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Segeberg Glasfaser: Die ersten Hausanschlüsse sind fertig
Lokales Segeberg Glasfaser: Die ersten Hausanschlüsse sind fertig
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22:37 07.11.2013

Inzwischen ist Seths Bürgermeisterin Maren Storjohann fast schon eine Expertin in Sachen Tiefbau. Seit Wochen ist die Firma Pohl mit anderen Unternehmen dabei, im Auftrag der Oeringer Firma „Unser Ortsnetz“ (UO) im Dorf Breitbandkabel zu verlegen. Und da tauchen immer neue Fragen und Wünsche auf, zu denen die Bürgermeisterin sich äußern muss.

Etwa bei Besprechungen im Baucontainer: „Im Weißen Moor sind wir bis auf die Oberfläche fertig, Breitenende und Kirchstraße ebenso, am Sportplatz so gut wie . . .“, zählt Bauleiter Reinhard Hoff auf, während er auf den Lageplan zeigt, in den alle Häuser des Dorfes eingezeichnet sind, die bereits verkabelt sind — oder fast. Man liege zwar im Zeitplan zurück, habe aber etwa 50 Prozent der Arbeiten schon erledigt.

Nach derzeitigem Stand werden 530 von 820 Haushalten verkabelt. Kann man noch auf den Internetzug aufspringen oder ist er bereits abgefahren? UO-Geschäftsführer Ralf Pütz: „Elf Kilometer Trassen werden jetzt in Seth verlegt. Am Anfang waren es neun, der Rest ist auf Nachanschlüsse zurückzuführen.“ Die Hausanschlüsse seien praktisch alle fertig, sagt er. Grundsatz sei: „Wir legen ein Hundert-Prozent-Netz — im Unterschied zu allen anderen Anbietern.“ Das bedeutet: Bis an jedes Hausgrundstück heran würden die Kabel verlegt. Ergo könne jederzeit ein Haus angeschlossen werden. Und zwar an 100 Mbit-Netze, geplant waren 50 Mbit. Die Mehrleistung koste nicht mehr, versicherte UO-Geschäftsführer Pütz. Wie er weiter sagt, seien bereits 134 Hausanschlüsse endgültig fertig, „nächste Woche gehen die ersten 45 Haushalte ans Netz“. Er rechnet damit, dass in 99 Prozent aller Fälle ein Anschluss möglich sei. „Wir haben sogar fast alle Außenbereiche angeschlossen“, sagt Maren Storjohann nicht ohne Stolz.

Immer mal wieder sind die Arbeiter beim Durchschießen der Leerrohre, durch die dann die Breitbandkabel gepustet werden, auf Hindernisse gestoßen, zum Beispiel auf große Steine und sogar auf eine 30 Zentimeter mächtige Betonschicht unterm Gehsteig in der Straße Bocksrade („da mussten wir mit dem Presslufthammer arbeiten“, berichtete Pütz genervt), aber auch auf andere Kabel, die in 40 Zentimetern Tiefe in den Bürgersteigen eigentlich gar nicht liegen dürften beziehungsweise in den Planungsunterlagen gar nicht verzeichnet waren. Ab und zu fiel denn auch mal der Strom aus. Die Leute der Firma Pohl wollen Mitte Dezember die Tiefbauarbeiten abgeschlossen haben, sagt Bauleiter Reinhard Hoff.

Weiter geht‘s. Am Baucontainer besteigt die Bürgermeisterin ihr Rad, fährt die einzelnen Baustellen ab. Hier ein Schwätzchen mit Arbeitern, dort ein kleiner Austausch, Fragen werden geklärt. Das dauert. Sie habe nicht gedacht, dass ihr Ehrenamt so viel Zeit in Anspruch nimmt, sagt Maren Storjohann. Eine halbe Stunde hat sie noch Zeit, dann muss sie zur Bürgermeister-Sprechstunde.

 Nächster Halt bei Steffen Jahn. Er ist Geschäftsführer der Stendaler Firma Fibrecab. Er „fummelt“ gerade über einem Kopfloch an einer Vielzahl von Glasfaserkabeln herum, die gleich von seinem Mitarbeiter Detlef Miehlbradt durch ein Leerrohr per Luftdruck an ihren Bestimmungsort geblasen werden sollen. Damit die dünnen Stränge im Rohr nicht hängenbleiben, haben seine Leute etwas Seife, eine Art Gleitmittel, ins Rohr gegeben. „Dadurch flutscht das richtig schön durch“, sagt Jahn zufrieden. Die kleinen Kabel (eines je Hausanschluss) haben einen Durchmesser von nur 2,4 Millimeter. „Und jedes Kabel hat zwölf Fasern, pro Hausanschluss benötigt man zwei Fasern, das heißt: Bis zu sechs Parteien in einem Mehrfamilienhaus können damit komplett versorgt werden“, erklärt er.

Christian Spreer

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