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Segeberg Goldenbeker Grundschüler schnuppern Zirkusluft
Lokales Segeberg Goldenbeker Grundschüler schnuppern Zirkusluft
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21:19 19.07.2016
Die Kinder der Grundschule Goldenbek (vorn Clown Bosse, 8) freuen sich auf die Zirkusvorstellung am Donnerstag. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Clowns, Fakire, Trapez-Akrobaten, Ziegen-Dompteure und verwegene Reiter: Zirkusluft weht durch die Grundschule Goldenbek. Dort, wo sonst Stille zum Lernen gefragt ist, macht sich dieser Tage Aufregung breit: 110 Grundschulkinder proben mit dem Zirkus „Zaretti“ für ihren großen Auftritt. Am Donnerstag wollen sie das Erlernte ihren Eltern, Freunden und Verwandten vorführen.

 

Grundschülerin Stella (8) will am Trapez hoch hinaus. Wie es geht, zeigen ihr Adriano (links) und Robert Maatz.

Die Vorstellung

Die eineinhalbstündige Zirkusvorstellung für Eltern, Verwandte, Freunde und Bekannte der kleinen Zirkusakrobaten beginnt am Donnerstag, 21. Juli, um 18 Uhr. Einlass ist eine halbe Stunde früher ab 17.30 Uhr. Der Eintritt kostet für Kinder vier Euro, Erwachsene sind mit acht Euro dabei. pd

Die Schüler sind nach dem ersten Zirkustag aufgeregt und schnattern unaufhörlich mit den Nachbarkindern. Doch kaum heben Robert Maatz und sein Schwager Adriano Maatz die Stimme, ist es mucksmäuschenstill im Zirkusrund. Was sie sagen, ist Gesetz. „Am ersten Tag ist das immer so, weil sie uns nicht kennen. Im Laufe der Woche aber verlieren sie ihre Scheu. Das ist aber auch okay so“, erzählt Robert Maatz, der mit seiner Familie seit 30 Jahren durch die Lande reist, um Kindergarten- und Grundschulkinder Zirkusluft schnuppern zu lassen.

Während Zirkusdirektor Philipp Zaretti gerade zu einer pädagogischen Fortbildung unterwegs ist, bringen die beiden Familienmitglieder den Kindern kleine Kunststücke bei und zeigen ihnen, wie sie die Komik eines Clowns auch auf das Publikum transportieren können. Dass das innerhalb kürzester unter Dach uns Fach ist, hat einen einfachen Grund: „Kinder brauchen klare Ansagen, die sie verstehen können. Dann klappt das“, verrät Robert Maatz, der in den Vorstellungen die Rolle des Feuerschluckers übernimmt. Das Lampenfieber der Schüler ist für ihn kein Problem. „Die Kinder sind zwar aufgeregt, aber das stellen sich Außenstehende immer schlimmer vor, als es ist“, glaubt er.

In der Grundschule Goldenbek ist das Zirkus-Projekt fest im Schulprogramm verankert. Alle vier Jahre weilt der Mitmachzirkus „Zaretti“ auf dem Schulgelände und spornt die Schüler an, sich auszuprobieren und über sich selbst hinauszuwachsen. „Jedes Kind soll einmal in seinen vier Grundschuljahren die Möglichkeit haben, selbst in der Manege zu stehen“, erzählt Schulleiterin Gabriele Marzotko, die bei den Proben mit ihren Schülern mitfiebert.

Von der positiven Wirkung des Zirkusprojektes auf die Kinder ist die Schulleiterin überzeugt. Schüler, die sonst eher am Rande und nicht gerne im Mittelpunkt stehen, blühen auf, wenn sie ihre Aufgabe gemeistert haben und dafür sogar noch mit Applaus bedacht werden. Gabriele Marzotko: „Es ist faszinierend, das zu beobachten. Manche Schüler bekommen eine ganz andere Körperhaltung. Man kann spüren, wie sich dadurch ihr Selbstbewusstsein verändert. Es wird viel stärker.“

 Petra Dreu

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