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Segeberg „Grenzwerte sind viel zu niedrig angesetzt“
Lokales Segeberg „Grenzwerte sind viel zu niedrig angesetzt“
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12:15 01.11.2012
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Segeberg

Einen „unabhängigen Fachmann“ hatte Alveslohes Bürgermeister Peter Kroll zu einem Info-Abend ins Bürgerhaus eingeladen. Denn an unabhängigen Experten wie dem Physiker Dr. Werner Schneider mangele es in Deutschland. Der Quickborner sei keiner politischen Strömung oder gar Lobbygruppe verpflichtet. Vielmehr ist er selber Betroffener. Wie Schneider sagte, lebe er unter einer Stromleitung. Und die soll nun auch noch durch eine erhebliche größere ersetzt werden. Das droht auch den Alveslohern. Über ihre Gemarkung plant die Tennet den Bau einer 380 kV-Leitung – deshalb der InfoAbend zum Thema „elektromagnetische Felder unter Hochspannungsleitungen“. 120 Bürger wollten darüber mehr wissen.

Wie Schneider sagte, wisse man über die Gefahren, die von solchen 380-Kilovolt-Leitungen, wie die Tennet sie spannen will, ausgeht, viel zu wenig. Zwar gebe die Bundes-Immissionsschutz-Verordnung von 1996 Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung vor, die derartige Leitungen ausstrahlen und die angeblich eingehalten würden. Behaupteten die Netzbetreiber. Dennoch habe praktisch jeder Angst, dass dies nicht stimme und nicht ausreiche. „Wie kommt das“, fragte Schneider die Zuhörer. Seine Antwort: „Viele Wissenschaftler weltweit halten diese Grenzwerte für falsch, für viel zu niedrig angesetzt. Fachleute der Regierung sehen das aber ganz anders. Wem soll der Laie glauben?“ Sein Glaube an die Obrigkeit ist jedenfalls nicht sehr ausgeprägt. Schneider verweist auf Schweden, Schweiz und Niederlande, wo die Grenzwerte bis hundertfach niedriger seien.

Für den pensionierten Physiker ist ganz klar, dass die Grenzwerte für elektromagnetische Felder von Höchstspannungsleitungen nicht ausreichen. Ob, in welcher Form und in welcher Intensität Strahlungen langfristig Krankheiten auslösen können, sei fast völlig unerforscht. „Für fast alle Krebskrankheiten gibt es keine ausreichenden epidemiologischen Studien.“ Indirekt wiesen Formulierungen in Verordnungen auf deren Unzulänglichkeiten hin. Bei Formulierungen wie „nach derzeitigem Stand der Wissenschaft“, „angemessener Aufwand“, „die Verhältnismäßigkeit ist zu berücksichtigen“ müsse man höllisch aufpassen. Schneiders Fazit: „Ein Neubau von Höchstspannungsleitungen über oder direkt neben Wohnungen und Schulen nur mit Einhaltung der jetzigen in Deutschland noch gültigen Grenzwerte erscheint in Anbetracht des wissenschaftlichen Informationsdefizites nichts anderes als eine Wette mit der Gesundheit der Bevölkerung.“ Er fordert daher einen Mindestabstand der 380-kV-Leitungen von 200 Metern zu Einzelhäusern und 400 Metern zu Siedlungen.

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