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Glasfaser-Post kommt mit dem Steuerbescheid

Bad Segeberg Glasfaser-Post kommt mit dem Steuerbescheid

Bad Segeberg wirbt für Kommunikationsnetz-Ausbau.

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Ralf Pütz, Dt. Glasfaser.

Bad Segeberg. Glasfaser in der Stadt, das ist ein mühsames Geschäft. Drei Jahre lang habe man vergeblich mit der Telekom verhandelt, um die Internetleistung in Bad Segeberg auszubauen, sagt Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD). Die Deutsche Glasfaser dagegen ist willig, die Kreisstadt mit dem Titel „erste Glasfaser-Stadt Deutschlands“ zu krönen — ja, wenn denn die notwendige Anschlussquote erreicht wird: 40 Prozent. Seit Sommer 2015 putzt das Unternehmen Klinken in der Ihlseesiedlung, dem Testgebiet. 530 Haushalte müssten hier einen Glasfaser-Vertrag abschließen, um die Quote zu erfüllen. Eine Frist nach der anderen verstrich — und wurde verlängert. Die nächste Deadline: der 31. Januar. Nun greift auch die Stadt dem Projekt unter die Arme und verschickt ein „Motivationsschreiben“.

„Je größer der Ort, desto schwieriger ist es, die Leute zu erreichen“, resümiert Ralf Pütz, Regionalleiter der Deutschen Glasfaser. Auch nach unzähligen Infoständen bei Möbel Kraft oder Beratungen am „Airstream“, einem silberglänzenden Mobil zu Werbezwecken, auf dem Wochenmarkt und im Servicebüro — nur quälend langsam wächst der Balken Richtung Zielmarke 40 Prozent. Derzeit steht die Grafik zur Ihlseesiedlung auf der Homepage der Deutschen Glasfaser bei 30 Prozent. „Es fehlen noch 128 Verträge“, sagt Pütz, der mit jeder verstrichenen Frist nicht müde wird Optimismus zu verbreiten. „Wir haben die Quote bisher in jedem Ort geschafft.“ Sogar in Bark, das zwischenzeitlich schon als verloren galt. Wahlstedt Ost — lange ein ähnlich schwieriges Pflaster wie die Ihlseesiedlung — hat die Quote inzwischen geschafft, auch Rickling — Bornhöved steht bei 39 Prozent.

Einen Schub erhofft sich Pütz nun von einem Schreiben, das die Stadt diesen Monat mit den Steuerbescheiden an alle Bad Segeberger Haushalte verschickt. So hat es die Stadtvertretung beschlossen, betont Schönfeld, der die Bad Segeberger um aktive Unterstützung des Projekts „Glasfaser-Stadt“ bittet. „Das Problem ist, dass wir eine Basisversorgung haben“, sagt Schönfeld gegenüber den LN. Eine ausreichend schnelle Leitung also für Internetrecherchen und E-Mai- Versand. Das reiche für heutige Bedürfnisse, aber nicht für die Zukunft, in der deutlich höhere Datenströme zu erwarten seien.

Leistungsfähige Kommunikationsnetze werden in Zukunft unverzichtbar sein, verdeutlicht Schönfeld in dem Brief, der nun tausendfach in der ganzen Stadt verteilt wird. Die Glasfasertechnologie bis ins Haus garantiere dauerhaft hohe Übertragungsgeschwindigkeiten — 100 Megabit/Sekunde im Down- und Upload, heißt es darin. Und nur wenn die Bürger das Projekt heute schon unterstützten, könne der Ausbau gelingen. Bad Segeberg als erste Glasfaserstadt böte auch den Vorteil gegenüber umliegenden Gemeinden nicht zurückzufallen — die haben vielfach schon Glasfaseranschlüsse.

„Investiv tätig werden darf die Stadt aber nicht“, sagt Schönfeld. Das Schreiben mit den Steuerbescheiden dagegen sei quasi gratis. Damit erhofft sich der Bürgermeister die notwendige Aufmerksamkeit für das Thema, denn die Deutsche Glasfaser steigt damit auch aktiv in die Nachfragebündelung im Rest Bad Segebergs ein. Die Stadt ist dabei aufgeteilt in fünf Gebiete. Neben der Ihlseesiedlung sind das die Innenstadt, Bad Segeberg Ost, West und Südstadt. Ende des Monats wird die Deutsche Glasfaser auch die ersten großen Infoabende zum Thema abhalten.

Die Termine: 26. Januar im Rathaus, 28. Januar im Vitalia und am 1. Februar im Berufsbildungszentrum (Theodor-Storm-Straße), jeweils 19.30 Uhr.

Nadine Materne

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