren beschäftige man sich mit der Sanierung. So habe es mehrere Untersuchungen von verschiedenen Instituten gegeben. Seit 2015 lotet eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Gewässerpflegeverbands Mözener Au mögliche Maßnahmen für den Mözener und den mit ihm verbundenen Neversdorfer See aus. Weitere Mitglieder sind Vertreter der Eigentümergemeinschaft Neversdorfer See, der Fischereigenossenschaft Mözener See, der anliegenden Angel- und Bootsvereine und des Bauerverbandes. Unterstützt wird die Gruppe von der Wasser- und Umweltbehörde des Kreises.

Als eine Ursache für die Algenblüte nennen Experten den hohen Phosphatgehalt, der zum großen Teil durch intensive Landwirtschaft eingetragen wird. Das sei schon viel besser geworden, betont Draeger und die extensiv bewirtschafteten Autalwiesen werden nicht gedüngt. Der Katalog weiterer in Erwägung gezogener Maßnahmen ist lang, doch nicht alles ließe sich umsetzen.

Ein erster Schritt sei das Abfischen von Weißfisch etwa alle zwei Jahre. Eine so genannte Phosphatfällung, bei der in einer physikalisch-chemischen Reaktion Phosphate mit Metallsalzen als feine Flocken ausgefällt werden, ist ebenfalls noch nicht vom Tisch. Das Verfahren wurde im Itzstedter See angewandt. „Allerdings ist sie für den Mözener See nur schwierig umzusetzen“, glaubt Kristian Draeger. Und Sauerstoff-Aggregate, eine andere Möglichkeit, seien viel zu kostspielig und eine Entschlammung des Sees werde wohl auch nicht in Frage kommen. Mikroorganismen, die die Blaualgen zurückdrängen wären eine weiterer Möglichkeit.

Es gebe viele Ideen, doch nun müsse man, um die zur Umsetzung dringend erforderlichen Fördergelder zu bekommen, ein fundierte Maßnahmen-Konzept erstellen. Draeger: „Wir wünschen uns eine baldige Genesung unseres Sees, aber wir wissen auch, dass es sehr, sehr lange dauern wird bis es soweit ist.“

 Heike Hiltrop

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