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Glasfaserausbau auf dem Land: Die Bagger sind startklar

Bad Segeberg Glasfaserausbau auf dem Land: Die Bagger sind startklar

Die Ausschreibung für die Tiefbauarbeiten in Daldorf, Tensfeld und Damsdorf wird vorbereitet. Ab September verlegen SWN und WZV die Leitungen im Pilotcluster.

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Dirk Sasson (SWN, l.), Tensfelds Bürgermeisterin Beatrix Klüver und WZV-Chef Jens Kretschmer freuen sich auf den Glasfaserausbau.

Quelle: Fotos: nam

Bad Segeberg. Die nächste Kampagne für den Breitbandausbau durch den Wege-Zweckverband und die Stadtwerke Neumünster ist schon in der Vorbereitung. Derweil wird in den drei Gemeinden des Pilotclusters mit den Hufen gescharrt. Im September sollen in Damsdorf, Tensfeld und Daldorf die Erdarbeiten beginnen, dann werden Leerrohre und Glasfaserkabel zu den teilnehmenden Haushalten verlegt. „Wir sind gerade in der Feinplanung und wir versuchen auch die 33 Haushalte in den Außenbereichen mitzunehmen“, sagt Dirk Sasson, Bereichsleiter Telekommunikation bei den SWN, gestern bei einem Pressegespräch.

Wie berichtet, wurde die 60 Prozent Anschlussquote im Pilotcluster erfüllt. Nach Auswertung des jüngsten Posteingangs wurden insgesamt 370 Verträge abgeschlossen. Erforderlich waren 350, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

So ein Projekt sei nur realisierbar mit günstigen kommunalen Krediten, sagte Sasson. Vorausgesetzt, auch die Gemeinden des nächsten Clusters, Schmalensee, Negernbötel, Tarbek, und drei Ortsteile von Nehms, erreichen die erforderliche Quote, investiert der WZV 3,8 Millionen Euro für den Glasfaserausbau. Die SWN als Betreiber gibt für die Signaltechnik nochmal knapp eine Million Euro und pachtet für 25 Jahre das WZV-Netz. „Pro Kunde zahlen wir dann etwa 20 Euro im Monat plus Wartung“, erklärt Sasson. „In der Stadt kann man das durch zwei dividieren.“ Deshalb sei der Breitbandausbau für private Betreiber auch so unattraktiv im ländlichen Raum. Und deshalb könnten auch die SWN keine Tarife für 19,99 Euro anbieten.

Der Businessplan sei sehr konservativ gerechnet, so WZV-Chef Jens Kretschmer. Man gehe von Pachteinnahmen in Höhe von 170 000 Euro im Jahr aus. In 20 bis 25 Jahren würde sich das Netz refinanzieren.

An ein Risiko für die teilnehmenden Gemeinden, die finanziell einspringen müssten im Falle eines Kundeneinbruchs nach Ablauf der Zwei-Jahres-Verträge, glaubt Sasson nicht: Wer einmal schnelles Internet habe, gehe dann nicht zurück auf eine langsame Leitung. Die Erfahrung zeige, dass durch den „Nachbareffekt“ eher noch mehr Kunden dazukämen. Da das Netz für weitere Anbieter offensteht, zwar wäre ein Wechsel möglich, doch auch dann würden Pachtkosten gezahlt, so Kretschmer.

Nun geht es ins Genehmigungsverfahren für den Netzbau, parallel werden die Tiefbauarbeiten ausgeschrieben. Zunächst wird die Leitung durch die Ortschaften verlegt, etwa 50 Meter pro Tag. Davon 90 Prozent in offener Bauweise. Aber: „Es wird keine Vollsperrungen geben oder Verkehrsbehinderungen“, verspricht Garrit Freitag von den SWN. Der Anknüpfungspunkt für die Verbindung zwischen den Gemeinden liegt bei Gönnebek.

Mit allen Einwohnern der Pilotclustergemeinden wird nun der erste Erfolg beim Projekt Breitband gefeiert: am Sonntag, 14. Juli, von 12 bis 16 Uhr auf der renaturierten Deponie in Damsdorf mit Hüpfburg, Bagger und Grillwurst. Außerdem haben dann bisher Unentschlossene die letzte Gelegenheit, einen Vertrag mit den SWN zu schließen ohne Extrakosten für den Glasfaseranschluss bis zur Haustür.

Nadine Materne

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