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Segeberg Grausiger Fund: Babyleiche lag im Mülleimer
Lokales Segeberg Grausiger Fund: Babyleiche lag im Mülleimer
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08:46 16.10.2015
Quelle: Burmester
Borstel

An der Bundesstraße 432 bei Borstel (Kreis Segeberg) haben Passanten eine entsetzliche Entdeckung gemacht: An einer Bushaltestelle fanden sie die Leiche eines Babys. Sie soll in einem Mülleimer gesteckt haben. Todesursache und Herkunft des Säuglings sind nach Angaben der Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß noch völlig unklar. Erste Ergebnisse der Obduktion sollen am Freitag vorliegen.

An einer Bushaltestelle an der B432 im Kreis Segeberg haben Passanten nahe Sülfeld ein totes Baby gefunden.

Ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelte, war ebenfalls unbekannt. Ersten Erkenntnissen zufolge war das Baby bereits tot, als es an der B432 abgelegt wurde. Hinweise auf Gewalteinwirkung soll es nach LN-Informationen bislang nicht geben. Ein Tötungsverbrechen wird von den Ermittlern derzeit aber ebenso wenig ausgeschlossen wie eine Totgeburt des Kindes. Klarheit darüber soll jetzt die Untersuchung des Babys in der Kieler Rechtsmedizin bringen. Dorthin wurde der Leichnam bereits überführt. Mit Ergebnissen rechnet die Staatsanwaltschaft in Kiel erst am Freitag.

Die Staatsanwaltschaft machte bislang keine Angaben darüber, ob die Leiche des Neugeborenen verhüllt war oder nicht. Beamte der Kriminalpolizei und der Spurensicherung waren mehrere Stunden vor Ort, um nach Hinweisen auf die Herkunft des Babys und auf dessen Eltern zu suchen.

Die Bundesstraße wurde vorübergehend gesperrt. Später leitete die Polizei den Verkehr einspurig an der Fundstelle vorbei. Direkt an der Bushaltestelle hatte die Feuerwehr ein großes weißes Zelt aufgestellt, damit die Ermittler den Ort in Ruhe näher untersuchen konnten. „Wir sind um 10.15 Uhr alarmiert worden und mit elf Leuten ausgerückt“, sagt Einsatzleiter Maik Grell von der Freiwilligen Feuerwehr Oering. Kripobeamte in weißen Schutzanzügen suchten akribisch die Umgebung des Fundortes ab, andere arbeiteten unter dem Zelt und sicherten Spuren. Gegen 14.30 Uhr waren die Ermittlungen am Fundort abgeschlossen.

Der Fall erinnert an die Tragödie einer Frau aus Bad Schwartau (Kreis Ostholstein). Die 40-Jährige hatte drei neugeborene Kinder tot an öffentlichen Orten zurückgelassen. Die erste Leiche wurde 2011 auf dem Rensefelder Friedhof in Bad Schwartau entdeckt, zwei weitere im September 2014 in einem Schließfach am Hamburger Hauptbahnhof. Nachdem die Ermittler auf ihre Spur gekommen waren, hatte sich die Frau freiwillig in psychiatrische Behandlung begeben. Ob die Kinder getötet wurden oder, wie es die Mutter behaupte, tot auf die Welt kamen, ließ sich wegen des Zustands der Leichen damals nicht mehr feststellen.

Oliver Vogt, Janina Dietrich, Jens Burmester

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